Sturmtief „Lambert“

Schweres Unwetter in NRW: Bahnstörungen, Flugausfälle und Erdrutsch in Gelsenkirchen

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Am Donnerstag zog ein schweres Unwetter über NRW. Mit Folgen: Allein in Duisburg hatte die Feuerwehr 420 Einsätze. In Gelsenkirchen kam es zu einem Erdrutsch.

Köln – Mit dem Sturmtief „Lambert“ erreichten teils heftige Regenfälle und Gewitter NRW. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat bereits im Vorfeld Unwetterwarnungen vor Starkregen und Gewittern herausgegeben. Zeitweise galt die höchste Warnstufe. Auch die Warnapp NINA sowie KATWARN haben zeitweise ausgelöst.

Die Feuerwehr war in ganz NRW im Dauereinsatz. Dabei ging es vor allem um vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und umgestürzte Bäume. Teilweise mussten auch Ufer mit Sandsäcken verstärkt werden.

Schweres Unwetter in NRW: Feuerwehr im Dauereinsatz

In NRW gab es ein schweres Unwetter. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz
  • In Dinslaken (Kreis Wesel) war die Polizei und Feuerwehr am Freitag mit der Sicherung des Emscherdeichs beschäftigt. Durch den Starkregen am Donnerstag kam es zu einer Erosion und der Beschädigung des Deichs.
  • In Dortmund gab es über 200 Unwettereinsätze bei der Feuerwehr. In einem Krankenhaus lief das Wasser aus der Decke. Im Bereich rund um den Nordmarkt liefen vermehrt Keller voll. An der Stadtgrenze zu Witten kam zu einem unwetterbedingten Halt einer S-Bahn auf freier Strecke. Hier unterstützen Dortmunder Einsatzkräfte bei der Evakuierung des Zuges.
  • In Duisburg gab es mindestens rund 420 Einsätzen. Dabei ging es um vollgelaufene Keller, überschwemmte Straßen und umgestürzte Bäume, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Einige Menschen seien in ihren Fahrzeugen eingeschlossen worden und hätten befreit werden müssen.
  • Der Kreis Düren berichtete von rund 200 Einsätzen aufgrund starker Regenfälle. „Meist handelte es sich um vollgelaufene Keller, Personen kamen zum Glück nicht zu Schaden“, erklärte der Kreis.
  • In Gelsenkirchen kam es zu einem Erdrutsch. Mehrere Straßen sind unbefahrbar und müssen erst wieder mit „schwerem Räumgerät“ befahrbar gemacht werden.
  • In Gladbeck war die Feuerwehr mit mehr als 70 Einsatzkräften und allen verfügbaren Fahrzeugen im Einsatz, hieß es in einer Pressemitteilung. Die Mitarbeitenden des Ingenieuramtes der Stadt Gladbeck unterstützten dabei die Einsätze durch das Abpumpen überfluteter Straßen.
  • Im Kreis Soest berichtete die Feuerwehr nach Starkregen von rund 75 Einsätze. Dabei ging es vor allem um Wasser in Kellern und überflutete Straßen. Durch den Starkregen stieg der Soestbach an und könnte über die Ufer treten.
  • In Ratingen musste die Feuerwehr insgesamt 13 sturmbedingte Einsätze abarbeiten. In den meisten Fällen handelte es sich um Wassereinsätze und umgestürzte Bäume. Die Ratinger Bäche waren kurz davor, über die Ufer zu treten und der Füllstand des Regenrückhaltebeckens an der Poststraße hatte ebenfalls die Warnpegel erreicht. Darum wurden Sicherungsmaßnahmen verschiedener, gefährdeter Gebäude in der Poststraße und am Sandbach eingeleitet. 
  • Die Deutsche Bahn sperrte aufgrund umgestürzter Bäume die Strecke Siegen–Letmathe. IC-Züge auf der Strecke Frankfurt–Siegen–Münster fielen demnach am Donnerstag aus. Möglicherweise könne die Reparatur der beschädigten Oberleitungen erst heute abgeschlossen werden.
  • Am Flughafen Düsseldorf wurde der Flugbetrieb kurzzeitig eingeschränkt und die Abfertigung der Flugzeuge unterbrochen. Mehrere Flüge seien von Airlines annulliert worden.

