Fahrlässige Tötung?

Nach tödlichem Unfall im Phantasialand: Ermittlungen gegen zwei Mitarbeiter

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Ende März kam es zu einem schweren Unfall im Phantasialand. Ein Mitarbeiter des Freizeitparks ist gestorben. Jetzt laufen Ermittlungen gegen zwei seiner Kollegen.

Brühl - Es war ein Schock im Phantasialand in Brühl (NRW) – noch vor Saisonstart. Drei Tage vor der geplanten Eröffnung nach der Winterpause gab es einen tragischen Unfall im Freizeitpark: „Ein 43-jähriger Mitarbeiter des Phantasialandes führte am Montag, 25. März gegen 15 Uhr Wartungsarbeiten an der Achterbahn ‚Taron‘ durch, als es im Rahmen dessen zu dem tödlichen Unfall kam“, teilte die Polizei damals mit. Demnach wurde der Mann am Kopf von der Achterbahn erfasst. Nun gibt es neue Entwicklung in dem Fall.

Nach Todes-Unfall im Phantasialand – Ermittlungen gegen Mitarbeiter: „Verdacht der fahrlässigen Tötung“

Wie die Kölner Staatsanwältin Stephanie Beller im Gespräch mit wa.de sagt, gibt es ein Ermittlungsverfahren in dem Fall. „Im Rahmen des Todesermittlungsverfahrens sind Umstände bekannt geworden, die zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen zwei Mitarbeitende des Freizeitparks wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung geführt haben“, so Beller am Mittwoch, 3. Juli. Falls sich das bestätigen und die Beschuldigten verurteilt werden sollten, droht eine fünfjährige Haftstrafe.

Konkrete Details nennt die Kölner Staatsanwältin aufgrund „noch laufender Ermittlungen“ nicht. Aber: „Gegen die Beschuldigten besteht der Anfangsverdacht, Sicherheitsvorschriften zur Vermeidung von Arbeitsunfällen missachtet zu haben.“ Schon seit einigen Monaten stehen Hinweise auf menschliches Versagen im Raum. Demnach soll der sogenannte „Dispatch Tone“, der die Arbeiter an der Achterbahn vor einer einfahrenden Bahn warnt, kurz vor dem Unglück an der Achterbahn nicht erfolgt sein. Offiziell bestätigt ist das allerdings noch nicht.

Nach dem tödlichen Unfall auf der Taron-Achterbahn im Phantasialand laufen nun Ermittlungen gegen zwei Mitarbeiter (Symbolbild).

„Zutiefst erschüttert“: Tödlicher Unfall im Phantasialand – Mitarbeiter stirbt bei Wartungsarbeiten

Klar ist: Der tödliche Unfall wirft noch immer einen Schatten über das Phantasialand. Der 43-jährige Mitarbeiter, der gestorben ist, war ein beliebter Mitarbeiter und liebender Familienvater. Laut Angehörigen war er sogar beim Aufbau von „Taron“ beteiligt, es sei „sein Baby“ gewesen. Das Phantasialand zeigte sich „zutiefst erschüttert“ über das „tragische Arbeitsunglück“ ihres langjährigen Mitarbeiters. Am Eröffnungstag gab es eine Schweigeminute.

Wenige Tage nach dem Unfall startete die Familie des Mannes einen Spendenaufruf. Über 25.000 Euro konnten so gesammelt werden, die der Witwe in naher Zukunft helfen sollen. „So wird ihr eine große finanzielle Belastung abgenommen und dadurch hat sie eine Sorge weniger“, heißt es in dem Aufruf, der mittlerweile beendet worden ist.

Rubriklistenbild: © Zoonar.com/Daniel Pfleiderer/Imago

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