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Vom Flugzeug zu sehen: Deswegen leuchtet Gelsenkirchen im Dunkeln blau

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Ein Stadtteil von Gelsenkirchen leuchtet im Dunkeln. Für die Menschen im Schalke hat die Lichtinstallation eine besondere Bedeutung.

Gelsenkirchen — In Gelsenkirchen ist Blau mehr als eine Farbe. Das liegt vor allem am FC Schalke 04, dessen Mannschaftsfarbe blau ist. Auch das Stadtwappen ist in Blau gehalten. Deswegen leuchtet die Stadt in NRW auf einem Abschnitt von etwa drei Kilometern auch in der Nacht in eben dieser Farbe. Die Lichtinstallation „Blaues Band“ soll sogar vom Flugzeug aus zu sehen sein. Doch für die Menschen in Gelsenkirchen hat diese ungewöhnliche Sehenswürdigkeit noch eine andere Bedeutung.

Gelsenkirchen: „Blaues Band“ leuchtet im Dunkeln

Alles begann mit einem Schwamm-Relief. Und zwar mit dem Schwamm-Relief im Gelsenkirchener Musiktheater, das der französische Künstler Yes Klein zwischen 1957 und 1959 fertigstellte. Die Schwämme an den Wänden dort sind nämlich in „IKB 191 – International Klein Blue“ gehalten. Ein tiefes, kräftiges Blau, das dem Königsblau der Schalke-Fans gefallen dürfte.

Die Lichtinstallation „Blaues Band“ verbindet den Norden und Süden von Gelsenkirchen-Schalke

Diese Farbe inspirierte die unabhängige Stiftung Schalker Markt nämlich dazu, den Norden und den Süden von Schalke mit einem blauen Band aus Licht zu verbinden. Die Lichtinstallation sei dabei nicht nur ein neues Wahrzeichen für Schalke, schreibt Oliver Kruschinski, Vorstandssprecher der Stiftung, in einer Pressemitteilung, „sondern es verbindet alle Menschen miteinander, die wieder Mut und Zuversicht mit für eine bessere Zukunft gewinnen sollen.“

Lichtinstallation in Gelsenkirchen verbindet zwei Pole in Schalke

Der erste Abschnitt von „Blaues Band“ wurde im Dezember 2019 eingeweiht. Seit April reicht die Lichtinstallation von der Emscher und der Kampfbahn Glückauf im Schalker Norden bis zum Musiktheater im Schalker Süden. Damit sollen die beiden „Schalker Pole“ verbunden werden: die renaturierte, blaue Emscher im und das blaue Schwamm-Relief im als Kunstinstallation im Musiktheater.

Das „Blaue Band“ in Gelsenkirchen

► Das „Blaue Band“ ist eine Lichtinstallation zwischen Kampfbahn Glückauf und Musiktheater in Gelsenkirchen.

► Soll sinnbildlich den Norden und Süden des Stadtteils Schalke verbinden.

► Mehr als 160 LED-Lampen leuchten dazu im Dunkeln.

► Die Straßenlaternen sind an den äußeren Rändern blau, leuchten unten aber weiß.

►Unweit des Musiktheaters, wo das „Blaue Band“ beginnt, liegt ein Geistertunnel, der heute nicht mehr genutzt wird.

►In Gelsenkirchen gibt es einige kuriose Orte und Kunstinstallation: So gibt es einen schwebenden Stein in der Innenstadt, ein Kunstwerk, das mit Stacheldraht gesichert ist und eine brennende Halde.

Dazu verbinden mehr als 160 LED-Leuchten, die eigens für das Projekt angefertigt wurden, als Straßenlampen die beiden Punkte im Gelsenkirchener Stadtteil. Dabei sind die Leuchten außen mit blauem Material verkleidet, leuchten nach unten auf die Straße hin aber weiß. Blick man im Dunkeln dann auf die Nord-Süd-Achse an der Kurt-Schumacher-Straße, erzeugt die Lichtinstallation den Eindruck eines blauen Bandes aus Lichtern, das über der Straße steht. Die Kosten von rund 200.000 Euro wurden von der Stiftung und durch Spenden etwa von der Stadt oder dem Schalker Sportpark zusammengetragen.

Wie die Stiftung Schalker Markt mitteilt, sollen von der Kunstinstallation Aufbruchstimmung und Mut ausgehen. Es entstehe eine einzigartige Atmosphäre, die den Menschen in Schalke eine Botschaft vermitteln soll: „Hier tut sich was, hier wird angepackt.“ Zeitgleich gebe das Leuchtband auch Orientierung. Laut Mitteilung gibt es Überlegungen, das „Blaue Band“ auch bis zur Schalke Arena zu erweitern. Doch noch fehlen dafür die finanziellen Mittel. (ebu)

Rubriklistenbild: © Jochen Eckel/imago

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