In Gelsenkirchen

Malerisches Schloss in NRW ist mehrere hundert Jahre alt

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Schloss Berge in Gelsenkirchen ist mehrere hundert Jahre alt. Zu seiner Geschichte gehört auch ein Mord auf einer Schlittenfahrt.

Gelsenkirchen – Beim Blick auf das Schloss Berge fehlt eigentlich nur ein weißes Kaninchen, das einen ins Labyrinth lockt. Denn wie in der Geschichte von Alice im Wunderland gibt es auf dem uralten Schlossgelände auch einen Irrgarten, indem man sich verlaufen kann. Das Schloss Berge in Gelsenkirchen (NRW) ist knapp 800 Jahre alt und hat für die Region eine besondere Bedeutung. Einem war das Schloss sogar einen Mord wert.

Schloss Berge in Gelsenkirchen hat eine lange Geschichte

Alles begann im Jahr 1264. Genauer gesagt am 16. März, 1264. Da baute sich der Ritter Gerlach von Strünkede nämlich ein Domizil, eine sogenannte Wohnstatt. Die trug bereits den Titel Berge, wie es in der Historie von Schloss Berge heißt. Damit war sinnbildlich der Grundstein für die lange Geschichte des Schlosses gelegt.

Das Schloss Berge liegt im Norden von Gelsenkirchen (Archivbild).

In den folgenden Jahrzehnten wechselt das Gut mehrmals den Besitzer und wird, wie ein Schriftstück aus dem Jahr 1358 zeigt, immer mehr ausgebaut. Aus der Zeit stammt eine Urkunde, die den Ausbau des Schlosses bezeugt. Darin wird es auch zum ersten Mal als „Schloss Berge“ bezeichnet.

Bei Erbstreitigkeiten um Schloss Berge geschieht ein Mord

Doch damit war der rege Besitzerwechsel noch nicht abgeschlossen. Das Gut wurde vererbt und verkauft. Einem sollte das jedoch zum Verhängnis werden: Dietrich von Balken. Der hatte das Gut und den Hof geerbt und im Jahr 1461 an einen anderen Dietrich verkauft. Dietrich von der Horst, um genau zu sein.

Schloss Berge in Gelsenkirchen

► Das Schloss Berge liegt an der Adenauerallee 103 in Gelsenkirchen.

► Zur Schlossanlage gehören ein französischer Garten samt Irrgarten und dem See Berge.

► Im Schloss selbst befinden sich heute Tagungsräume, ein Hotel und ein Restaurant.

► In unmittelbarer Umgebung liegen einige kuriose Sehenswürdigkeiten, die die Stadt Gelsenkirchen zu bieten hat.

Damit könnte man meinen, dass Dietrich von Balkens Beziehung zu Schloss Berge ein Ende gefunden hatte. Doch es gab Erbstreitigkeiten und die sollten für ihn schwere Folgen haben, und zwar am 17. Januar 1478. Da steigen Dietrich von Balken und seine Frau auf einen Schlitten.

Zum Schloss Berge gehört auch ein Schlossgarten.

Sie sind gerade auf dem Weg zu einer Kirche, als sie einem Mann begegnen. Es ist Adrian Sobbe zu Grimberg. Auch er ist in die Erbstreitigkeiten um Schloss Berge verwickelt. Er tötet Dietrich von Balken. Laut Schlosschronik hat er ihn erschlagen. Das sollte allerdings der einzige Mord in der Geschichte von Schloss Berge bleiben. Zumindest der einzige, der bekannt ist.

Schloss Berge bleibt über 400 Jahre im Besitz der gleichen Adelsfamilie

Erst 40 Jahre später kehrt Ruhe in den Erbtrubel um Schloss Berge ein. Da fiel das Gut nämlich in die Hände des Adelsgeschlechts der Von Boenen. Die sollten 478 Jahre lang die Hausherren auf dem Schloss bleiben. Die letzte Erbin, Gräfin Jenny von Westerholt-Gysenberg, stirbt am 20. März 1900 im Alter von 57 Jahren. Danach kauft die Stadt Buer das Schloss von der Erbengemeinschaft.

Heute finden auf Schloss Berge in Gelsenkirchen unter anderem Tagungen statt.

Heute finden im Schloss Berge nationale und internationale Tagungen statt. Mit sieben Bankett- und Tagungsräumen ist dafür jedenfalls genug Platz. Wer sich einmal wie eine echte Gutsherrin oder Gutsherr fühlen möchte, kann im Hotel im Schloss übernachten oder im Restaurant etwas essen.

Schlossanlage von Schloss Berge steht unter Denkmalschutz

Zum Schloss, das übrigens ein Wasserschloss ist, gehört auch ein französischer Schlossgarten. Direkt in der Nähe liegt außerdem der Berger See. Das Gelände sei mittlerweile eine „sehr gut besuchte Naherholungsstätte“, heißt auf der Website zum Schloss. So wurde die gesamte Schlossanlage im Juli 1988 auch unter Denkmalschutz gestellt.

Das Schloss Berge hat in Gelsenkirchen übrigens eine gute Lage. Gut ein Kilometer vom Schloss entfernt liegt die Halde Rungenberg, die eine brennende Halde ist. Direkt um die Ecke ist auch die Veltins Arena und eine Straße, die im Dunkeln blau leuchtet. (ebu)

Rubriklistenbild: © Hans Blossey/imago

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