Hygiene

Neues WC auf Warsteiner Marktplatz: „Besuch“ kostet 50 Cent

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Markus Teutenberg (rechts) und Marc Kampermann freuen sich, dass die Hygiene-Station jetzt eröffnet ist. Der „Besuch“ kostet 50 Cent, mit einem „Euro Key“ ist er auf der behindertengerechten Toilette kostenfrei.
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Mit der Installation der Hygiene-Station ist ein weiterer Baustein der gesamten Marktplatz-Umgestaltung abgeschlossen worden. Was diese in Summe kostet und was jetzt noch passieren wird.

Warstein – Auf der Zielgeraden befindet sich die Umgestaltung des Warsteiner Marktplatzes. Nach Wasserspiel, Sitzmobiliar und Co. ist nun auch die neue Hygiene-Station zwischen Buswartehalle und Modehaus Cruse geöffnet. Montage und Anschluss waren bereits vor wenigen Wochen über die Bühne gegangen, jetzt kann das „stille Örtchen“, über das in der Vergangenheit aber nicht nur still diskutiert wurde, auch genutzt werden. Denn im Vorfeld der Markplatz-Umgestaltung ging es immer wieder darum, wie die Toilette aussehen könne und wo sie am besten stehen solle. Dass die WC-Anlage in der Tiefgarage keine Zukunft mehr habe, stand von Beginn an fest. Allein aufgrund der „Angstraum“-Lage und von Vandalismus-Problemen.

Die zeitliche Regelung dient vor allem für Notfälle, wenn Nutzer die Tür beispielsweise nicht mehr selbstständig öffnen können.

Marc Kampermann, Stadt Warstein

„Die neue Hygiene-Station fügt sich optisch gut ein“, sagt Markus Teutenberg, Projektleiter der gesamten Umgestaltung und „Hausmeister des Marktplatzes“. Die Station ist in einem Anthrazit-Ton gehalten, genauso wie Buswartehalle und neue Beleuchtung beispielsweise. Im hinteren Teil befindet sich der Technikraum, die Kabine für Männer und Frauen sowie die behindertengerechte Kabine inklusive Wickelraum liegen an der Südseite.

Gratis ist die öffentliche Toilette, wie sie es in der Tiefgarage war, nicht mehr. Stattdessen kostet der „Besuch“ 50 Cent – auch elektronisch zahlbar. „Das ist ein System, wie es auch in anderen Städten angewandt wird“, erklärte Marc Kampermann, zuständig für Bau und Unterhaltung städtischer Gebäude. Die Behindertentoilette lässt sich kostenfrei mit einem sogenannten „Euro Key“, einem europaweiten Schließsystem für behindertengerechte Anlagen, öffnen.

Tür öffnet sich nach 15 Minuten

Mit der Bezahlregelung soll auf der einen Seite potenziellem Vandalismus vorgebeugt werden, auf der anderen Seite soll gleichzeitig verhindert werden, dass die Toiletten als Übernachtungsmöglichkeit genutzt werden. Auf der Toilette für Männer und Frauen ertönt nach 15 Minuten ein Signal, und die Tür öffnet sich automatisch. Auf der Behindertentoilette passiert das nach 30 Minuten. Dort gibt es auch einen Notfallknopf: „Die zeitliche Regelung dient vor allem für Notfälle, wenn Nutzer die Tür beispielsweise nicht mehr selbstständig öffnen können.“

Ein Baum wurde neben der Hygiene-Station neu gepflanzt, zudem wurden drei Fahrradständer installiert.

Gereinigt wird die Hygiene-Station täglich, geöffnet ist sie 24 Stunden. „Die 50 Cent für die Nutzung fließen in die Reinigungskosten.“ Auch der Baum, der für die Hygiene-Station weichen musste, wurde weniger Meter weiter westlich neu gepflanzt. Dort wurden ebenfalls drei neue Fahrradständer installiert.

Zehn neue Blumenkübel gibt es, um die Pflege kümmert sich „Wir für Warstein“.

„Ich denke, dass wir hier auf dem Marktplatz insgesamt eine deutliche Verbesserung erreicht haben.“ Rund 570 000 Euro wird die Umgestaltung am Ende gekostet haben, 70 Prozent sind Fördermittel von Bund und Land, 30 Prozent – damit etwa 170 000 Euro – kommen aus dem städtischen Haushalt. Nach der Hygiene-Station wird am 2. Mai noch das Denkmal für das Progymnasium enthüllt – auch die Fassade mit Eingang zur Tiefgarage wird entsprechend des ehemaligen Progymnasiums umgestaltet, vor den Sommerferien wird die digitale Litfaßsäule aufgebaut und „noch vor Pfingsten zum Schützenfest“ sollen zehn neue Blumenkübel an den Treppenstufen zur St. Pankratius-Kirche aufgebaut werden – wieder im Anthrazit-Ton. Um Bepflanzung und Pflege werde sich dann „Wir für Warstein“ kümmern, erklärt Markus Teutenberg. Was aus den WC-Räumen in der Tiefgarage wird? Unklar. „Vielleicht Lagerräume“, so Teutenberg.

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