Bereits 20 Tote wegen der Brände

Sonne nur noch ein kleiner Punkt: Griechenland versinkt durch Waldbrände in Rauchschwaden

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  • Robin Dittrich
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  • Kilian Bäuml
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    Nadja Katz

Nach den verheerenden Bränden auf Rhodos und Korfu wüten schon wieder Brände in Griechenland. Betroffen sind die Metropolregionen Athen und Thessaloniki.

Update vom 24. August, 12.50 Uhr: Die Feuerwehr kämpft nach wie vor in Griechenland gegen die lodernden Flammen. Allein in Avlonas habe es in den vergangenen 24 Stunden zwölf Brände gegeben. Inzwischen hat das Feuer auch den Nationalpark des nahe gelegenen Gebirges Parnitha erreicht. Feuerwehrsprecher Giannis Artopoios sprach gegenüber dem Sender ERT von einer regelrechten „Feuerexplosion“ in der Schlucht von Parnitha.

Rund 80 Prozent des Landes lag am Mittwoch unter schweren Rauchwolken. Die Sonne ist lediglich als kleiner Punkt am Horizont erkennbar. Noch hunderte Kilometer von den Bränden entfernt verdeckt die verqualmte Luft den Himmel. Laut Wetterdienst zog der Rauch vom Nationalpark Dadia im Nordosten des Landes mehr als 950 Kilometer weit bis zum Ionischen Meer. Er bedeckte demnach eine Fläche von etwa 110.000 Quadratkilometern.

Anwohner beobachten den Waldbrand im Dorf Avantas in der Nähe der Stadt Alexandroupolis.

„Wir haben im Mittelmeer seit Jahrtausenden Waldbrände, das ist nichts Neues. Neu ist aber die Intensität der Brände aufgrund des Klimawandels“, bilanzierte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis. Langfristige Prognosen deuten darauf hin, dass es im Laufe des Jahrhunderts in Süd- und Mitteleuropa noch trockener wird.

Bereits im Juni hatten die Mitglieder des Waldbrandschutzvereins Attika sorgenvoll auf den trockenen Nationalpark geblickt. Diese haben sich nun bestätigt. Die Bilder seien „entmutigend“, sagte der Vereinsleiter George Mavrogiorgos gegenüber der Tageszeitung Kathimerini. Das Ausmaß der Zerstörung sei groß. „Was wir jahrelang geschützt haben, existiert plötzlich nicht mehr“, so Mavrogiorgos.

Feuer-Inferno in Griechenland: Waldbrände gefährden einzigartigen Tannenwald

Update vom 24. August, 6.04 Uhr: Die starken Winde lassen allmählich nach, doch die Feuer toben nach wie vor in Griechenland. Den sechsten Tag in Folge kämpfen Einsatzkräfte in verschiedenen Regionen gegen Busch- und Waldbrände. Dennoch haben die Flammen am Mittwochabend den Nationalpark des nahe gelegenen Gebirges Parnitha erreicht. Die Flammen breiten sich in einer Schlucht aus und ziehen weiter Richtung Berge, informierte Feuerwehrsprecher Giannis Artopoios den Sender ERT.

„Unser Ziel ist es, zu verhindern, dass das Feuer den Tannenwald erreicht, der rund 3500 Hektar umfasst“, sagte der griechische Generaldirektor für Wälder und Forst, Evangelos Goudoufas, der Tageszeitung Kathimerini. Die Kefalonischen Tannen gibt es nur in Griechenland.

Etwa 80 Prozent der Fläche Griechenlands lag am Mittwoch noch unter schweren Rauchwolken. Nach Angaben des Zivilschutzes soll es am Donnerstag zumindest etwas besser werden. Die Feuergefahr ist noch in vielen Landesteil als „hoch“ bis „sehr hoch“ eingestuft.

