VonJona Wiechowskischließen
Es gibt Hoffnung, dass das Brückenchaos in Nachrodt und das Verkehrschaos in der gesamten Region schon bald ein Ende haben könnte. Denn die Sanierungsarbeiten an der gesperrten B236-Brücke haben ganz aktuell begonnen.
Nachrodt-Wiblingwerde – Der Pegelstand der Lenne war niedrig genug, dass eine Woche nach der Spontan-Sperrung der Nachrodter Lennebrücke am Freitagmorgen mit den Betonarbeiten der Notsanierung begonnen werden konnte. Nach Aussagen von Straßen.NRW-Pressesprecher Andreas Berg sollen in einem Rutsch etwa 40 Kubikmeter Beton unter und um den einen betroffenen Pfeiler gepumpt werden.
Bei dem Beton handelt es sich um einen speziellen Unterwasser-Beton, der hart wird während er gepumpt wird. Eingebracht wird dieser durch mehrere Taucher. Immer drei Personen wechseln sich ab, denn das Wasser der Lenne ist lediglich fünf Grad warm. Zuletzt waren Steine in Stellung gebracht worden, um die Strömung von dem Pfeiler zu nehmen. „Sonst könnte dort nicht gearbeitet werden und die Tauche würden weggespült.“ Um den Pegel weit genug runter zu bekommen – 70 Zentimeter waren angepeilt worden – war der Ruhrverband mit im Boot.
„Punktlandung“: Pegel bei 74 Zentimetern
Aktuell beträgt der Pegelstand der Lenne an der maroden Brücke in Nachrodt 74 Zentimeter. „Das ist eine Punktlandung“, sagte Andreas Berg erfreut. Im Zuge der Sanierungsarbeiten werden neben den Pfeiler mehrere Probewürfel angefertigt, die dann nächste Woche rausgeholt werden, um zu schauen, ob der Beton auch so gehärtet ist wie geplant. Der Landesbetrieb Straßen.NRW ist gleich mit mehreren Experten vor Ort. Zur Delegation gehört unter anderem Steffen Scholz, stellvertretender Leiter der Niederlassung Südwestfalen.
Wie berichtet, war in den vergangenen Tagen schon ein Stahlkorsett am Pfeiler angebracht worden, das die Setzungsrisse zusammensetzt. Drei Taucher hatten diese kräftezehrende Arbeit abwechselnd übernommen. Im Anschluss an die Arbeiten von Freitag muss der Beton hart werden.
Zweiter Pfeiler wird in der nächsten Woche untersucht
Ebenfalls zum Beginn der nächsten Woche soll sich der zweite Pfeiler angesehen werden – dieser ist bis jetzt noch nicht kontrolliert worden.
Damit dies möglich ist, müssen allerdings erst die Steine so gelegt werden, dass die Strömung auf den dann reparierten Pfeiler gelegt wird. Ob auch an dem zweiten Pfeiler Maßnahmen nötig sind, ist bisher nicht klar. Berg: „Das müssen wir sehen.“
Taucher arbeiten im Knien
Zum Start der Arbeiten am Freitag werden zunächst die freigespülten Bereich in und unter dem Fundament des Brückenpfeilers mit Beton verfüllt. Das Ganze geschieht in einer Tiefe von rund 1,70 Metern. Die Taucher knien dafür im Lennewasser. In der kommenden Woche sollen dann auch die Risse in der Brückenkonstruktion verfüllt werden.


