- VonFrank Osiewaczschließen
Nach über einem Jahr Stillstand auf der Baustelle an der ehemaligen Ritterpassage in Hamm soll es mit Bautätigkeiten für das neue „B-tween“ im zweiten Quartal 2024 weitergehen.
Hamm – Nach dem einschneidenden Wechsel des Architekturbüros 2023 seien die planerischen Vorbereitungen für das B-tween in Hamm nun „auf der Zielgeraden“. Das kündigte Projektleiterin Anna Funke von Fokus Development (Duisburg) im Gespräch mit unserer Zeitung an.
„Natürlich bedeutete der Wechsel zunächst eine große Rückwärtsschleife. Das hat Zeit gekostet“, sagte Funke. „Das Ergebnis ist aber ein besseres und ein genehmigungsfähiges.“ Sie gehe davon aus, dass baureife Unterlagen im ersten Halbjahr bei der Stadt eingereicht würden.
Erst kürzlich im Januar seien die neuen Entwürfe – bekanntlich beinhalten sie auch eine neue Fassadengestaltung – dem Gestaltungsbeirat der Stadt Hamm in einer sehr angenehmen, konstruktiven Runde vorgestellt worden. Daraus seien einige Anregungen zu Details hervorgegangen, die nun eingearbeitet werden sollten. Es habe sich aber nicht um grundsätzliche Veränderungen am Gesamtentwurf gehandelt. Alle Anregungen seien problemlos umsetzbar. Nach einem weiteren Termin wolle Fokus dann mit der Fassadengestaltung an die Öffentlichkeit gehen.
Gesamtkonzept trotz Korrekturen unverändert
„Dem Termin wollen wir nicht vorgreifen“, so Funke. Die Darstellung einer Außenfassade, wie sie auf der Homepage von Fokus Development zu sehen ist, sei daher bewusst diffus gehalten. So viel verriet Funke dennoch: Es bleibe bei einer Klinkerfassade. Diese korrespondiere mit dem Umfeld. „Die Gestaltung und das Material werden Aussagekraft haben, aber gleichzeitig auch zurückhaltend sein“, sagte Funke.
Zwar habe mit dem Architektenwechsel (das Projekt liegt jetzt beim Büro „aib“ in Duisburg) vieles „korrigiert“ werden müssen, doch am Gesamtkonzept mit dem Schwerpunkt Wohnen in den oberen Stockwerken und gewerblicher Nutzung im Erdgeschoss habe sich nichts verändert. Just in dieser Woche habe man sich mit einem Generalunternehmer geeinigt, der das rund 40 Millionen Euro schwere Projekt umsetzen soll.
Nutzung der Tiefgarage auch für Nicht-Anwohner
Neu – zumindest für die Öffentlichkeit – ist die Möglichkeit, die Tiefgarage auch als Nicht-Anwohner für einen Innenstadtbesuch nutzen zu können. Die Einfahrt wird an der Brauereistraße (ehemals „kleine Ritterstraße“) sein.
Entschieden ist laut Funke auch die Frage, die Rödinghauser Straße im Bereich des „B-tween“ als Durchgang und Fußgängerzone zwischen Allee-Center und Weststraße nachts nicht zu verschließen. Da es sich in diesem Bereich um privaten Grund handelt, stand die Frage zumindest im Raum. „Die Rödinghauser Straße war historisch immer eine Durchgangsstraße“, so Funke. „Das soll auch künftig so sein. „Sie wird wie eine Fußgängerzone wirken. Es gibt keine Tore.“ Die Laden- und Gastronomiezeile solle auch über die Öffnungszeiten des Handels hinaus durch Gastronomieangebote attraktiv und belebt bleiben.
Grundform: Es soll bei der „Donut“-Variante bleiben
An der Grundform des Gebäudekomplexes mit einem begrünten Innenhof samt Spielplatz – aufgesetzt auf den Gewerbeflächen des Erdgeschosses – ändere sich nichts. Es bleibe bei der so genannten „Donut“-Form. Die Dächer würden begrünt, das Gebäude werde ans Fernwärmenetz angeschlossen und entspreche dem KfW-Standard 40EE (Anteil erneuerbarer Energien von mindestens 55 Prozent des für die Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes erforderlichen Energiebedarfs).
Die Kampfmittelsondierung erfolge aller Voraussicht nach durch das mit den Tiefbauarbeiten beauftragte Bauunternehmen. Die archäologischen Untersuchungen erfolgten baubegleitend. Mit der Vermarktung der rund 130 Mietwohnungen wolle man beginnen, „nachdem schon etwas gebaut ist“. Möglicherweise werde man eine Musterwohnung zeigen.
Funke lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt und die enge Begleitung des Vorhabens.
Gestaltungsbeirat
Der Gestaltungsbeirat wird in den Beratungs- und Beurteilungsprozess für Bauvorhaben in der Stadt Hamm eingeschaltet, die für das Stadtbild und die Qualität der Architektur von Bedeutung sind. Er hat beratende Funktion und ist durch den Stadtbaurat, externe Fachleute und Vertreter politischer Gremien besetzt (sechs stimmberechtigte Mitglieder). Der Beirat tagt sechs Mal pro Jahr.