Ina Brandes (CDU, l-r), Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident des Landes NRW, und Angela Erwin (CDU), bei der Wahlparty der Partei in Düsseldorf.
„Demokraten wissen, was zu tun ist“: CDU und SPD wollen bei Stichwahl zusammenarbeiten
Auch in Duisburg muss der amtierende Oberbürgermeister Sören Link (SPD) in die Stichwahl. Mit 46 Prozent der Stimmen liegt er zwar deutlich vor dem AfD-Kandidaten Carsten Groß (19,7 Prozent), konnte aber keine absolute Mehrheit erringen. In Hagen wiederum wird der CDU-Kandidat Dennis Rehbein (25,1 Prozent) gegen Michael Eiche von der AfD (21,2 Prozent) antreten.
Diese Entwicklung hat bei den etablierten Parteien Besorgnis ausgelöst. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und die SPD-Landesparteichefin Sarah Philipp kündigten noch am Wahlabend an, dass sich CDU und SPD in den Stichwahlen gegenseitig gegen die AfD-Kandidaten unterstützen werden. „Wenn jemand von der AfD in der Stichwahl ist und jemand von einer demokratischen Partei, dann wissen Demokraten, was zu tun ist“, erklärte Wüst im WDR. Der Aufstieg der AfD, insbesondere in ehemaligen SPD-Hochburgen wie Gelsenkirchen, stellt die etablierten Parteien vor neue Herausforderungen.
Reaktionen auf Kommunalwahl in NRW – Wüst: „Dieses Ergebnis muss uns zu denken geben“
Politikwissenschaftler sehen in den Wahlergebnissen ein Zeichen für wachsende Unzufriedenheit in Teilen der Bevölkerung. Oliver Lembcke von der Universität Bochum erklärt: „Glaubwürdigkeit und Kompetenz besitzt die AfD in den Augen der Bürger im Bereich von Migration und Integration.“ Dies sei ein Thema, das auch auf lokaler Ebene an Bedeutung gewonnen habe.
Stichwahl-Krimi steht bevor: Ernste Herausforderung für etablierten Parteien
Die Stichwahlen am 28. September werden nun mit Spannung erwartet. Sie werden zeigen, ob die AfD ihren Erfolg in konkrete Machtpositionen umsetzen kann oder ob die Strategie der demokratischen Parteien, gemeinsam gegen AfD-Kandidaten vorzugehen, Früchte trägt.
Während die AfD Zugewinne verzeichnete, mussten die Grünen erhebliche Verluste hinnehmen. Sie fielen von 20 Prozent bei der letzten Kommunalwahl auf nun 13,5 Prozent und landeten damit hinter der AfD. Die Grünen-Landesvorsitzenden Yazgülü Zeybek und Tim Achtermeyer führten dies auf den „Gegenwind“ für Zukunftsthemen zurück. Trotz der Verluste konnten die Grünen in sechs NRW-Kommunen den ersten Wahlgang gewinnen, wenn auch ohne Mehrheit, darunter in ihren Hochburgen Köln und Münster. In Köln erzielte zudem die Linke mit 10,8 Prozent ihr bestes Zweitstimmen-Ergebnis .
Für die etablierten Parteien, insbesondere SPD und CDU, bedeuten diese Wahlergebnisse eine ernsthafte Herausforderung. Sie müssen nun Wege finden, verlorene Wähler zurückzugewinnen und gleichzeitig dem Aufstieg der AfD entgegenzuwirken. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie sie diese schwierige Aufgabe angehen und welche langfristigen Auswirkungen die Kommunalwahlen 2025 auf die politische Landschaft in Nordrhein-Westfalen und möglicherweise darüber hinaus haben werden. (dpa/hde)