Jahreswechsel 2023/24

Erste Bilanz zu Silvester in Köln – Sicherheitskontrollen am Dom bleiben

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Mehr als 1000 Polizisten waren an Silvester in Köln im Einsatz. Der Jahreswechsel am Dom wurde nach einer Terorrwarnung unter hohen Sicherheitsmaßnahmen gefeiert.

Köln – Köln ist in ein neues Jahr gestartet. Doch die Feierlichkeiten zu Silvester standen in diesem Jahr unter besonderer Beobachtung. Kurz vor Weihnachten hatte die Polizei Hinweise auf einen möglichen islamistischen Anschlagsplan auf den Kölner Dom erhalten. Der Jahreswechsel wurde in Köln nach der Terrorwarnung unter hohen Sicherheitsmaßnahmen gefeiert. Mehr als 1000 Polizisten und Polizistinnen waren an Silvester in Köln und Leverkusen im Einsatz. „Die Gefahrenlage für den Kölner Dom stellte Einsatzkräfte und Ermittler in diesem Jahr vor eine zusätzliche Herausforderung“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei an Neujahr.

Silvester in Köln nach Terror-Warnung

„Nach dem Hinweis auf ein mögliches Anschlagsszenario für den Kölner Dom haben wir alles in unserer Macht Stehende getan, um die Bevölkerung zu schützen. Wir sind froh, dass wir in Köln ein friedliches Weihnachtsfest erlebt haben und die Menschen gemeinsam rund um den Dom auch mit verstärkten Schutzmaßnahmen Silvester feiern konnten“, wird Polizeipräsident Johannes Hermanns in einer Mitteilung an Neujahr zitiert.

Im Zusammenhang mit dem Terroralarm für den Kölner Dom bleibt die Polizei auch nach der Ingewahrsamnahme weiterer Verdächtiger wachsam. Bis auf weiteres soll der Dom von Beamten beschützt werden. „Es wird weiter Sicherheitskontrollen geben am Dom“, sagte ein Sprecher am Montag. „Wie lange diese Maßnahme aufrechterhalten wird, ist jetzt aktuell in der Prüfung.“ Die Silvesternacht, auf die sich die Polizei wegen Hinweisen auf einen möglichen islamistischen Anschlagsplan mit vielen Beamten vorbereitet hatte, verlief unterdessen ohne Zwischenfälle.

In Köln sagte ein Sprecher der Polizei, dass viele Beamte im Einsatz gewesen seien. Herausragende Ereignisse habe es nicht gegeben, berichtet die dpa am Montagmorgen. Dabei lief alles weitgehend ruhig ab. „Ein paar Böllerwerfer, einige Ingewahrsamnahmen, nichts Ungewöhnliches“, sagte ein Polizeisprecher am frühen Montagmorgen gegen 1:30 Uhr, wie die dpa berichtet.

Die meisten Feiernden hätten sich auch an das Böllerverbot in Teilen der Kölner Innenstadt gehalten. So galt im Innenstadtbereich zwischen den Kölner Ringen und dem Rhein ein Böllerverbot. Das „Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen der Kategorie F2 mit ausschließlicher Knallwirkung“ war in diesem Bereich untersagt. Auf der Domplatte und dem Vorplatz des Kölner Hauptbahnhofs sei es weitgehend friedlich zugegangen.

Terror-Warnung in Köln

Am Sonntagabend (31. Dezember 2023) hatte die Polizei erklärt, dass drei weitere Verdächtige festgesetzt worden seien. Dabei seien auch Wohnungen durchsucht worden. Ein Anschlag habe mit einem Auto verübt werden sollen, sagte der Kölner Polizeipräsident Johannes Hermanns. Es habe sich herausgestellt, dass der schon an Heiligabend in Gewahrsam genommene Tadschike Teil eines größeren Netzwerkes sei, das sich auch auf andere Bundesländer und andere europäische Staaten erstrecke.

Am Abend wurde ein weiterer deutsch-türkischer Mann (41) in Bochum festgesetzt, teilt die Polizei am 1. Januar 2024 mit. An Neujahr prüft nun ein Richter, ob und wie lange die freiheitsentziehenden Maßnahmen gegen die vier Männer andauern.

