VonMarcel Guboffschließen
Ein bekannter Discounter hat sich nach der Insolvenz mit einem Investor geeinigt. Dennoch: 80 Filialen müssen wohl schließen. Hunderten Mitarbeitern droht die Kündigung.
Oberhausen - Die gute Nachricht vorweg. Nach der Insolvenz steht fest, dass es für Kodi weiter geht. Der Discounter mit Sitz in Oberhausen hat sich mit einem Investor geeinigt. Der Haken an der Sache: Es werden nicht alle Filialen überleben. Es gibt demnach eine Vereinbarung zur Übernahme von 150 der insgesamt 230 Filialen. Das bedeutet im Umkehrschluss aller Voraussicht nach das Aus für die restlichen Standorte – und die Kündigung für Hunderte Mitarbeiter.
Wie das Unternehmen aus NRW mitteilte, habe der Gläubigerausschuss der Übernahme durch ein Konsortium um Kodi-Gesellschafter Richard Nölle bereits grundsätzlich zugestimmt. Ein entsprechender Kaufvertrag soll in den kommenden Tagen unterzeichnet werden. In diesen 150 Filialen sind etwa 1.200 Mitarbeiter beschäftigt. Weitere Details zum Konsortium gab der insolvente Discounter nicht bekannt.
Kodi einigt sich nach Insolvenz mit Investor – 80 Filialen des Discounters müssen schließen
„Nach jetzigem Stand müssen 80 Filialen leider geschlossen werden“, teilte Kodi mit. In diesen Filialen soll für etwa zwei Monate ein Ausverkauf der vorhandenen Waren stattfinden. Rund 480 Mitarbeitern in den betroffenen Filialen sowie weiteren 40 Angestellten in der Zentrale müsse „zeitnah“ die Kündigung ausgesprochen werden. Gleichzeitig arbeiten die Kodi-Sanierer daran, viele dieser Filialen samt Mitarbeitern an andere Investoren zu übertragen, „die auch die entsprechenden Beschäftigten übernehmen“. Welche Kodi-Standorte schließen, ist offiziell noch nicht bekannt. Der Discounter verwies auf die „weiteren Verhandlungen mit den potenziellen Investoren“. Doch klar ist: Der Schwerpunkt der Filialen von Kodi liegt generell in Nordrhein-Westfalen.
Das Insolvenzverfahren wurde am 1. März eröffnet. Die Kodi Diskontläden GmbH hatte im November ein Schutzschirmverfahren beantragt, da Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung drohten. In den letzten Monaten wurden etwa zehn Kodi-Filialen geschlossen, nachdem Mietverträge ausgelaufen waren. Davon betroffen ist unter anderem die Filiale an der Alleestraße in Remscheid, schreibt der Remscheider General-Anzeiger. Laut WAZ müssen auch die beiden Oberhausener Filialen dran glauben. Noch geöffnet sind derweil die Kodi-Läden in Hamm, wo das Unternehmen aktuell zwei Filialen betreibt.
Für die übrigen Kodi-Filialen bestehen noch Chancen
Trotz der angekündigten Schließungen gibt es Hoffnung für das Unternehmen. Wie Sanierungsgeschäftsführer Raul Taras berichtet, bestehen gute Chancen, Investoren für die verbleibenden Filialen zu finden. Bereits in Duisburg habe eine Filiale demnach erfolgreich übernommen werden können, und weitere Gespräche mit Interessenten seien geplant. Die Herausforderung bleibt jedoch groß, denn der Discounter kämpft mit einem gestiegenen Konkurrenzdruck durch andere Einzelhandelsketten wie Action und Pepco sowie durch Onlineplattformen wie Temu und Shein.
So sind auch die massiven Umsatzverluste, die Kodi seit etwa einem Jahr belasten, auf den gestiegenen Konkurrenzdruck zurückzuführen. Neue Filialen von Wettbewerbern und der wachsende Einfluss von Onlineplattformen haben den Marktanteil von Kodi geschmälert. Um dem entgegenzuwirken, hatte der Discounter bereits einige Filialen im Süden Deutschlands geschlossen und an seinem Auftritt gearbeitet. Doch die Maßnahmen reichten nicht aus, um die finanzielle Schieflage zu beheben. (mg/dpa)
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