VonEva Burghardtschließen
Ein idyllischer See mitten im Ruhrgebiet, umgeben von abgestorbenen Bäumen und wilden Blumen. Aber der Pfingstsee hat eine ungewöhnliche Geschichte.
Bottrop – Tiefblau und ruhig liegt der See da. Abgestorbene Baumstämme ragen in die Luft wie knöcherne Finger. In einer Kurve führt ein Damm über das Wasser. Am Ufer wachsen wilde Blumen. Dieser verwunschene Ort liegt nicht in Skandinavien, sondern mitten im Ruhrgebiet in NRW. Der Pfingstsee in Bottrop ist ein beliebtes Ausflugsziel und er wächst immer weiter.
Der Pfingstsee in der Kirchheller Heide ist durch Bergbau entstanden
Zwischen den drei Städten Bottrop, Oberhausen und Dinslaken liegt die Kirchheller Heide: Eine grüne Landschaft voller Wälder und Seen – mitten im Ruhrgebiet. Sie gehört zum Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland, in dem es etliche Rad- und Wanderwege gibt. Auf den Wald- und Feldwegen scheint die Industrielandschaft, die das Ruhrgebiet so prägt, weit weg zu sein. Doch tatsächlich sind einige Seen in der Kirchheller Heide erst durch den Steinkohleabbau entstanden.
Die Kirchhelller Heide in Bottrop
► Die Kirchheller Heide ist eine grüne Wald- und Seen-Landschaft im Westen von Bottrop-Kirchhellen im Ruhrgebiet.
► Sie gehört zum Naturpark Hohe Mark-Westmünd, der eine große Bedeutung für die Naherholung in der Region hat.
► Die Kirchheller Heide hat eine Fläche von etwa 20 Quadratkilometern.
► 2019 wurde in dem Gebiet zum ersten Mal seit 100 Jahren wieder ein Wolf gesehen. Es gehört zum Wolfsgebiet Schermbeck. In der Region werden immer wieder Wölfe gesichtet.
► Es gibt noch weitere Naturlandschaften im Ruhrgebiet, die zum Wandern und Verweilen einladen, darunter der malerische MüGa-Park in Mülheim an der Ruhr, der aussieht wie aus dem Märchen.
Durch den Abbau von Kohle und Gestein haben sich dort unter der Erde Hohlräume gebildet. Die meisten davon sind inzwischen eingestürzt. Das hat dafür gesorgt, dass die Erdschicht, die darüber liegt, nachgesackt ist. Es entstanden sogenannte „Bergsenkungen“. Wenn nun ein Bach durch eine solche Senkung fließt, staut sich dort das Wasser und es entstehen sogenannte „Bergsenkungsseen“.
Durch die Kirchheller Heide fließen der Schwarzbach und der Elsbach. Bei beiden sind solche Seen entstanden. Der Weihnachtssee am Schwarzbach entstand im Jahr 2001. Er ist heute nur über eine kleine Hütte zugänglich, von der die Menschen Natur und Tiere beobachten können. Kurze Zeit später bildete sich dann am Elsbach der Pfingstsee, über den heute ein Damm führt.
Bis heute wächst der Pfingstsee in der Kirchheller Heide in Bottrop weiter
Der Pfingstsee, der eigentlich Sekungssee Elsbach heißt, entwickelt sich bis heute weiter. Die nahegelegene Zeche Prosper-Haniel in Bottrop, zu der auch die Halde Haniel gehört, lief nämlich noch bis 2018 weiter. Sie war eines der letzten Steinkohlebergwerke in Deutschland, das noch aktiv Kohle förderte.
Besondere Halden im Ruhrgebiet
►Der Bergbau hat die Region in und um Bottrop maßgeblich geprägt.
►Im Ruhrgebiet gibt es einige Halden, die mit ihrer Natur oder besonderen Kunstinstallationen als Ausflugsziele dienen.
►Das verrät die Landschaft nicht zuletzt durch ihre Halden, also künstliche Hügel, die durch Anhäufung von Gestein entstanden sind.
►So leuchtet die Halde Rungenberg in Gelsenkirchen in der Nacht.
►Die Halde Hoheward in Recklinghausen hat eine besondere Bauweise und in Gelsenkirchen gibt es eine Halde, in deren Inneren es brennt.
Auf der Website zur Industriekultur im Ruhrgebiet heißt es, dass Luftaufnahmen zeigen, wie das Wasser im Lauf der Jahre immer mehr Waldflächen geflutet hat. Die abgestorbenen Bäume, die aus dem See herausragen, sind ein Ergebnis von diesem Prozess. Über den See verläuft ein Weg, der auch als Damm dient. Dadurch verläuft er in einer Kurve, was Fußgängern und Radfahrerinnen die Möglichkeit gibt, einmal im Halbkreis durch den See zu fahren. Am Pfingstsee gibt es außerdem einen kleinen Rastplatz mit Blick aufs Wasser. Ein riesiger Badesee soll demnächst in Bottrop im Westen des Stadtgebiets entstehen. (ebu)

