Unterirdisches Ausflugsziel

Mitten in NRW verbirgt sich ein versteinertes Korallenriff – „Einmalig in Deutschland“

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Ein einzigartiges, verstecktes Korallenriff existiert in NRW. Dieses unterirdische Erlebnis führt die Besucher durch zahlreiche Gänge.

Ennepetal – Neben den bekannten Ausflugszielen in NRW gibt es auch einige besondere Orte, bei denen sich ein Ausflug lohnt. Wer sich für geheimnisvolle Höhlen und unterirdische Labyrinthe begeistert, sollte die Kluterthöhle in Ennepetal besuchen. Hier, tief unter der Erde, verbirgt sich ein uraltes, versteinertes Korallenriff. Zahlreiche Fossilien und versteinerte Korallen warten darauf, entdeckt zu werden. Und: Auch für die Gesundheit soll ein Besuch in der Höhle lohnend sein.

„Einmalig in Deutschland“: Ein versteinertes Korallenriff befindet sich in einer Höhle mitten in NRW

Die Kluterthöhle erstreckt sich über ein System von 380 Gängen mit einer Gesamtlänge von fast 5.800 Metern. Besucher erwartet eine spektakuläre Kulisse aus „unterirdischen Seen, bizarre und geheimnisvolle Gänge und Hallen und besonders die versteinerten Lebewesen eines ehemaligen Riffes“, wie es auf der Website der Kluterthöhle heißt. Besonders eindrucksvoll sind die zahlreichen Fossilien: Schwämme, Muscheln und prachtvolle Korallen, die einst Teil eines riesigen Riffs waren. Die Höhle bietet damit eine Gelegenheit, durch ein perfekt erhaltenes, versteinertes Korallenriff zu wandern. – ein Erlebnis, das es so in Deutschland kein zweites Mal geben soll. „Eine einmalige Gelegenheit, in Deutschland durch ein versteinertes Korallenriff zu wandern.“

Die rund 380 Gänge in der Kluterthöhle in Ennepetal erinnern an ein geheimnisvolles Labyrinth.

Die Kluterthöhle liegt in einer 12,5 Meter dicken Riffkalkschicht und erstreckt sich über eine Fläche von rund 450 mal 200 Metern. Über Jahrmillionen formten geologische Prozesse die weitläufigen Gänge, die zunächst komplett mit Wasser gefüllt waren. Erst durch die Hebung der Mittelgebirge und die Eintiefung der Ennepe wurde die Höhle schließlich trocken. Heute herrschen in den geheimnisvollen Tiefen konstante 10 Grad Celsius. Das Gestein der Höhle ist ganze 385 Millionen Jahre alt.

Enge Gassen, Fachwerkhäuser und tanzende Strommasten – 9 besondere Ausflugsziele im Ruhrgebiet

