Gelsenkirchen

Kontrollen decken auf: Menschen wohnen in geschlossener Arztpraxis

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In Gelsenkirchen überprüft ein Spezialteam immer wieder sogenannte Problemimmobilien. Diesmal wurden Wohnungen in einer alten Arztpraxis entdeckt.

Gelsenkirchen – Schimmel in den Zimmern, lebensgefährliche Anbauten und nicht selten Kakerlakenbefall – ein Spezialteam aus Gelsenkirchen überprüft regelmäßig auffällige Gebäude und Wohnungen. Dabei kontrolliert ein Team, das sich aus Mitarbeitern verschiedener Behörden zusammensetzt, wie in den Wohnungen gelebt wird und ob es dort Verstöße gibt. Bei der letzten Kontrolle wurden dabei Schwangere und Kleinkinder in Müllwohnungen entdeckt. Sogenannte Problemimmobilien, wo Menschen unter gefährlichen Bedingungen leben, gibt es in Gelsenkirchen einige. Jetzt entdeckten die Behörden bei einer Kontrolle sogar illegale Wohnungen in einer alten Arztpraxis.

Spezialteam kontrolliert Häuser in Gelsenkirchen

Es ist Donnerstag, der 21. März, als das sogenannte Interventionsteam EU Ost aus Gelsenkirchen (NRW) wieder Kontrollen durchführt. Diesmal sind es nach Informationen der Stadt insgesamt 25 Wohnungen – in der Ückendorfer Straße, der Küppersbuschstraße und der Kurt-Schumacher-Straße.

So entstand das Interventionsteam EU Ost in Gelsenkirchen

► Geschaffen wurde das Interventionsteam EU Ost in Folge der verstärkten Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien nach Gelsenkirchen, die im Rahmen der EU-Osterweiterungen im Jahr 2007 stattfand.

► Das Team kontrolliert seit Jahren Wohnungen, sogenannte Schrotthäuser und deren Bewohner unter anderem auf Verstöße gegen das Melderecht, den Verdacht auf den Missbrauch von Sozialleistungen oder auf Verstöße gegen das Verkehrsrecht.

► Dabei arbeiten das Ordnungsamt, Vertreter der Stadt, der Verkehrsüberwachungsdienst, Menschen von der Baubehörde und dem Jobcenter, die Polizei und Vertreter von der Emscher-Lippe-Energie zusammen, um auf die Verstöße vor Ort direkt reagieren zu können.

Wie immer waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Kommunalen Ordnungsdienst, von der Verkehrsüberwachung, der Stadtplanung, der Bauordnung und vom Jobcenter Gelsenkirchen mit dabei. Wie die Stadt mitteilt, gab es diesmal Unterstützung durch Mitarbeiter vom Arbeitskreis „Gemeinsam für Ordnung und Sicherheit“. Man vermutete nämlich, dass es in den Häusern auch illegales Gewerbe gebe, berichtet die Stadt.

Im Ruhrgebiet gibt es einige Problemimmobilien. (Symbolbild)

Solche Kontrollen finden häufiger statt, zuletzt wurden dabei auch in Supermärkten hygienische Mängel aufgedeckt. Auch dieses Mal entdeckten die Behörden einige Verstöße. So wurden insgesamt acht Menschen von Amts wegen abgemeldet, da sie zwar an den entsprechenden Adressen gemeldet waren, sich dort aber nicht aufhielten.

Schwarzen Schimmel, Schäden durch Feuchtigkeit und Mängel im Treppenhaus entdeckte das Spezialteam nach Informationen der Stadt im Gebäude an der Ückendorfer Straße. Fünf Wohnungen dürfen dort außerdem nicht länger benutzt werden. Ein Anbau, den das Team im Hinterhof des Gebäudes feststellte, muss abgerissen werden. Bei manchen Bewohnern des Hauses bestehe zudem der Verdacht auf Schwarzarbeit und Leistungsmissbrauch, berichtet die Stadt. „Entsprechende Untersuchungen sind eingeleitet worden.“

Spezialteam macht irre Entdeckung: Menschen leben in alter Arztpraxis

An der Küppersbuschstraße wurde eine illegale Wohnung auf dem Dachgeschoss entdeckt und gesperrt. Auch dort entdeckten die Behörden Schimmelbefall. Das Dach eines Anbaus wurde dort nach Einschätzung der Behörden illegalerweise als Terrasse genutzt. „Es wurde ein bauordnungsrechtliches Verfahren eingeleitet, wonach die Balkontüren durch normale Fenster zu ersetzen sind“, berichtet die Stadt

Ein ähnliches Bild zeigte sich wohl auch im Gebäude an der Kurt-Schumacher-Straße. Dort habe es „zahlreiche ungenehmigte Veränderungen“ gegeben. So hatten auch dort Menschen etwa illegal im Dachgeschoss gewohnt. Sogar die Räume einer ehemaligen Arztpraxis hatten die Menschen als Wohnraum genutzt. Dort fanden die Behörden zwei Wohnungen. Eine illegale Wohnung, die mit dem Anbau im Innenhof zusammengelegt wurde, darf nun außerdem nicht benutzt werden.

Bei den Kontrollen beschäftigten das Team auch andere Vergehen der Verkehrssicherheit. So wurden diesmal sieben Fahrzeuge abgeschleppt und unter anderem ein Auto sichergestellt, weil der Versicherungsschutz fehlte. (ebu)

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/imago

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