Kölner Karneval

11.11 in Köln: Betrunkener beißt Polizist in die Hand – Bilanz der Sessionseröffnung

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Viele feierten friedlich, und doch hatte die Polizei Köln am 11.11. viel zu tun. Eine vorläufige Bilanz zur Sessionseröffnung des Kölner Karnevals.

Köln – Mit einer Stärke von über 1000 Einsatzkräften sorgte die Kölner Polizei bei der Sessionseröffnung des Kölner Karnevals am Samstag (11. November) für Sicherheit und Ordnung. Schon in den frühen Morgenstunden waren die Beamten in der gesamten Innenstadt präsent, um den feiernden Jecken ein unbeschwertes Vergnügen zu ermöglichen. Während Anwohner, Gastronomen und die Politik bereits auf den 11.11. in Köln reagierten, hat nun auch die Polizei eine vorläufige Bilanz zum 11.11. in Köln veröffentlicht.

Vorläufige Bilanz zur Sessionseröffnung des Kölner Karnevals: Sexualdelikte, Angriffe gegen Polizisten

Die Veranstaltungsorte in der Kölner Altstadt und im Kwartier Latäng waren bereits früh am Tag stark frequentiert, wie die Einsatzkräfte mitteilen. Die Bereitschaftspolizei unterstützte die städtischen Sicherheitskräfte beim Einlass ins Zülpicher Viertel, um den Druck auf die Sperrstellen zu mindern und griff mehrfach ein, unter anderem mit Lautsprecherdurchsagen. Zwischen 13 und 15 Uhr musste der Bahnhof Köln-Süd aufgrund von Überfüllung gesperrt werden, die Züge fuhren ohne Halt durch.

Die Polizei war mit über 1.000 Einsatzkräften bei der Sessionseröffnung des Kölner Karnevals am 11.11. im Einsatz.

Im Kwartier Latäng wurden gegen 11:20 Uhr gezündete Pyrotechnik und Rauchtöpfe festgestellt und eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz gegen Unbekannt gefertigt. Ein 18-Jähriger, der gegen 12:20 Uhr eine 17-Jährige gegen ihren Willen zu küssen versuchte, leistete erheblichen Widerstand und biss einen Polizisten in die Hand. Zudem versuchte der junge Mann, dem Polizisten die Dienstwaffe zu entreißen. Die Einsatzkräfte nahmen den 18-Jährigen in Polizeigewahrsam. Zudem wurde eine Anzeige gegen den jungen Mann gefertigt.

Sessionseröffnung in Köln: Personen sollen Hitlergruß gezeigt haben – Karnevalisten wehren sich

Nach Berichten über Personen, die gegen zwölf Uhr auf einen Laternenmast auf der Zülpicher Straße geklettert sein, und dort den Hitlergruß gezeigt haben sollen, hat der polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen. Vor diesem Hintergrund versammelten sich gegen 15.30 Uhr rund 55 Mitglieder verschiedener Karnevalsgesellschaften unter dem Motto „Karnevalisten gegen Rechts“ schweigend vor der Synagoge in der Roonstraße.

Die Einsatzkräfte suchen nach dem möglichen rechtsextremen Vorfall nach Zeugen: Wer Hinweise zu den Tätern geben kann, wird gebeten, sich unter der Rufnummer 0221 229 0 oder per E-Mail unter poststelle.koeln@polizei.nrw zu melden.

Sessionseröffnung am 11.11. in Köln: Polizist nach Angriff von 24-Jährigen schwer verletzt

Als ein Polizist sich gegen 14 Uhr um einen internistischen Vorfall auf der Zülpicher Straße kümmerte, beleidigte ein 24-Jähriger den Helfer massiv. „Auf die Identitätsfeststellung reagierte er mit Faustschlägen und leistete derart Widerstand, dass ein Polizist eine schwere Schulterverletzung erlitt und nicht mehr dienstfähig war“, so die Polizei. Die Einsatzkräfte fertigten eine Strafanzeige gegen den 24-Jährigen und nahmen ihn mit in Polizeigewahrsam.

