Wegen Personalmangel

KVB streicht Fahrplan zusammen – bei diesen Stadtbahnlinien gibt es Einschränkungen

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Die KVB hat mit massiven Personalproblemen zu kämpfen, die regelmäßig zu Ausfällen führen. Um dies zu verhindern, wird der Stadtbahnverkehr reduziert.

Köln – Ich Köln reiht sich derzeit ein KVB-Projekt an das nächste – jeweils mit entsprechenden Folgen. Wegen Arbeiten in der Südstadt gab es zuletzt wochenlange Einschränkungen bei vier Stadtbahnlinien. Zudem wurde auch die KVB-Linie 16 im Oktober lange getrennt. Auch wenn diese Baustellen zu Ende gehen, ist für Bus- und Bahnreisende vorerst keine Entlastung in Sicht. Ganz im Gegenteil: „Angesichts der nach wie vor sehr angespannten Personal- und Fahrzeugsituation werden die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) ab dem 16. November 2024 ihr Angebot auf einigen Stadtbahn-Linien anpassen“, teilte das Verkehrsunternehmen am Donnerstag (24. Oktober) mit. Der Fahrplan bei den betroffenen Linien wird auf unbestimmte Zeit teils stark reduziert.

Wegen Personalmangel: Diese KVB-Linien sind von den Fahrplan-Einschränkungen betroffen

Bei der KVB-Linien 1 werden durch die Fahrplan-Kürzungen einige Fahrten wegfallen. (IDZRNRW-Montage)
  • KVB-Linie 1: Die morgendlichen Verstärkerfahrten, die einen 5-Minuten-Takt sicherstellen, werden auf die Strecke Brück-Moltkestraße verkürzt. Bislang fahren diese Bahnen zwischen Refrath und Junkersdorf. Im stark ausgelasteten Bereich des Bahnhofs Deutz bleibt es damit beim 5-Minuten-Takt. Zur besseren Abwicklung des Schülerverkehrs werden dafür zwei Fahrten der Buslinie 173 zwischen „Weiden Lübecker Straße“ und „Universitätsstraße“ vorzeitig wieder in Betrieb genommen.
  • KVB-Linie 13: Im Abendverkehr (ab ca. 20 Uhr), am frühen Samstagmorgen sowie sonntags fahren die Bahnen in einem 30-Minuten-Takt statt im 15-Minuten-Takt. Am Samstag wird statt eines 10-Minuten-Taktes dann ein 20-Minuten-Takt angeboten.
  • KVB-Linie 14: Montags bis freitags verkehrt die während der Bauarbeiten auf der Mülheimer Brücke eingesetzte Linie 14 in der nachfragestarken Zeit zwischen 5.30 Uhr und 9 Uhr sowie zwischen 13 Uhr und 20 Uhr. Samstags und sonntags entfällt die Linie 14. Wegen der angespannten Personalsituation fahren die Bahnen schon jetzt nicht am Wochenende.
  • KVB-Linie 17: Im Abendverkehr, am frühen Samstagmorgen sowie sonntags fahren die Bahnen im 30- statt im 15-Minuten-Takt. Samstags bleibt im Tagesverkehr der 20-Minuten-Takt erhalten.
  • KVB-Linie 19: Die Bahnen fahren während der Trennung der Mülheimer Brücke aktuell nur in der morgendlichen Hauptverkehrszeit bis 9 Uhr und verdichten mit Einzelwagen die Ringstrecke und die Luxemburger Straße. Diese Fahrten entfallen künftig. Auf der Luxemburger Straße (Linie 18) bleibt es dann bei einem 10-Minuten-Takt und auf der Ringstrecke (Linien 12 und 15) bei einem 5-Minuten-Takt.
  • Hinweis: Stand vom 25. Oktober 2024; Quelle: KVB

„Keine andere Wahl“: So erklärt die KVB die plötzlichen Fahrplan-Kürzungen

In der Mitteilung der KVB erläutert die Vorstandsvorsitzende Stefanie Haaks, wie es jetzt zu der drastischen Fahrplan-Entscheidung kam. „ [...] Uns blieb angesichts der Vielzahl ungeplanter Fahrtausfälle in den letzten Wochen keine andere Wahl, um die zunehmend kritischere Betriebssituation so gut es geht zu stabilisieren“, so die KVB-Chefin. Sprich: Durch fehlendes Personal sowie teils mangelnde Fahrzeuge, fallen seit geraumer Zeit immer wieder geplante Fahrten plötzlich aus. Das ist mittlerweile so viel geworden, dass man sich nun entscheidet, den Fahrplan generell anzupassen. So sollen Kundinnen und Kunden ihre Fahrten zumindest besser und verlässlicher planen können.

Stadtbahn-Kürzungen gelten mindestens bis Frühjahr 2025 – erst dann kommt großer Fahrplanwechsel

Aktuell ist noch offen, wann sich die Situation und somit die Fahrpläne der KVB wieder verbessern soll. „Wir können derzeit keine seriöse Prognose abgeben, wann sich die Personal- und die Fahrzeugsituation so weit stabilisiert haben, dass wir unser Angebot wieder ausbauen können. Wir werden also auf Sicht fahren müssen“, sagt KVB-Vorstandsvorsitzende Haaks.

Die Fahrplan-Änderungen gelten zunächst aber bis zum Ende der Arbeiten auf der Mülheimer Brücke – also voraussichtlich Ende März 2025. Dann soll es auch erst den nächsten Fahrplanwechsel geben. Dieser findet eigentlich immer im Dezember statt, wird nun aber aufs Frühjahr verschoben. Laut der KVB, um den Fahrgästen nicht mehrere Änderungen zuzumuten.  

Dauerproblem Personalmangel: KVB sucht neue Bus- und Bahnfahrer, aber findet zu wenig

Die KVB hat bereits seit Jahren mit dem Personalmangel zu kämpfen. Wie bei vielen anderen Unternehmen ist zudem die Nachfrage nach Teilzeitarbeit und der Krankenstand zuletzt angestiegen. Das ist vor allem deshalb ein Problem, weil die KVB nicht genügend neue Bahnfahrer hat. „Wir müssen feststellen, dass trotz unserer breit angelegten Recruiting-Kampagne und einer Aufstockung der Fahrschulkapazitäten der Personalaufbau im Stadtbahnbereich nicht so gelingt, wie wir es uns wünschen“, sagt Stefanie Haaks.

Wohl ein Grund, wieso schwer neue Personal gefunden werden kann: die Belastung für die Fahrer und Fahrerinnen. Diese sei zuletzt „erheblich“ gestiegen, so die KVB. Haaks betont, dass auch der reduzierte Fahrplan noch eine „Herausforderung“ für die Mitarbeitenden darstelle, viele seien an ihrer Belastungsgrenze angelangt.

Die KVB will deshalb die Anwerbung neuer Bus- und Bahnfahrer weiter ankurbeln. Für 2025 sind unter anderem im Busbereich sechs Fahrschulen mit 128 Ausbildungsplätzen geplant. Bei der Stadtbahn wird derweil die Kapazität von aktuell 120 auf 180 aufgestockt. Auch das Fahrzeug-Konzept soll überarbeitet werden, da neue Busse und Bahnen derzeit mit deutlich später geliefert werden. Durch dadurch notwendig Wartungsarbeiten alter Fahrzeuge fallen diese oft monatelang weg. (os)

Rubriklistenbild: © Benjamin Horn/Imago & Jochen Tack/Imago

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