Waldbrände in Griechenland: „Es ist der schlimmste Sommer“

Update vom 23. August, 19.01 Uhr: Aufgrund der zahlreichen großen Brandherde meldete sich Feuerwehrchef Girgos Pornaras gegenüber von Pressevertretern. Wie er angab, habe er so etwas in 32 Jahren seiner beruflichen Karriere noch nie erlebt. Ein Großteil der Brandherde konnten noch immer nicht unter Kontrolle gebracht werden. Auch Bürgerschutzminister Vassilis Kikilias pflichtete dem Feuerwehrchef bei: „Es ist der schlimmste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen.“

Noch immer ist nicht ganz klar, wie die Waldbrände zustande kamen. Innerhalb der Bevölkerung macht sich die Meinung breit, dass so viele Waldbrände gleichzeitig nicht natürlich sein können – dort gehen die Menschen von Brandstiftung aus. Auch Fachleute vermuten das Zutun von Menschen hinter den zwölf Bränden binnen zwei Stunden in den Wäldern von Dadia.

Da die Feuer vor allem in unwegsamem Gelände ausbrachen, gestaltet sich die Suche nach möglichen Verursachern aber als schwierig. In schweren Fällen der Brandstiftung können Strafen von bis zu 30.000 Euro fällig werden. Auch die Kosten der Löscharbeiten würden in Rechnung gestellt.

Waldbrände in Griechenland: Angespannte Lage in Athen und Umland – Riesige Fläche in Rauch gehüllt

Update vom 23. August, 14.45 Uhr: Noch immer liegen große Teile Griechenlands wegen gewaltiger Waldbrände unter Rauchwolken. In der Nähe von Athen versuchen unter anderem deutsche Löschflugzeuge, das Feuer von Griechenlands Hauptstadt fernzuhalten. Die diesige und verqualmte Luft zog hunderte Kilometer weit durch das Land. Wie die Tageszeitung Kathimerini berichtete, sollen bis zu 80 Prozent der Landesfläche von Rauchwolken bedeckt gewesen sein. Bereits seit fünf Tagen kämpft Griechenland in weiten Teilen gegen die Waldbrände.

Feuer-Inferno auf Rhodos: Erschütternde Aufnahmen zeigen, wie die Flammen die Insel verändert haben

Ein verzweifelter Mann steht auf Rhodos vor Flammen
Ein verzweifelter Mann steht auf Rhodos vor Flammen, die griechische Insel wurde durch Waldbrände teils massiv zerstört. © Spyros Bakalis/AFP
Ein evakuiertes Hotel, bis kurz vor dem Gebäude haben die Flammen gewütet.
Viele Einheimische auf Rhodos stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. Wie lange es dauern wird, zerstörte Häuser und Infrastruktur wieder aufzubauen, lässt sich kaum abschätzen. © Christoph Reichwein/dpa
Blick auf den Tsambika Strand auf Rhodos
Die griechische Insel Rhodos ist seit vielen Jahren ein beliebtes Urlaubsziel. Bei diesem Ausblick wohl kein Wunder. © Pond5/Imago
Blick auf das ehemalige Kastell Kritinia auf Rhodos
Neben Sonne, Strand und Meer hat Rhodos auch viel Natur zu bieten – so wie hier rund um das ehemalige Kastell Kritinia. © Vobelima/Panthermedia/Imago
Hippokratesplatz in der historischen Altstadt von Rhodos
Auch der Hippokratesplatz in der historischen Altstadt von Rhodos zählt zu den Sehenswürdigkeiten der griechischen Insel. © Frank Fell/robertharding/Imago
Festung Monolithos auf Rhodos
An tollen Foto-Motiven mangelte es den Urlaubern auf Rhodos sicher nicht. © Vobelima/Panthermedia/Imago
Ein Feuerwehrmann versucht, einen Waldbrand auf Rhodos zu löschen
Doch verheerende Waldbrände haben dem Urlaubsparadies stark zugesetzt. Und ihre Spuren hinterlassen... © Aristidis Vafeiadakis/Imago
Satellitenbilder, die am 20. Juli und 23. Juli 2023 aufgenommen wurden, zeigen das Ausmaß der Waldbrände auf einem Teil der Insel Rhodos
Diese Satellitenbilder, die am 20. Juli (l.) und 23. Juli 2023 aufgenommen wurden, zeigen das Ausmaß der Waldbrände auf einem Teil der Insel Rhodos. © Uncredited/Planet Labs PBC/AP/dpa
Blick auf den Strand in Kiotari auf Rhodos
Bevor die verheerenden Brände ausbrachen, konnte man auf Rhodos im Ort Kiotari am Strand die Sonne genießen. © Reiner Conrad/Imago
In der Nähe des Dorfes Kiotari ist eine verbrannte Strandbar zu sehen
Von der Strandidylle ist nicht mehr viel übrig. Das Feuer hat sich fast bis zum Meer durchgefressen und eine Spur der Verwüstung hinterlassen.  © Socrates Baltagiannis/dpa
Überreste verbrannter Sonnenschirme am Strand
Die Überreste verbrannter Sonnenschirme liegen verkohlt im Sand. © Socrates Baltagiannis/dpa
Ein verbrannter Holzsteg an einem Strand
Ein einst viele Meter langer Holzsteg ist von den Flammen regelrecht aufgefressen worden und nahezu verschwunden.  © Socrates Baltagiannis/dpa
Verbrannte Bäume sind neben einem Hotel in der Nähe des Dorfes Kiotari zu sehen
Auch viele Unterkünfte in Kiotari, wie dieses Hotel in Strandnähe, sind von dem Feuer-Inferno gezeichnet. © Socrates Baltagiannis/dpa
Im Ort Kiotari ist das Feuer in den vergangenen Tagen bis an die Hotels am Strand vorgedrungen. Am Horizont weiterhin Rauchfahnen von den Waldbränden
Wie durch ein Wunder blieb zumindest ein Teil von Kiotari auf Rhodos vom Feuer verschont. Die angrenzenden Flächen sind dagegen völlig verkohlt. © Christoph Reichwein/dpa
Ein Haus steht in einem verbrannten Wald in der Nähe des Dorfes Gennadi
Wo sich einst Baum an Baum reihte und es grün leuchtete, haben die Waldbrände nicht mehr viel übrig gelassen. © Petros Giannakouris/dpa
Rehe und Hirsche stehen in der Nähe eines verbrannten Waldes im Dorf Asklipio auf Rhodos
Der Lebensraum einiger Tiere ist zerstört. Diese Rehe und Hirsche irren in einem verbrannten Wald im Dorf Asklipio umher. © Petros Giannakouris/dpa
Nahe der Ortschaft Vati im Süden der Insel Rhodos steht ein Baum in Flammen
Zumal die Waldbrände auf Rhodos immer noch nicht erloschen sind. © Petros Giannakouris/dpa/AP

