VonEva Burghardtschließen
In Herne werden baufällige Problemimmobilien saniert und in Wohnraum umgewandelt. Über 200 neue Wohnungen sollen so entstehen.
Herne – Sich in diesen Wohnungen aufzuhalten, bedeutete Lebensgefahr. Zumindest hatte das die Stadt Herne in NRW im Dezember 2022 so beschlossen. Seitdem wurden einige Wohnungen an der Emscher Straße für unbewohnbar erklärt. Im Ruhrgebiet, etwa in Gelsenkirchen, gibt es einige sogenannter „Problemimmobilien“, wo Menschen teils unter prekären Zuständen in baufälligen Immobilien leben. Solch ein Wohnblock in Herne wird jetzt saniert – dort sollen bald mehr als 200 Wohnungen entstehen. Auch im Stadtteil Eickel in Herne gibt es immer wieder Beschwerden über sogenannte Problemimmobilien.
Problemimmobilien in Herne werden saniert – neue Wohnungen entstehen
Immer wieder hatte es in den vergangenen Jahren Kontrollaktionen an der Emscherstraße gegeben, hieß es seitens der Stadt jetzt bei der Vorstellung zu den Sanierungsplänen. Dabei seien immer wieder „lebensgefährliche Mängel“ festgestellt worden, die letztendlich dazu geführt hatten, dass Teile der Gebäude für unbewohnbar erklärt wurden. Unter anderem war Wasser in die Elektroinstallation dort hinein gelaufen.
Wie drastisch die Mängel sein müssen, zeigt sich auch, bei den Sanierungsmaßnahmen, die dort jetzt ergriffen werden. Dabei geht es um „massive Wasser-, Brand- und Vandalismusschäden“, wie die Stadt berichtet. Der Eigentümer der Häuser hat jetzt einen Renovierungsservice beauftragt, der Anfang Januar mit den Arbeiten begonnen hat.
Problemimmobilien an der Emscherstraße
►Was? Eigentümer eines Wohnblocks sogenannter Problemimmobilien lässt diese jetzt sanieren.
►Wo? Emscherstraße, Richtung Hammerschmidtstraße in Herne
►Wie? Renovierungsfirma beseitigt schwere Mängel und saniert die Wohnungen von Grund auf
►Was entsteht? 244 neue Wohnungen auf einer Gesamtwohnfläche von 13.000 Quadratmetern
►Wann? Die ersten Wohnungen sollen im Sommer 2024 bezugsfertig sein, weitere 100 zum Ende des Jahres. Im Sommer 2025 sollen die Arbeiten dann abgeschlossen sein.
(Quelle: Stadt Herne)
So sollen an der Emscherstraße in Herne bis zum Sommer 2025 in den Gebäuden rund 224 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 13.000 Quadratmetern entstehen. Neben der Beseitigung der Schäden werden die Bäder erneuert, die Aufzüge instand gesetzt, die elektrischen Anlagen erneuert und das Bauwerk an die aktuellen Standards des Brandschutzes angepasst, wie die Stadt berichtet.
Erste Wohnungen sollen im Sommer 2024 bezugsfertig sein
Bürgermeister Dr. Frank Dudda schreibt auf Facebook: „Endlich kommt die Sanierung im Bestand.“ Dadurch entstehe wichtiger Wohnraum an einer zentralen Stelle, „und eine Problemimmobilie verschwindet.“ Erst Ende Dezember hatte die Stadt Herne den Problemimmobilien dort den Kampf angesagt und beschlossen, dafür ein eigenes Konzept zu entwickeln.
In einer Bekanntgabe der Stadt heißt es nun, dass die ersten Wohnungen an der Emscherstraße bereits im Juni 2024 bezugsfertig sein sollen. Ende des Jahres dann weitere 100. Konkret geht es dabei um die Gebäude an der Emscherstraße in Richtung Hammerschmidtstraße, die ohnehin schon nicht mehr bewohnt wurden.
Stephanie Jordan ist Stadträtin in Herne und unter anderem für die Wohnungsaufsicht zuständig. Die Stadt begrüße die Sanierung, sagte sie jetzt in einem Pressegespräch. „Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder mit den sich stetig verschlechternden Zuständen für die Mieter dort zu tun gehabt.“ Weiter hieß es, dass sich die Situation der Mieter mit jedem Eigentümerwechsel nur noch verschärft hatte. (ebu)
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