Manfred Weretecki (Die Linke) beantragte im Warsteiner Rat die Prüfung, ob das Ordnungsamt verfügen könne, dass die Schwertransporte angekündigt werden müssen. Die Zuständigkeit liegt allerdings beim Kreis, der sich nun dazu äußert.
Warstein – Der eine oder andere, auch aus dem Warsteiner Stadtrat, musste die Erfahrung bereits machen: Vom Logistikplatz am Belecker Haarweg „schlängelt“ sich in den Abendstunden ein Rotorblatt-Schwertransport über die Külbekreuzung durch Mülheim, Sichtigvor, Allagen und Niederbergheim und ehe man sich als Verkehrsteilnehmer versieht, steht man im Stau – denn die Transporte werden nach wie vor nicht angekündigt: „Aus Sicherheitsgründen“, teilte die Betreibergesellschaft Windpark Rennweg Betriebs GmbH & Co.KG zuletzt mit, es gehe nicht darum, etwas zu verheimlichen. Trotzdem vermehrt sich die Kritik. Auch bei Manfred Weretecki, Ratsmitglied der Linken.
In der vergangenen Ratssitzung stellte er den Antrag, dass die Stadtverwaltung prüfen möge, ob wiederum das Ordnungsamt verfügen könne, dass die Schwertransporte angekündigt werden müssen. Die notwendige Mehrheit erhielt er für den Antrag im Rat. Der Spielball liegt nun allerdings nicht bei der Verwaltung, denn eine solche Genehmigung fällt nicht in den Zuständigkeitsbereich des städtischen Ordnungsamtes, sondern ist Sache des Kreises.
Nur Unternehmen und Polizei wissen von Transport-Zeiten
Birgit Kalle, Pressesprecherin des Kreises, erklärte am Freitagmittag, dass man jedoch „keine Grundlage“ sehe, aufgrund derer die Transporte anzukündigen seien. Es sei richtig, dass die Genehmigung der Transporte beim Kreis liege, „und wir verstehen auch den Unmut“. Hinzukomme aber schlichtweg, dass auch der Kreis selber keine Kenntnis darüber hat, wann wieder Windkraft-Schwertransporte, insbesondere die „Bladelifter“-Fahrten mit Rotorblättern, stattfinden, schilderte Kalle. Lediglich das ausführende Unternehmen wisse davon, ebenso die Polizei, die 48 Stunden im Vorfeld Bescheid erhalte. Sonst niemand.
Schwertransport mit Windrad-Rotorblatt von Belecke zum Windpark Rennweg
Unter anderem der Sichtigvorer Taxi-Unternehmer Patrick Weber hatte sich in der Vergangenheit zu Wort gemeldet. Ihm gehe es nicht um grundsätzliche Kritik an den Transporten beziehungsweise der Windenergie, sondern ärgerte ihn die fehlende Kommunikation. Denn zu seinem Tagesgeschäft gehören vor allem Kranken- und Sozialfahrten, Transporte in Reha-Kliniken, aber beispielsweise auch Nacht-Dialysen nach Meschede. Wenn genau um die Zeit dann einer der Transporte durch das Möhnetal fährt und die Strecke blockiert, bedeute das für Weber und seine Gäste eine Zwangspause am Straßenrand, wie er kürzlich schilderte: „Das ist schade, weil es eigentlich nicht nötig ist. Wenn man vorher weiß, wann die Transporte unterwegs sind, kann man das ja einplanen.“