VonMaximilian Gangschließen
Auf einer Weide in Bottrop hat ein Wolf kürzlich offenbar 13 Tiere gerissen. Auch die restlichen Tiere der Herde haben die Folgen des Angriffs nicht überlebt.
Bottrop – Einst galt der Wolf als nahezu ausgestorben in NRW, doch in den vergangenen Wochen und Monaten gab es wieder vermehrt Sichtungen und offizielle Nachweise im gesamten Bundesland. Dabei kommt es immer wieder auch zu Berichten darüber, dass Wölfe Nutztiere wie Schafe oder Ziegen gerissen haben. Nach einer Wolfsattacke in Bottrop ist jetzt eine gesamte Herde tot.
Wölfe breiten sich immer weiter in NRW aus
Erst vor Kurzem hat das Umweltministerium neue Wolfsgebiete in NRW ausgesprochen, in der Hälfte des Bundeslandes werden Schutzmaßnahmen jetzt zu 100 Prozent gefördert. Unter anderem gehört auch das Fördergebiet „Westmünsterland“ dazu, zu dem auch die Stadt Bottrop gehört. In der Nacht zum Samstag (2. September) hat ein Wolf im Bottroper Stadtbezirk Kirchhellen zugeschlagen. Nicht ganz klar ist, wie viele Tiere dem Räuber in dieser Nacht zum Opfer fielen.
Wolf reißt Schafe und Tiere in Bottrop (NRW) – restliche Herde muss geschlachtet werden
Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) spricht von 13 Tieren, die unmittelbar durch die Wolfsattacke verstarben. Dort ist der Fall allerdings noch „in Bearbeitung“, wie es vom Landesamt heißt. Laut dem Bürgerforum Gahlen, das die gerissenen Tiere in der Region auf einer Karte zusammenfasst, sind es zwölf Tiere – zehn Schafe und zwei Ziegen – die ein Wolf in dieser Nacht erlegte. Schon da ist die ursprünglich aus 30 Tieren bestehende Herde auf 17 geschrumpft.
Doch zehn Tage nach dem Wolfsangriff starb ein weiteres Schaf, eine gehörnte Heidschnucke. Das Muttertier hatte, nachdem dessen zwei Lämmer beim Übergriff am 2. September gerissen wurden, in Folge des Stresses die Futteraufnahme eingestellt und ist schließlich verendet. Der Stress durch die Attacke sorgte auch dafür, dass zwei weitere Tiere am 20. September starben. Auch bei den restlichen 15 Tieren waren starke Stresssymptome zu erkennen – sie werden nun geschlachtet, schreibt das Bürgerforum Gahlen.
Experte über den Wolf in NRW: „Fest steht, dass er nicht weggeht“
Der Wolf wird wohl dauerhaft in NRW und Deutschland bleiben, wie Wolfsexperte René Oberhauser vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) kürzlich im Gespräch mit wa.de sagte: „Fest steht, dass der Wolf nicht weggeht.“ Für den Menschen bedeutet die Ausbreitung des Wolfes meist keine direkte Gefahr, bei einer Begegnung mit dem Raubtier gilt: Ruhe bewahren. Panik oder gar Weglaufen könnten den natürlichen Jagdinstinkt des Tieres wecken.
Anders ist es bei Nutztieren, die zur Beute vom Wolf werden können. Der richtige Schutz durch Zäune ist unerlässlich – und die sind häufig teuer. So steigen mit dem Anstieg der Wolfspopulation auch die Kosten für Prävention und Ausgleichszahlungen für die Länder und Kommunen. Im bundesweiten Kostenvergleich rangiert NRW allerdings aktuell noch in der unteren Hälfte, weit hinter Ländern wie Bayern oder Niedersachsen. (mg)
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