Der Wasserturm, in dem sich die Camera Obscura befindet, geht weit über die Baumkronen hinaus.
In Mülheim an der Ruhr gibt es die größte begehbare Kamera der Welt. Die „Camera Obscura“ befindet sich in einem alten Wasserturm. In einem Loch in der Kuppel wurden Spiegel und Objektiv installiert. Das Licht fällt dadurch auf einen runden Projektionstisch. Darauf können alle Objekte in einer Entfernung von 13 Metern bis zum Horizont scharf abgebildet werden. © UBACH/de la Riva/Imago
Der Westfalenpark Dortmund mit der Seilbahn und Blick auf den Fernsehturm.
Der Westfalenpark Dortmund ist immer ein schönes Ausflugsziel. Eine neue Perspektive gibt es mit der Seilbahn. Diese fährt einmal über den gesamten Park hinweg und bietet einen tollen Ausblick auch über Teile der Stadt. Unter anderem den Fernsehturm kann man hervorragend sehen. © Rupert Oberhäuser/Imago
Die Grimberger Sichel, eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke über den Rhein-Herne-Kanal.
Die Grimberger Sichel ist ein Highlight bei einer Radtour oder einem Spaziergang in und um Gelsenkirchen. Die Fußgänger- und Radfahrerbrücke führt in einem halbkreisförmigen Bogen über den Rhein-Herne-Kanal. Sie ist Teil der Erzbahntrasse, einer zur Fahrradroute ausgebauten, ehemaligen Bahntrasse. © blickwinkel/S. Ziese/Imago
Luftbild des Berger-Denkmals auf Hohenstein in Witten
Das Berger-Denkmal auf Hohenstein in Witten bietet einen atemberaubenden Blick auf weite Teile des Ruhrgebiets. In Erinnerung an Heinrich von Berger, der eine große Rolle für die Entwicklung der Bergbauregion Witten gespielt hat, ragt der Aussichtsturm 21 Meter in die Höhe. © Olaf Ziegler/Funke Foto Services/Imago
Altstadt Hattingen mit Blick auf die St.-Georgs-Kirche und Fachwerkhäuser.
Umrahmt von größeren Städten des Ruhrgebiets liegt Hattingen in einem Dreieck zwischen Essen, Bochum und Wuppertal. Besonders der Stadtkern ist einen Besuch wert. In den vielen kleinen Gassen kann man sich bei einem Spaziergang verlieren. Rund um die St.-Georgs-Kirche kann man viele urige Fachwerkhäuser bestaunen. Überall in der Stadt findet man zudem Infotafeln, mit Hilfe derer man die mittelalterliche Stadtgeschichte entdecken kann. © imagebroker/Imago
Das Kloster Saarn mit seinem Kräuter- und Klostergarten.
In und um das Kloster Saarn in Mülheim gibt es viel zu entdecken. Einen schönen Ausflug kann man in den Kloster- und Kräutergarten des Klosters machen. Im Inneren des Klostern gibt es ein Museum, das sich mit der Geschichte des Klosters und dem Kloster-Leben im Mittelalter beschäftigt. Auf der weitläufigen Anlage findet man gut erhaltene und restaurierte Baubestandteile, die aus dem 13. bis 19. Jahrhundert stammen. © Lars Heidrich/Funke Foto Services/Imago
Die Skulptur „Der Zauberlehrling“ in Oberhausen auf freiem Feld
Der Zauberlehrling wird nicht ohne Grund auch tanzender Strommast genannt. Denn dieser Eindruck entsteht beim Betrachten der Skulptur. Anlässlich der Emscherkunst-Ausstellung 2013 wurde die Skulptur fest installiert und ist später zudem Teil des Emscherkunstweges geworden. Ein Spaziergang lohnt sich. © Olaf Fuhrmann/Funke Foto Services/Imago
Die Aussicht vom Kaiserberg auf den Phoenixsee und die Stadt Dortmund bei Sonnenuntergang.
Der Kaiserberg in Dortmund ist ein künstlich angelegter Berg mitten in der Stadt direkt am Phoenixsee. Nicht nur auf den See hat man von oben eine tolle Aussicht. Der Blick reicht über Dortmund hinaus auf Teile des Ruhrgebiets. Bei schönem Wetter lässt sich hier perfekt der Tag ausklingen. © Jochen Tack/imago
Luftbild von Schloss Hohenlimburg in Hagen im Ruhrgebiet
Das Schloss Hohenlimburg in Hagen ist sagenumwoben. Es ist die nach eigenen Angaben einzige mittelalterliche Höhenburg in Westfalen, die weitgehend in ihrem Originalzustand erhalten ist. Vom Schloss aus hat man eine beeindruckende Aussicht auf das Lennetal. © Hans Blossey/Imago

Führung durch versteinertes Korallenriff: Action und Gesundheit

Neben der klassischen Führung, bei der Besucher auf rund einem Kilometer Spannendes über die Entstehung und Nutzung der Höhle erfahren, gibt es auch Actiontouren. Ausgestattet mit Helm und Taschenlampe geht es für Kinder, Jugendliche und Erwachsene abseits der ausgebauten Wege auf ein Höhlenabenteuer. Geklettert, gekrochen und durch enge Passagen gerobbt. Auch eine Höhlentour auf Zeit gibt es – mit dem Ziel, möglichst schnell ans Ende zu gelangen. Eine Übersicht über die verschiedenen Touren gibt es auf der Website der Kluterhöhle.

Die unterirdische Kluterthöhle ist nicht nur ein Ort für Abenteuerlustige. Auch das Thema Gesundheit spielt in der Höhle eine Rolle. Die Luft in der Höhle gilt als besonders heilkräftig. Laut den Veranstaltern bietet die Höhle anerkannte Therapiemöglichkeiten bei Atemwegserkrankungen und Allergien. So würden zahlreiche Patienten mit Post- und Long-Covid-Syndrom sowie Atemwegserkrankungen oder Allergien die Wirkung der Höhlenluft nutzen, um ihre Beschwerden zu lindern.

Seit über 100 Jahren suchen Höhlenforscher nach einer Verbindung zwischen der Kluterthöhle und der Bismarckhöhle im westlichen Klutertberg in Ennepetal. Im August letzten Jahres gelang den Forschern der Durchbruch. Ein weiteres Ausflugsziel liegt nicht weit entfernt. Die Hohensyburg in Dortmund ist mehr als eine Burgruine. Sie ist ein Zeugnis der Geschichte, das bis in die Zeit Karls des Großen zurückreicht. Heute ist die Ruine ein beliebtes Ausflugsziel.

Rubriklistenbild: ©  IMAGO/ZUMA Press Wire/Maik Boenisch

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