- VonFrank Osiewaczschließen
Die Erneuerung der Innenstadt von Hamm kommt nicht wirklich voran. An zwei prominenten Orten herrscht Stillstand statt Baufieber. Der aktuelle Stand.
Hamm – Während es an anderer Stelle in der Innenstadt – beispielsweise mit dem studentischen Wohnen an der Neuen Bahnhofstraße – sichtbar in die Höhe geht, bestimmt an anderer Stelle der Status quo das Bild. An der Ritterstraße 40 (Baulücke) und in der Weststraße 36 (Ex-Mayersche und Impfzentrum) wird es in naher Zukunft noch keine Bautätigkeit geben.
Für beide Standorte, die von der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) erworben worden waren und mit Investoren entwickelt werden sollen, sind zwar Vergabeverfahren gelaufen, zu einer baureifen Planung haben sie aber bisher nicht geführt. Das teilte SEG-Geschäftsführer Martin Zerle jetzt auf Nachfrage unserer Zeitung mit.
Etwas näher dran ist demnach die Ritterstraße, die zurzeit mit einem Transparent eines Luftbilds der Lippeauen aufgehübscht wird. Hier sei eine Planung erarbeitet worden, und auch im Nachgang hätten sich noch Interessenten gefunden. Gespräche liefen, ohne bisher zu einem Ergebnis gekommen zu sein. „Das Transparent soll natürlich nicht zur Dauerlösung werden“, sagte Zerle.
Ursprünglich war von städtischer Seite ein medizinischer Standort favorisiert worden, das sei aber nicht zwingend die Vorgabe, so der SEG-Chef.
Leer stehende Ladenlokale sollen nicht trostlos bleiben
Wenig Fortschritt herrscht in der Weststraße 36. Die SEG hatte sich das „Rödinghaus“ gesichert, um Stadtentwicklung in städtischem Sinne zu ermöglichen. Einen Investor, der das Projekt inklusive Neubau zur Ritterstraße, Teilabriss des Bestandsgebäudes und Verbreiterung der Rödinghauser Straße umsetzen möchte, gibt es bisher nicht. Zuletzt hatte ein Telefonie-Anbieter sein Ladenlokal mit Fensterfront zur Rödinghauser Straße verlassen. Als Erdgeschoss-Mieter verblieben ist ein Modegeschäft.
Die leer stehenden Ladenlokale sollen nicht so trostlos bleiben, wie sie sich jetzt präsentieren. Das kündigte Zerle an. Als Option kämen beispielsweise gewerbliche Mietverträge mit kürzerer Laufzeit in Frage oder auch Nutzungen anderer Art.
Baulich soll die Fläche des Handy-Ladens verschwinden und der Rödinghauser Straße als Verbreiterung zugeschlagen werden. Dies ist Teil des Gesamtkonzepts einer besseren Anbindung von Allee-Center, dem kommendem „B-tween“ (die bisherige Ritterpassage) zur Weststraße. Bekanntlich sei die Zurückhaltung in der Baubranche aktuell groß, sagte Zerle. Die Weststraße erfordere Investition in Bestand und Neubau zugleich.
Vor allem in der westlichen Weststraße hat sich die Leerstand-Situation zuletzt zugespitzt.