VonDaniel Schröderschließen
Wieder einmal wurde Soest von einem Unwetter getroffen. Die Fakten sprechen für sich – der Klimawandel macht sich immer stärker bemerkbar. Ein Kommentar.
Erneut wurden Stadt und Kreis Soest von einem sogenannten Extremwetter-Ereignis heimgesucht. Doch was bedeutet eigentlich extrem, wenn Starkregen und Überschwemmungen mittlerweile zum Sommer gehören wie Bäume-entwurzelnde und Dächer-abdeckende Stürme zu Herbst und Winter? Das Extreme wird immer mehr zur Normalität.
Wirklich überraschen können nur noch Dinge, die es in ihrer Dimension zuvor noch nicht bei uns gegeben hat – wie der Lippstädter Tornado 2021. Die Feuerwehren betonen nicht ohne Grund, dass sie den Klimawandel an der Entwicklung ihrer Einsätze ablesen können. Laut Kreisbrandmeister Wienecke rückten sie zwischen 2000 und 2010 kreisweit zu sieben „Extremwetter-Ereignissen“ aus. Zwischen 2011 und heute waren es schon 33. Wer den Klimawandel jetzt noch ernsthaft leugnet, darf beim nächsten Mal gerne beim Sandsäcke-Schleppen in Hattrop helfen, um sich vom Gegenteil zu überzeugen.
Wir können wieder einmal froh sein, dass es bei uns keine Verletzten oder gar Tote gab. Offenbar hat sich die Bevölkerung an das Extreme gewöhnt, ist sich der Gefahren bewusst und verhält sich (größtenteils) entsprechend.
Das sollten aber auch diejenigen im Hinterkopf haben, die Unwetter-Warnungen in die Welt schicken. Wenn der Deutsche Wetterdienst an einem langen Starkregentag für jede noch so kleine Entwicklung eine Extra-Meldung raushaut und die Handys der Menschen mit den immer gleichen Informationen flutet, können die wichtigen Warnungen vor echter Gefahr für Leib und Leben am Ende untergehen.
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