Kennedyplatz

Optische Täuschung: Warum in Gelsenkirchen ein Stein „schwebt“

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In Gelsenkirchen schwebt auf einem Wasserstrahl scheinbar ein Stein in vier Metern Höhe. Es ist ein Kunstwerk – und eine Illusion.

Gelsenkirchen – In Gelsenkirchen gibt es einen besonderen Stein: In vier Metern Höhe wird er am Kennedyplatz, vor dem Musiktheater scheinbar allein durch Wasserkraft getragen. Eine riesige Wasserfontäne wird von unten dagegen gespült. Es wirkt, als sei es möglich, direkt unter dem Stein durch die Fontäne zu spazieren – doch der Schein trügt.

„Kraft des Wassers“: Darum schwebt in Gelsenkirchen ein Stein

„Kraft des Wassers“ heißt das Kunstwerk des japanischen Künstlers Takashi Naraha. Der „Schwebende Stein“, wie es von vielen Menschen in Gelsenkirchen und in NRW auch genannt wird, steht in der Mitte eines quadratischen Beckens, in dem mehrere von Wasser überspülte Granitblöcke liegen. Es ist eine von mehreren ungewöhnlichen Sehenswürdigkeiten in der Stadt.

Der Künstler Takashi Naraha

► War ein japanischer Bildhauer und lebte von 1930 bis 2019.

► Er studierte von 1950 bis 1955 an der Kunsthochschule in Tokio Bildhauerei.

► Nach Europa kam er durch ein Bildhauersymposium in Schweden in den Jahren 1973 und 1974.

► Eine besondere Art des Natursteins in Schweden bewegte ihn dazu, dauerhaft in dem Land zu bleiben.

► Die meistens seiner Kunstwerke sind heute in Schweden zu sehen – neben Gelsenkirchen gibt es aber auch eines im Ludwig Museum im Deutschherrenhaus in Koblenz sowie im französischen Musée d‘Art Roger-Quilliot.

Die Stadt Gelsenkirchen schreibt dazu: „Die wuchtige Schwere und die sprichwörtliche Festigkeit des Gesteins stehen im deutlichen Kontrast zu der leichten Transparenz und spielerischen Lebhaftigkeit des Wassers.“ Bei dem Aufeinandertreffen der beiden Elemente komme es zu einem Kräftemessen, das „entgegen der Erwartung des Betrachters“ zugunsten des flüssigen Elements entschieden wird.

„Der Schwebende Stein“: eine beliebte Illusion

Tatsächlich ist es aber nicht das Wasser, das den Stein in dieser Höhe hält. Denn der Stein liegt auf einer Edelstahlsäule, die wegen des Wasserstrahls nicht sichtbar ist. Für manche Gelsenkirchener sind mit der Illusion gar Kindheitserinnerungen verbunden. Einer schreibt auf Facebook, er habe sich als Kind immer gewundert, wie der Stein in der Höhe schweben kann. „Eines schönen Tages war die Pumpe dann aus und der Stein hing auf einer Stange. Kindheit vorbei!“

Andere haben alternative Theorien darüber, warum der Stein in der Luft „schwebt“. Einer mutmaßt, das müsse die Anziehungskraft vom Mond sein. Wieder ein anderer sagt, es sei möglich, dass Yoda aus dem Sci-Fi-Klassiker Star Wars das alles mit Gedankenkraft steuere. Neben all den nicht ernst gemeinten Ideen zum Stein: Viele Nutzer finden das Kunstwerk einfach „super schön“. Der kam als Geschenk an seinen heutigen Platz: Zum 100-jährigen Firmenjubiläum schenkte die Gelsenwasser AG das Kunstwerk den Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchenern. 

Neben dem scheinbar schwebenden Stein gibt es in Gelsenkirchen einige ungewöhnliche Orte, so etwa einen Tunnel, der in Nirgendwo führt und ein altes Zechengelände mit kuriosen Brücken. (ebu)

Rubriklistenbild: © Franz Weiss/Stadt Gelsenkirchen

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