VonHannah Deckeschließen
An der Nato-Basis in Geilenkirchen wurde Drohnen-Alarm ausgelöst. Die Polizei rückte zu dem Militärflugplatz aus. Es gibt aber Entwarnung.
Update vom 9. Oktober, 20:09 Uhr: Nachdem an der Nato-Basis in Geilenkirchen am Mittwoch (8. Oktober) ein Detektionsgerät für Drohnen Alarm geschlagen hatte, war die Polizei zu dem Luftwaffenstützpunkt ausgerückt. Der Spiegel hatte am Donnerstag zuerst darüber berichtet. Nun sagte ein Nato-Sprecher auf Nachfrage von der Deutschen Presse-Agentur: „Es gab gestern hier keine Drohne.“ Das Detektionsgerät würde häufiger anschlagen. Die Militärpolizei und auch die zivile Polizei hätten jedoch nichts feststellen können. Das Gerät könne auch durch einen Vogel ausgelöst worden sei. Eine Drohne wäre länger da gewesen und hätte im Monitorbild anders ausgesehen, sagte der Sprecher. „Wir gehen davon aus, es war keine Drohne.“
[Erstmeldung] Geilenkirchen – Nachdem am Mittwoch, 8. Oktober, der NRW-Landtag in einer Aktuellen Stunde über die aktuelle Bedrohungslage und eine mögliche Abwehr von Drohnen diskutiert hatte, wurde am Abend laut eines Berichts vom Spiegel an der Nato-Basis in Geilenkirchen Alarm ausgelöst. Ein verdächtiger Flugkörper, womöglich eine Drohne, sei in den Sicherheitsbereich des Militärflugplatzes eingedrungen.
Der Spiegel beruft sich auf einen internen Behördenvermerk, ein Sprecher der Basis bestätigte am Donnerstag den Vorfall. Ein Sensorsystem habe den Flugkörper in der Flugverbotszone registriert. Eine Minute lang soll die Drohne in geringer Höhe über die Landebahn geflogen sein. Umgehend sei Alarm ausgelöst worden, die Polizei durchsuchte das Umfeld. Der Sprecher teilte mit, dass nichts festgestellt wurde. Es sei auch möglich, dass es ein Fehlalarm gewesen sei.
Drohnen-Alarm an Nato-Basis in NRW – wenige Stunden nach Landtags-Debatte
Trotzdem sei die „Erhöhung des Schutzmaßnahmen“ angeordnet worden, heißt es laut Spiegel in dem entsprechenden Vermerk. Der Militärflugplatz in Geilenkirchen ist seit 1980 eine wichtige Nato-Basis. Dort sind mehrere AWACS-Maschinen (Airborne Early Warning and Control System) stationiert, die der Luftraumaufklärung und -überwachung dienen.
Bei der Landtagsdebatte am Mittwoch hatte Christina Kampmann, innenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, mit Blick auf die Drohnen-Vorfälle in jüngster Vergangenheit von einer „Bedrohungslage in Nordrhein-Westfalen“ gesprochen. Sie forderte die Landesregierung auf, darauf zu reagieren. Innenminister Herbert Reul machte klar, dass er deutlich zwischen verschiedenen Arten von Drohnen unterscheide.
Bei Flügen kommerzieller Kleindrohnen seien oft „Spaßvögel oder irgendwelche Privatleute“ am Werk. Ganz anders bewerte er große Drohnen, bei denen vermutet wird, dass sie aus Russland gesteuert werden. Diese würden von sogenannten „Taschengeld-Agenten“ für gezielte militärische Aktionen eingesetzt. „Das ist Kriegsgerät, das ist was ganz anderes“, betonte der Innenminister. Für den Umgang mit größeren militärischen Drohnen setzt der CDU-Politiker auf bundesweite Koordination.
Mehrere belgische Medien hatten am Tag der Deutschen Einheit über eine Drohnen-Sichtung an einem Militärstützpunkt nahe der NRW-Grenze berichtet. Hiesige Bundesbehörden konnten den Vorfall nicht bestätigen, das NRW-Innenministerium ließ eine Anfrage seitens wa.de zu der möglichen Sichtung unbeantwortet.