Silvester in Köln – Polizei zur allgemeinen Einsatzlage

Menschen zünden in der Kölner Altstadt Feuerwerkskörper, um das neue Jahr 2024 willkommen zu heißen.

„Unsere Einsatzkonzeption ist aufgegangen. Durch starke Präsenz und das entschlossene Eingreifen unserer Polizistinnen und Polizisten ist es gelungen, frühzeitig gegen Randalierer vorzugehen und Straftaten durch Personengruppen weitestgehend zu verhindern“, sagt Einsatzleiter Martin Lotz in einer Mitteilung.

  • Bis in die frühen Morgenstunden am 1. Januar, 6 Uhr, wurden
  • 65 Platzverweise in Köln und Leverkusen ausgesprochen.
  • Zudem wurden 23 Personen in Gewahrsam genommen. Es wurden Strafermittlungen eingeleitet – unter anderem wegen Körperverletzung, sexueller Belästigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung.
  • Drei Männer sollen einen Mann (25) gegen 23:30 Uhr an der Haltestelle Hansaring umzingelt und im Anschluss eine Goldkette vom Hals gerissen haben.
  • In Bocklemünd wurden Einsatzkräfte mit Feuerwerkskörpern beschossen, der Platz im Görlinger Zentrum wurde daraufhin kurzfristig geräumt. Eine Frau wollte sich laut Polizei der Feststellung der Personalien entziehen und wurde daraufhin in Polizeigewahrsam genommen, Polizisten fertigten eine Strafanzeige. 18 weitere Personen erhielten einen Platzverweis.
  • Polizisten wurden bei vier weiteren Vorfällen mit pyrotechnischen Gegenständen angegriffen. Die Beamten blieben unverletzt.

Eine Kriminalitätsbilanz zu Silvester veröffentlicht die Polizei in den kommenden Tagen.

Silvester in Köln – Stadt zieht erste Bilanz

Rund um den Kölner Dom galten an Silvester besondere Schutzmaßnahmen.

Aus Sicht der Stadt sei die Silvesternacht nach einer ersten Lageeinschätzung „weitgehend ruhig“ verlaufen. Es seien weder bei Ordnungsamt noch bei der Feuerwehr schwerwiegende Vorfälle bekannt. „Ich danke der Polizei für ihr schnelles, umsichtiges und konsequentes Handeln zum Schutz der Bevölkerung vor einer Terrorgefahr am Kölner Dom“, wird Stadtdirektorin Andrea Blome in einer Mitteilung zitiert. „Mit dem erprobten städtischen Sicherheitskonzept zum Böllerverbot in der Domumgebung konnte die Stadt Köln die polizeilichen Maßnahmen optimal unterstützen.“ Über 300 Sicherheitskräfte schützten das Domumfeld durch Schleusen-Kontrollen. Vor allem das Mitnahmeverbot von Feuerwerkskörpern sei kontrolliert worden. Auch die Einhaltung der Böllerverbotszone wurde von Mitarbeitern des Ordnungsdiensts kontrolliert.

Feuerwehr wurde an Silvester zu 807 Einsätzen alarmiert

  • Insgesamt 807 Einsätze wurden durch die Leitstelle der Feuerwehr Köln alarmiert.
  • Die Feuerwehr Köln absolvierte 177 Feuereinsätze, im Vorjahr waren es 157. „Glücklicherweise waren keine größeren Feuer zu verzeichnen, beziehungsweise durch das schnelle Eingreifen der Einsatzkräfte konnte ein Ausbreiten verhindert werden“, teilt die Stadt mit.
  • Der Rettungsdienste wurde 588 Mal alarmiert, im Vorjahr waren es 545 Einsätze.

Und: „Es gab keine Meldungen über Gewaltübergriffe an Einsatzkräfte oder Behinderungen von Einsätzen“, teilt die Stadt mit. In einigen Städten in NRW wurden Einsatz- und Rettungskräfte angegriffen. In Solingen wurden Feuerwehr und Polizei mit Raketen, Böllern und Steinen attackiert. In Erkrath wurde ein Feuerwehrmann von einer Rakete am Kopf getroffen. (mlu mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Roberto Pfeil/dpa

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