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Der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder Markus B. aus Hamm neigt sich dem Ende zu. Nun nahm das Gericht die Vergangenheit des Angeklagten unter die Lupe.
Hamm/Dortmund – Im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder einer Rentnerin in Wiescherhöfen sind Details zum kriminellen Vorleben des Angeklagten bekannt geworden. Tatsache ist: Markus B. hatte schon viele Jahre im Gefängnis verbracht, ehe er im April 2024 wohl zum Mörder wurde.
Schalmord-Prozess aus Hamm: Markus B. saß schon viele Jahre in Haft
Während sich der Angeklagte noch bis Mitte des Monats überlegen will, ob er vor Gericht weitere Angaben zu den beiden ihm vorgeworfenen Taten macht, beschäftigen sich die Richter mit der Frage: Was ist Markus B. eigentlich für ein Typ? Ein Blick in die Vorstrafen-Akte gibt dabei sehr umfangreich Auskunft. Seit 1995 ist der Angeklagte schon achtmal von einem Gericht verurteilt worden – häufig wegen Diebstahls, aber auch wegen Körperverletzung und Drogendelikten.
Auffällig ist dabei, dass der heute 50-Jährige fast alle verhängten Strafen auch im Gefängnis verbüßt hat. Eine Bewährungs-Chance hat er nie durchgestanden. Stattdessen hat er mal 15 Monate in Haft gesessen, 22 Monate und einmal auch gleich für zweieinhalb Jahre. Und fast immer stand in den Urteilen folgender Satz: „Taten begangen wegen Betäubungsmittel-Abhängigkeit.“
Prozess vor dem Landgericht: „Nicht mehr viel zu erledigen“
Unter dem Einfluss von Drogen stand Markus B. auch, als er im Mai 2024 festgenommen wurde. Dabei soll er bei der Polizei nicht nur gestanden haben, Ende April in Wiescherhöfen eine Rentnerin überfallen und ausgeraubt zu haben. Auch hinsichtlich eines weiteren Überfalls, bei dem das Opfer mit einem Schal zu Tode stranguliert wurde, soll er gesagt haben: „Das war ich auch.“
Ein Polizeiarzt stellte nach der Festnahme fest, dass sich offenbar Rückstände von Kokain, Amphetamin und Cannabis im Blut des Verdächtigen befinden. Auch Alkohol muss Markus B. in den Stunden vor seiner Ergreifung getrunken haben. Zusammenfassend kommt der Arzt zu dem Ergebnis: „Klares Bewusstsein, geordneter Denkablauf, aber eindeutige Anzeichen darauf, dass der Mann unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln steht.“
Der Prozess könnte aus Sicht der Richter schon in den kommenden Wochen zu Ende gehen. „Wir haben eigentlich nicht mehr viel zu erledigen“, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Kelm jetzt.
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