Schweres Unwetter in NRW: Allein in Duisburg 420 Einsätze

Allein in Duisburg hatte die Feuerwehr mindestens rund 420 Einsätzen. Dabei handele es sich um vollgelaufene Keller, überschwemmte Straßen und umgestürzte Bäume, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Einige Menschen seien in ihren Fahrzeugen eingeschlossen worden und hätten befreit werden müssen. Verletzt wurde laut dem Sprecher niemand.

Mehrere Straßen im Stadtgebiet von Duisburg waren wegen Überflutung nicht mehr befahrbar. Daher komme es zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen. Die Feuerwehr ist nach eigenen Angaben mit rund 350 Einsätzen vor Ort – das Technische Hilfswerk mit etwa 42.

Nach Unwetter in Gelsenkirchen: Erdrutsch sorgt für mehrere Straßensperrungen

In Gelsenkirchen kam es durch die heftigen Starkregenfälle in der Nacht zu Freitag zwischen dem Kreisverkehr Europastraße und dem Exterbruch zu einem Erdrutsch. Mehrere Straßen sind unbefahrbar und müssen erst wieder mit „schwerem Räumgerät“ befahrbar gemacht werden, teilt die Polizei mit.

NINA-Warnung für Soest: Soestbach kann über Ufer treten

Für Soest gibt es aktuell eine NINA- und KATWARN-Warnung. Durch den Starkregen stieg der Soestbach an. „Nach Einschätzung der Feuerwehr kann es zu einem Übertritt des Baches im Bereich Hattrop kommen“, heißt es. Die Feuerwehr warnt:

  • Meiden Sie das betroffene Gebiet.
  • Umfahren Sie das betroffene Gebiet weiträumig.
  • Bringen Sie persönliche Wertgegenstände in höher liegende Gebäudeteile.
  • Schalten Sie Strom und Heizungen in gefährdeten Räumen ab. Eine Stromschlaggefahr besteht bereits bei Kondenswasser! Liegt der Stromkasten im überfluteten Raum, betreten Sie diesen nicht, sondern informieren Sie die Feuerwehr (112).
  • Gehen Sie bei Überschwemmungsgefahr nicht in Keller oder Tiefgaragen.

Unwetter in NRW: Deutsche Bahn sperrt Strecke – IC-Züge fallen aus

Auch bei der Deutschen Bahn gab es unwetterbedingt Störungen und Ausfälle. Die Strecke Siegen–Letmathe wurde gesperrt. IC-Züge auf der Strecke Frankfurt–Siegen–Münster fielen demnach am Donnerstag aus. Mindestens drei Bäume sind nach ersten Erkenntnissen des Unternehmens auf dieser Strecke in die Oberleitungen gefallen. Möglicherweise könne die Reparatur der beschädigten Oberleitungen erst an diesem Freitag abgeschlossen werden, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn.

Im Nahverkehr sind nach Angaben der Bahn am Freitag mehrere Strecken von Unwetterschäden betroffen. Ausfälle gebe es im Raum Dortmund auf den Linien S4 (Dortmund-Unna) und S5 (Dortmund-Hagen). Angaben zur Dauer der Sperrungen seien noch nicht möglich, teilte die Bahn mit. Im Sauerland komme es zu Verspätungen auf den Regionallinien RE17 und RE57.

Unwetter in NRW hat Auswirkungen auf Flughafen Düsseldorf

Am Flughafen Düsseldorf war nach Auskunft einer Sprecherin am frühen Abend der Flugbetrieb kurzzeitig eingeschränkt und die Abfertigung der Flugzeuge unterbrochen. Das sei das übliche Vorgehen etwa bei Gewittern, erläuterte sie. Mehrere Flüge seien von Airlines annulliert worden. Das betreffe aber nur einen sehr kleinen Teil der Starts und Landungen am Flughafen in Düsseldorf am ersten NRW-Ferientag. Am Flughafen Köln/Bonn gab es bis zum Donnerstagabend keine Einschränkungen, wie eine Sprecherin des Airports sagte. (jw mit ots und dpa)

Rubriklistenbild: © Christoph Reichwein/dpa

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