Gemeindechef

Stephan Rotering macht 2025 Schluss als Bürgermeister

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So hat es angefangen: Bürgermeister Stephan Rotering als glücklicher Wahlsieger im Jahr 2015 mit Ehefrau Dorothee im Bönener Rathaus. Als Kandidat des Viererbündnisses beendete er die bis dato ungebrochene Dominanz der SPD. Die hat seitdem auch im Rat nicht mehr allein das Sagen.
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Ganz gleich, wie die Kommunalwahl 2025 in Bönen ausgeht: Stephan Rotering wird danach dem Rathaus den Rücken kehren. Das hat der parteilose Amtsinhaber am Montagabend, 9. September, seinem Wahlbündnis eröffnet und am Morgen danach den Mitarbeitern der Verwaltung per E-Mail mitgeteilt.

Bönen – Zu Ende September hatte der zweifache Gewinner der Bürgermeisterwahl seine Erklärung zu einer dritten Kandidatur mit CDU, Grünen, BgB und FDP als Unterstützern im Rücken auf Anfrage der Redaktion zuletzt öffentlich angekündigt. Nun war die Entscheidung – nicht zuletzt am Familientisch daheim in Welver – schon früher gereift. Da wollte der 52-Jährige auch gleich reinen Tisch machen und setzte „seine Leute“ ins Bild.

Parteiengespräch am Montagabend

„Ich habe die Vertreter der vier Parteien zum Gespräch in ,Bogis Landhaus‘ eingeladen, wie vor einiger Zeit verabredet. Da habe ich dann mitgeteilt, dass ich zum 31. Oktober 2025 aus dem Amt scheiden werde“, berichtete Stephan Rotering dem WA. Zeitlich mit einem gewissen Abstand, nachdem die Unterrichtung der Belegschaft auf den Weg gebracht war. Seine allererste Botschaft: „Es liegt nicht an der Arbeit, hier haben private und persönliche Gründe am Ende den Ausschlag gegeben“, sagte der Verwaltungschef über seine Abwägung in den vergangenen Monaten.

Persönliche Gründe geben den Ausschlag

Gut 20 Parteienvertreter seien der Einladung gefolgt. Die Reaktion auf seine Entscheidung nahm Rotering als „stark betroffen“ war. Viele hätten sich demnach schon gewünscht, dass er noch einmal antritt. „Ich habe aber gebeten, das als persönliche Entscheidung zu akzeptieren.“ Mit Dank für die treue Unterstützung habe er den Blick auch auf das gelenkt, was man zusammen erreicht habe.

„Ich bin stolz, hier Bürgermeister zu sein. Und ich bin stolz auf das Wahlbündnis der vier Parteien, die hier so gut zusammen wirken, dass wir unsere Projekte nach vorne bringen können. Das ist beispiellos, was CDU, Grüne, BgB und FDP hier getan haben. Es macht Spaß und wir haben tolle Projekte, die ich auch gern zu Ende führen würde.“ Aber eben nur noch bis zum Ende der Amtszeit im Herbst kommenden Jahres, das aber mit unverändertem Einsatz in der Sache.

Noch einige Projekte vor der Brust

Keine Frage, dass Stephan Rotering gern den ersehnten Tunnelbau zur Beseitigung der leidigen Schranke im Herzen der Gemeinde ab Frühjahr 2028 eingeleitet und die Eröffnung gefeiert hätte. Aber: „Bürgermeister ist nun mal ein Job, der viel Zeit bindet. Zur Arbeit im Rathaus kommen all die politischen Gremien und repräsentativen Aufgaben. Das ist immer ein Spagat, wenn man auch eine Familie haben will.“ Ein Lebensinhalt neben dem Beruf, der bei Stephan Rotering durch den Umgang mit Krankheit und anderen Herausforderungen in den vergangenen Jahren weiter an Gewicht gewonnen hat.

Der Tod von Lange schwingt noch nach

Dazu kommt: Den Grünen-Fraktionsvorsitzenden Friedhelm Lange nannte Rotering schon lange „einen persönlichen Freund“. Dass der wichtige Anker und Kümmerer für das Bürgermeisterbündnis im Juni plötzlich im Alter von 69 Jahren gestorben ist, hat Rotering nicht allein wegen der politischen Zusammenhänge getroffen. Da kommt man ins Grübeln, das sagen in Bönen übrigens auch andere Weggefährten mit Blick auf ihre Lebensperspektive.

Ich bin stolz, hier Bürgermeister zu sein.

Stephan Rotering

„Wenn man sich überlegt, das zu machen, muss man für die vollen fünf Jahre zur Verfügung stehen“, beschrieb er den Punkt, der ihn zum Verzicht gebracht hat. So sollen die vier Parteien die Chance bekommen, sich per Ausschreibung einen Nachfolgekandidaten zu suchen – wenn sie in ihren Beratungen nun zu dem Schluss kommen, die Zusammenarbeit fortzusetzen, was bisher als wahrscheinlich galt.

Wunsch: Fachmann mit Erfahrung holen

Das Bündnis könne doch eine Erfolgsbilanz vorweisen, findet der Bürgermeister. Nachdem die von den Vieren 2015 im Rathaus abgelöste SPD vor kurzem ihren Fraktionsvorsitzenden Dirk Lampersbach als Kandidat für die Rückeroberung ausgerufen hat, liegt für Rotering auf der Hand: „Man müsste wieder gemeinsam nach einem Bewerber schauen, der die nötige Fach- und Sachkompetenz mitbringt“, so der „gelernte“ Kämmerer. Und: „Es müsste jemand mit Führungserfahrung sein. Wir haben hier einen Betrieb mit mehr als 100 Mitarbeitern. Das schüttelt man sich nicht mal so aus dem Ärmel.“

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