Fußweg wegen Rodungsarbeiten gesperrt/ Neue Steine für Lennebrücke

Lennebrücke voll gesperrt: Trotzdem Startschuss für Radwegebau

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Jetzt? Die Bürger können es kaum glauben: Rodungsarbeiten für den Bau des Radweges.
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Von einem Verkehrs-Dilemma zum Nächsten? Die Lennebrücke ist noch voll gesperrt, da laufen bereits die Vorbereitungen für den Bau des Radweges. Bäume werden zurzeit gefällt. Für die Rodungsarbeiten wurde am Dienstag der kleine Rad- und Fußweg zwischen ehemals Rastatt und Böhand gesperrt. Bürger mussten über die Straße laufen, was nicht ganz ungefährlich war: Autos, Busse und Baustellenfahrzeuge rauschten vorbei.

Nachrodt-Wiblingwerde – Das Entsetzen ist in Nachrodt groß: Muss jetzt wirklich ein Radweg gebaut werden? „Warum soll das merkwürdig sein?“, fragt Andreas Berg, Pressesprecher von Straßen.NRW zurück. Der Bau sei lange vor der Katastrophe der Vollsperrung fest eingeplant gewesen. Stand heute, so sagt Andreas Berg, sollen in der zweiten Jahreshälfte die Ausschreibungen auf den Markt kommen. „Das wird auch weiterhin erst einmal so verfolgt. Was die Zeit dann wirklich bringt, weiß ich aber nicht. Aber wir können jetzt nicht alle Bauprojekte in Südwestfalen stoppen. Dann kommen wir ja überhaupt nicht weiter.“
Bürgermeisterin Birgit Tupat findet es etwas grotesk: „Meine Einzelhändler sind froh, wenn hoffentlich in zwei Wochen die Brücke wieder offen ist, und dann fängt der Landesbetrieb an der nächsten Stelle an zu graben.“
Zurzeit gibt es übrigens Gespräche, wie die Verkehrsführung beim Radwegebau sein könnte. Geplant ist eine halbseitige Sperrung. Die Baustellen-Ampel soll mit der Ampel der Lennebrücke gekoppelt werden, sodass Autofahrer „in einem Rutsch“ durchkommen (könnten). Was sich einfach anhört, wird das nächste Verkehrschaos verursachen.

Gute Nachrichten zur Lennebrücke

Unterdessen gibt es gute Nachrichten zur Lennebrücke. Die „Probewürfel“, die während der Betonarbeiten an der Lennebrücke gegossen wurden, um sie in einem Labor in Münster zu untersuchen, sind in Ordnung. Straßen.NRW geht deshalb davon aus, dass die Maßnahme mit 40 Kubikmeter Beton, der unter das Fundament des beschädigten Brückenpfeilers gespritzt wurde, ein Erfolg war.
Obwohl Beton eigentlich 28 Tage zum endgültigen Aushärten benötigt, gibt es offenbar keinen Grund zur Sorge. Ein neues Video soll Klarheit bringen, wobei dafür zunächst gespült werden muss, da die Sicht nach den Arbeiten gen Null tendiert. Zudem werden noch die beschädigten Fugen mit Beton verfüllt, der dafür einen hohen Feinanteil enthalten soll.
Und sonst? Das schwer „angeschlagene“ Flussbett wird in Ordnung gebracht. Jetzt geht es am Pfeiler 3 weiter. Er war bis jetzt völlig außen vor, was viele Menschen in der Gemeinde beunruhigt. Warum sollten dort keine Schäden sein? Die riesigen Tonschiefersteine, die den Pfeiler 2 einkesselten, um die Strömung abzulenken, werden zum größten Teil verlegt, um die Strömung auf den dann reparierten Pfeiler zu lenken. „Die Wasserhaltung wird sicher ein paar Tage in Anspruch nehmen“, sagt Andreas Berg. Dass aber vorsichtshalber schon mal neuer Beton bestellt wird, um bei weiteren Schäden „Gewehr bei Fuß“ zu stehen, ist nicht der Fall. Vielleicht geht dies auch hopplahopp.

Der kleine Fußweg ist gesperrt. Die Bürger müssen zwischen ehemals Rastatt und ehemals Böhland über die Straße laufen, was nicht ungefährlich ist: Busse als auch Baustellenfahrzeuge rauschen vorbei.

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