Zahlreiche Fälle in Europa

„Eines der ansteckendsten Viren, die wir kennen“: Masern bereiten sich in deutschem Nachbarland aus

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Die Masern sind auf dem Vormarsch. In einem Nachbarland haben sich die Fälle verdoppelt. Fachleute schlagen bereits Alarm.

Frankfurt – Fieber, Bindehautentzündung und Hautausschlag: Das sind einige der typischen Symptome von Masern. Die hoch ansteckende Viruserkrankung kann tödlich verlaufen und langfristige Schäden verursachen. Die Krankheit breitet sich derzeit weltweit, insbesondere unter Kindern, wieder aus. Das hat bereits zu Todesfällen geführt. Auch in den Nachbarländern Deutschlands werden besorgniserregende Zahlen gemeldet.

Masern breiten sich wieder in Europa aus: Fallzahlen verdoppeln sich in Nachbarland

Seit 2001 müssen Fälle der einst ausgerotteten Erkrankung in Deutschland gemeldet werden. Seit 2020 besteht eine Impfpflicht. Ab einer Impfquote von 95 Prozent gilt eine Bevölkerung als geschützt. Auch durch Aufklärungskampagnen konnte die Krankheit weitgehend eingedämmt werden. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab es 1980 in Europa noch über 850.000 Fälle. Während der Covid-19-Pandemie sind die Fallzahlen aufgrund der Abstandsregeln deutlich zurückgegangen, teilt das Bundesgesundheitsministerium mit. Seit 2023 steigen die Masernfälle jedoch wieder an.

Masern verbreiten sich wieder in Europa. Das soll auch an Nachlässigkeit beim Impfen liegen.

Die WHO verzeichnet weltweit den höchsten Anstieg an Masernfällen seit 27 Jahren. Das Mediennetzwerk Dachist berichtet, dass es in den Niederlanden 2025 bisher mehr als doppelt so viele Masernfälle wie im Vorjahr gibt: 108 Infizierte, darunter große Ausbrüche an vier Grundschulen. Fachleute sehen die Ursache in niedrigen Impfquoten, da die letzte große Masernwelle 2013/2014 ebenfalls Gemeinden mit geringer Impfbereitschaft betraf. Die Zunahme der Fälle wird auf Infektionen im Ausland zurückgeführt, wobei sich mindestens 17 Personen in Marokko angesteckt hätten.

Das marokkanische Gesundheitsministerium meldet seit Anfang 2025 insgesamt 3631 Masernfälle und fünf Todesfälle aus allen Regionen des Landes. Seit 2023 wurden 116 Todesfälle registriert. In den Niederlanden wurden drei weitere Fälle nachweislich aus Rumänien importiert, wo die Krankheit seit Jahren wieder verbreitet ist. 2024 wurden dort EU-weit die meisten Masernfälle gemeldet.

Masern „eines der ansteckendsten Viren“

Obwohl die Masernimpfung seit 1976 Teil des staatlichen Vorsorgeprogramms in den Niederlanden ist, hat die Impfmoral stetig abgenommen. Grund seien Überzeugungen in religiösen Gemeinschaften und eine neue Impfskepsis. Das macht vor allem Schulen zu Ausbreitungsherden. Auch in Belgien wird vor dem Virus gewarnt. Die Expertin Laura Cornelissen empfiehlt gegenüber LaLibre, sich vor Masern zu schützen, da „es eines der ansteckendsten Viren“ sei, „die wir kennen“.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

Demnach hätten Abwasserproben in Belgien gezeigt, dass sich eine marokkanische Variante des Virus verbreitet. Das Risiko für schwere Krankheitsverläufe ist bei Kindern unter fünf Jahren und bei Erwachsenen über 20 Jahren erhöht. Laut Bundesgesundheitsministerium gehören Mittelohr- und Lungenentzündungen sowie Gehirnentzündungen zu den möglichen Komplikationen. Eine Infektion kann Spätfolgen haben, die erst bis zu zehn Jahre später auftreten und immer noch tödlich verlaufen können.

Immer mehr Masern-Fälle in Europa: Diese Symptome können auftreten

Die Inkubationszeit beträgt sieben bis 21 Tage. Die Ansteckungszeit beginnt drei bis fünf Tage vor dem Auftreten der ersten Symptome und dauert bis zu vier Tage nach dem charakteristischen Hautausschlag an. Zu den Symptomen zählen:

  • Fieber
  • Bindehautentzündung
  • Schnupfen
  • Husten

In der ersten Phase treten Entzündungen mit Rötungen und Bläschen an der Mundschleimhaut auf. Eine spezifische antivirale Therapie gegen Masern gibt es laut RKI nicht. Die Symptome wie Fieber können jedoch mit fiebersenkenden Medikamenten behandelt werden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die erste Masernimpfung als Masern-Mumps-Röteln-Kombinationsimpfung (MMR) bei Kindern im Alter von elf Monaten. Im Alter von 15 Monaten sollte dann die zweite Impfung erfolgen, mit einem Mindestabstand von vier Wochen zwischen den Impfungen. Erwachsene sollten ebenfalls ihren Impfschutz überprüfen und gegebenenfalls auffrischen.

Auch das Virus HMPV bereitet sich weltweit weiter aus. (diase/kas)

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