„Am Aachener Weiher schlugen sich gegen 16 Uhr rund zehn Personen und traten einen auf dem Boden liegenden jungen Mann. Die Polizisten waren schnell da und trennten die Parteien“, teilen die Einsatzkräfte mit. Nach bisherigen Ermittlungen erlitt einer der Beteiligten eine blutige Nase. Die Ermittlungen zum Vorfall dauern an. Am Neumarkt bewarfen Unbekannte um 14:20 Uhr einen Autofahrer nach einem Streit mit einer Glasflasche. In der Folge erlitt der Mann mehrere Schnittverletzungen im Gesicht und am Hals. Auch hier sucht die Polizei nach Zeugen.

Polizei zieht vorläufige Bilanz zum 11.11. in Köln: Schmiergeld und betrunkene E-Scooter-Fahrer

Gegen 18 Uhr stürzte ein alkoholisierter 20-Jähriger auf der „Ulrepforte“ mit einem E-Scooter und erlitt schwere Gesichtsverletzungen. Nach Angaben der Einsatzkräfte hatte der junge Mann rund 1,2 Promille im Blut. Das war am Tag der Sessionseröffnung kein Einzelfall: Wiederholt – insgesamt 40 Mal – stellte die Polizei betrunkene E-Scooter-Fahrer fest. Bei 24 von ihnen wurden Blutproben entnommen. Bei zehn Fahrern war der Alkoholwert so hoch, dass ihre Führerscheine beschlagnahmt wurden.

Ebenso am Abend – gegen 18:30 Uhr – identifizierte die Polizei nach Zeugenhinweisen einen 20 Jahre alten Mitarbeiter eines beauftragten Sicherheitsdienstes. Dieser steht im Verdacht, Bargeld für den Einlass zur Zülpicher Straße verlangt zu haben. „Die Beamten stellten mehrere Tausend Euro bei ihm sicher“, schreiben die Einsatzkräfte. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Körperverletzungen, Sexualstraftaten, Diebstahl: Polizei fertigt 96 Strafanzeigen am 11.11. in Köln

Obwohl der Großteil der Feiernden friedlich und regelkonform feierte, waren die Einsatzkräfte ab den Nachmittagsstunden vermehrt gefordert – häufig aufgrund des starken Alkoholkonsums. Bis zum späten Samstagabend (21 Uhr) musste die Polizei 63 Platzverweise aussprechen. 26 überwiegend alkoholisierte Personen verbrachten den Rest der Nacht im Polizeigewahrsam. Bis 21 Uhr wurden nach vorläufigen Erkenntnissen 96 Strafanzeigen erstellt, hauptsächlich wegen Körperverletzung, Taschendiebstahl und Sexualstraftaten. Zwei Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen.

Sessionseröffnung des Kölner Karnevals am 11.11.: Lage rund um Synagoge blieb ruhig

Frank Wißbaum, Einsatzleiter Polizei, betont am späten Abend in der Mitteilung: „Für uns ist der Einsatztag noch lange nicht vorbei und wir werden auch in der Nacht weiterhin mit vielen Einsatzkräften für die Sicherheit der Feiernden sorgen“. Besonders freue ihn, dass es rund um die Synagoge in der Roonstraße ruhig geblieben ist. Gottesdienste blieben trotz der Nähe zu den Feiernden ungestört, Gläubige konnten das Gebetshaus in Ruhe aufsuchen. „Das war mir neben der Sicherheit aller Karnevalisten ein besonderes Anliegen“, so Wißbaum.

Die Polizei machte zunächst keine Angaben dazu, wie die Karnevalsnacht zu Sonntag (12. November) verlaufen ist. Weitere Informationen seien vor Sonntagnachmittag nicht zu erwarten, hieß es. Die endgültige Kriminalitätsbilanz wollen die Einsatzkräfte am Freitag, dem 17. November, vorlegen, um im Nachgang erstattete Anzeigen noch mit einbeziehen zu können. (mg) Fair und unabhängig informiert, was in Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Dieser Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung bearbeitet und vor der Veröffentlichung von Redakteur Maximilian Gang sorgfältig geprüft.

Rubriklistenbild: © Thomas Banneyer/dpa

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