Musik aus, mehr Security: Wie NRW-Weihnachtsmärkte auf den Anschlag in Magdeburg reagieren
VonAnnika Ketzler
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Der tödliche Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg verunsichert viele. So reagieren die Städte in NRW mit Maßnahmen auf ihren Weihnachtsmärkten.
Hamm - Der Anschlag in Magdeburg erschüttert die Menschen in Deutschland. Am Freitagabend, 20. Dezember, fuhr ein Mann mit seinem SUV in den Magdeburger Weihnachtsmarkt und tötete mehrere Menschen. Viele weitere wurden schwer verletzt. Wer nun einen Weihnachtsmarkt-Besuch plant, könnte verunsichert sein. Viele Städte in NRW reagieren jetzt nach den tragischen Geschehnissen – mit verschiedenen Maßnahmen.
Weihnachtsmärkte in NRW: So reagieren die Städte auf den Anschlag in Magdeburg
Nach dem Terroranschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt, bei dem vier Menschen ums Leben kamen, überprüfen Polizeipräsidien und Städte ihre Sicherheitskonzepte.
Eine Ausnahme bildet die Polizei in Duisburg. Diese werde am Samstag, 21. Dezember, mehr Polizisten als Streifen auf den Weihnachtsmärkten anordnen. Diese Maßnahme sei jedoch rein präventiv und nicht aufgrund besonderer Erkenntnisse getroffen worden, so ein Sprecher.
Am Sonntag gab es eine gemeinsame Videokonferenz der Leiter der Kreispolizeibehörden von NRW und Landesinnenminister Herbert Reul. „Wir haben keine zusätzliche Verstärkung angeordnet, sondern haben gesagt: genauer hinschauen. Das, was an Vorschriften da ist, einhalten und den Blick schärfen“, so Reul. Und weiter: „Wir haben natürlich heute Morgen auch noch einmal an alle unsere Behörden einen Erlass gesteuert mit dem Hinweis: schaut euch jeden Markt noch mal genau an - schaut euch die Sicherheitsmaßnahmen an. Wir müssen nicht verschärfen, aber vielleicht normal genauer hingucken.“ Wenn Lücken in den Sicherheitskonzepten entdeckt werden, sollten diese geschlossen werden.
„Derzeit keine konkreten Gefährdungshinweise“: Städte in NRW reagieren auf Anschlag
Auch die Polizei Dortmund äußert sich zu den Maßnahmen in der Weihnachtsstadt. „Die Veranstalter der Weihnachtsstadt Dortmund, die Polizei Dortmund und die Stadt Dortmund setzen weiterhin auf ihr bewährtes Sicherheitskonzept“, erklärt die Polizei. Es habe eine Besprechung am Samstagmorgen, 21. Dezember, stattgefunden, in der dies beschlossen wurde. Zudem sei das Sicherheitskonzept noch einmal überprüft worden.
„Die dramatischen Bilder aus Magdeburg machen mich betroffen. Leider wird uns wieder vor Augen geführt, dass unsere freiheitliche Gesellschaft verletzlich ist. Ja, es gibt eine abstrakte Gefahr für Weihnachtsmärkte in Deutschland. Allerdings liegen uns derzeit keine konkreten Gefährdungshinweise für Dortmund vor. Wir setzen alles daran, dass die Besucherinnen und Besucher der Weihnachtsstadt einen möglichst sorgenfreien Aufenthalt haben“, erklärt Polizeipräsident Gregor Lange.
Zudem findet am Samstagabend, um 19 Uhr in der Dortmunder Reinoldikirche eine öffentliche Gedenkveranstaltung anlässlich der Opfer von Magdeburg statt. Ähnlich ist es in Iserlohn im Sauerland.
Sicherheitsmaßnahmen verstärkt: „Sicherheit und Vorsicht haben für uns höchste Priorität“
Auch in Hamm wurde das Sicherheitskonzept noch einmal genau überprüft. Dabei habe sich herausgestellt, dass alles in Ordnung und sicher sei, so ein Sprecher des kommunalen Ordnungsdienstes. Dennoch wurden zusätzliche Oktablöcke aufgestellt, „um die beste Sicherheit vor Ort zu garantieren“. In Hamm wird es am Abend kein Bühnenprogramm geben und auch keine Partymusik in den Zelten.
Ähnlich hat Iserlohn im Sauerland reagiert. Statt des Auftritts einer Band wird einen Gedenkgottesdienst geben. „Dazu wird es eine erhebliche Aufstockung des Sicherheitspersonals in den kommenden letzten Tagen der Wald Stadt Weihnacht geben“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.
Auch in Winterberg im Sauerland habe man die Sicherheitsmaßnahmen im Winterdorf verstärkt, ohne das zu konkretisieren. „Ordnungsbehörde, Polizei und Veranstalter haben im Vorfeld des Winterdorfes Sicherheitsmaßnahmen abgestimmt. Gemeinsam haben wir heute die Situation neu bewertet und gehen kein Risiko ein. So haben wir weitere Maßnahmen abgestimmt, um auch angesichts der veränderten Bedrohungslage die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten. Sicherheit und Vorsicht haben für uns höchste Priorität“, so die Veranstalter.
Weihnachtsmarkt-Anschlag in Magdeburg – Bilder zeigen die fürchterlichen Momente danach
Darüber hinaus findet am Samstag gegen 19 Uhr eine landesweite Schweigeminute statt, an der sich viele Städte beteiligen. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) ordnete darüber hinaus für Nordrhein-Westfalen Trauerbeflaggung für alle Landes- und kommunalen Dienstgebäude an. Auf X teilt er mit: „Meine Gedanken sind bei den Opfern und Angehörigen des feigen Angriffs auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt. Der Schmerz und das Leid der Menschen wird uns alle das ganze Weihnachtsfest und darüber hinaus begleiten“.
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