VonEva Burghardtschließen
Das Waldgebiet Haard ist ein riesiges Waldstück im Ruhrgebiet. Es entstand zur Zeit der Dinosaurier. Etwas erinnert dort auch heute noch daran.
Recklinghausen – Für einen Moment ist es still. Kein Auto hupt, keine Straßenbahn rattert. Nur ein paar Vögel zwitschern. Es riecht nach Kiefernnadeln, nicht nach Abgasen. Der Alltagsstress ist weit weg. Dafür sind die Waldwege endlos. Dieser Ort liegt nicht tausende Kilometer entfernt in Kanada, sondern mitten im Ruhrgebiet in NRW. Eine grüne Oase in der Industrielandschaft, ähnlich wie der malerische MüGa-Park in Mülheim an der Ruhr. Die Haard ist dort eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete und hat eine lange Geschichte.
Die Haard: Riesiges Naherholungsgebiet mit Hügeln und Aussichtstürmen
Die Haard hat eine Fläche von 5500 Hektar und gehört zum Naturpark Hohe Mark. Nördlich der Haard liegt Haltern am See, wo es ein schwimmendes Solarkraftwerk gibt, im Westen grenzt sie an Marl und im Süden an Recklinghausen und Oer-Erkenschwick. n dem Waldgebiet gibt es gleich 16 kleinere Berge. Deswegen wird die Haard auch als Hügellandschaft bezeichnet. Auf zwei dieser Berge gibt es Aussichtsplattformen, die auch als Feuerwachturm dienen. Für Wanderer gibt es in der Haard also viel zu entdecken:
- Stimberg (156,9 Meter)
- Rennberg (139,4 Meter, mit Aussichtsturm)
- Farnberg (136,2 Meter; mit Aussichtsturm)
- Küsberg (132,6 Meter)
- Finkenberg (132,4 Meter)
- Schlittenberg (128 Meter)
- Weseler Berg (125,8 Meter)
- Schwarzer Berg (123,9 Meter)
- Dachsberg (122,8 Meter)
- Scharpenberg (113,3 Meter)
- Hammerberg (105,0 Meter)
- Kibitzberg (104 Meter)
Deponie Petersberg (88 Meter) - Dummberg (82 Meter)
- Hülsberg (80,2 Meter)
Eggenberg (77 Meter)
Die vielen Hügel und die Aussichtstürme bieten weite Ausblicke ins Lippetal und auf die Ruhr-Metropole. Der Stimberg, im Süden der Haard ist 157 Meter hoch und damit höchste Geländeerhebung in dem Wald. Von dort blickt man auf grüne Wälder und sandige Täler. Man spricht auch von den „Halterner Sanden“. Die stammen nach Auskunft des RVR noch aus der Kreidezeit, also dem Zeitalter, als noch Dinosaurier auf der Erde lebten.
Im Ruhrgebiet gab es tatsächlich auch einige Funde von Dinosaurierfossilien. So entdeckte man in Bochum in einem Steinbruch die sogenannte „Bochumer Fährte“, die Fußspur eines Sauriers. Sie ist noch heute im Bergbaumuseum in Bochum zu sehen.
Riesiges Waldgebiet mit etlichen Wanderwegen: Die Haard im Ruhrgebiet
Wer mehr über die Haard und ihre Geschichte lernen will, kann das auf dem natur- und heimatkundlichen Lehrpfad tun. Der hat eine Gesamtlänge von 8,2 Kilometern. Laut Regionalverband Ruhr (RVR) gibt es in der Haard insgesamt 34 Rundwanderwanderwege mit einer Gesamtlänge von 158 Kilometern. Aber nicht nur Zweibeiner haben dort ein eigenes Wegenetz. Wie der RVR schreibt, ist die Haard ein „El Dorado“ für Reiter: In Verbindung mit dem Waldgebiet Hohe Mark stehen Mensch und Tier dort 170 Kilometer Reitwege zur Verfügung.
Die Haard
►5.500 Hektar großes Waldgebiet im Ruhrgebiet, bei Recklinghausen
►Beliebtes Ausflugsziel für Wanderer, Radfahrer und Reiter
►16 Erhebungen gibt es der Haard. Auf zwei davon sind Aussichtstürme.
►Adresse: Am Stimbergpark, 45739 Oer-Erkenschwick
►Anfahrt: Über die Autobahn A43 und die Autobahn A52 oder mit der Bahn zu den Bahnhöfen in Marl-Sinsen oder Haltern am See.
►Die Haard ist nicht das einzige Ausflugsziel in der Region. In Bottrop gibt es etwa einen verwunschenen See, der aussieht wie in Skandinavien, auch historische Altstädte kann man im Ruhrgebiet entdeckt.
Die Haard besteht heute zu einem Großteil aus Kiefernwäldern. Das war aber nicht immer so: Wie der RVR mitteilt, wuchsen früher vor allem Eichen und Buchen im Gebiet zwischen Emscher und Lippe. Langfristig sollen sich die Bäume dort wieder ansiedeln. Deswegen haben die Förster des RVR in den vergangenen zwanzig Jahren einige Buchen- und Eichenkulturen angelegt. (ebu)
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