Radfahren

Schlechtes Ergebnis bei Fahrrad-Ranking: „Entwicklungspotenzial“

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Das Bundesverkehrsministerium hat nun die Ergebnisse der Radfahrer-Umfrage veröffentlicht. 70 Prozent der Beteiligten fühlen sich beim Radfahren in Warstein nicht sicher. Wo Stärken und Schwächen liegen.

Warstein – Wie zufrieden sind Warsteins Radfahrer mit den Bedingungen vor Ort? Im zurückliegenden Herbst war ihre Meinung gefragt, jetzt veröffentlichte das Bundesverkehrsministerium die Ergebnisse im ADFC-Fahrradklima-Tests. In der Kategorie der Städte zwischen 20 000 und 50 000 Einwohnern landete Warstein im Mittelfeld. Platz 232 von 429 – eine leichte Verschlechterung im Vergleich zum Fahrradklima-Test 2022, auch in den Jahren 2020, 2018 und 2016 schnitt Warstein besser ab. Im Durchschnitt geben die Warsteiner der Fahrradfreundlichkeit im Schulnotensystem eine 4,0.

Note 4,0: Schlechtes Ergebnis für Warstein bei Fahrrad-Ranking

Insgesamt 138 Teilnehmer verzeichnete die Umfrage in Warstein, als Stärken kristallisierten sich die wenigen Fahrraddiebstähle, geöffnete Einbahnstraßen in Gegenrichtung sowie der Spaß am Radfahren heraus. Ebenso wird die Oberfläche der Radwege als positiv bezeichnet. Kritikpunkte sind hingegen der Mischverkehr mit weiteren Kraftfahrzeugen, der häufig zu geringe Überholabstand, die Baustellenführung und die wenigen öffentlichen Fahrräder beziehungsweise fehlende Fahrradverleihe. Schwächen seien auch der Winterdienst auf Radwegen und die Erreichbarkeit des Stadtzentrums.

Der ADFC

Der ADFC ist mit über 240 000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Die ADFC-Aktiven in Warstein setzen sich insbesondere für ein nachhaltiges, fahrradfreundliches Mobilitätskonzept, sichere Alltagswege sowie die Schaffung von guter Radwegeinfrastruktur in die Ortsteile und Nachbargemeinden ein. Sie geben Anregungen und Hinweise an die Stadt Warstein und sind vertreten im Arbeitskreis Fahrrad. Eine Übersicht der Ergebnisse aller Teilnehmerstädte des ADFC-Fahrradklima-Tests 2024 gibt es unter www.adfc.de.

70 Prozent fühlen sich beim Radfahren nicht sicher

Warsteins ADFC-Sprecherin Rita Cordes erklärt: „Eine fahrradfreundliche Stadt ist ein Gewinn für alle, denn Radfahren reduziert den Stau, fördert die Gesundheit und schont das Klima. Warstein hat hier noch einiges Entwicklungspotenzial. Die Radfahrenden bewerten die Fahrradfreundlichkeit mit 4,0 (nach Schulnotensystem), 70 Prozent fühlen sich beim Radfahren nicht sicher. Damit das Radfahren in Warstein angenehm und sicher wird, müssen schnell die vorhandenen Lücken im Radwegenetz geschlossen werden – auch bei den Verbindungen in die Nachbarorte. Schon kleine Verbesserungen helfen: konsequente Falschparkerkontrolle gegen zugeparkte Radwege, mehr Tempo 30 und eigene Lösungen für den Radverkehr an Baustellen.“

Bundesweit nahmen 213 000 Personen am Test teil. Bei den 27 Fragen ging es darum, ob man sich auf dem Rad sicher fühlt und wie gut die Radwege sind. Damit fundierte Ergebnisse erzielt werden, müssen pro Kommune mindestens 50 Einsendungen vorliegen.

Rubriklistenbild: ©  IMAGO / Zoonar

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