„Es ist einer der beeindruckendsten Rauchtransporte, die wir in den letzten Jahren gesehen haben“, sagte Kostas Lagouvardos, Direktor des Nationalen Observatoriums von Athen. Eine Fläche von rund 110.000 Quadratkilometern solle vom Rauch bedeckt sein. Vom griechischen Verband der Pneumologen wird empfohlen, dass sich Betroffene, wenn möglich, in Innenräumen aufhalten sowie Fenster und Türen geschlossen lassen.

In der Nähe von Athen blieb die Lage ebenfalls angespannt. Nordwestlich der Hauptstadt Griechenlands brannte es in Richtung des Gebirges Parnitha. Parnitha gilt als grüne Lunge Athens und ist außerdem Nationalparkgebiet. Die Feuerwehr kämpfte dort darum, dass die Flammen nicht auf die Berge übergreifen. 65 Löschzüge waren dort im Einsatz, dazu kamen im Morgengrauen sieben Löschflugzeuge sowie acht Hubschrauber. Zwei der Löschflugzeuge kamen aus Deutschland. Eingedämmt werden konnten die Flammen noch nicht, an mindestens 15 Fronten brennt es weiter. Die Prognose der Waldbrandgefahr war Mittwoch allerdings schon besser als noch am Dienstag.

Waldbrände in Griechenland außer Kontrolle: „Die Situation ist beispiellos“

Update vom 23. August, 7.38 Uhr: Am Dienstag brach auf einer Mülldeponie im Gewerbegebiet von Aspropyrgos nahe Athen ein Feuer aus. Dort wie auch in Dadia gehen die Behörden, wie die Tagesschau berichtet, von Brandstiftung aus, wobei mutmaßliche Täter noch nicht festgestellt wurden. In Aspropyrgos gibt es kaum Vegetation, dafür aber große Müllhalden, Industriehallen und Berge von Autoreifen, die Feuer fingen. In Dadia waren am Montag beispielsweise binnen zwei Stunden zwölf Feuer ausgebrochen, was als Indiz für Brandstiftung gilt.

Die weiteren Aussichten für die Entwicklung der Brände sind denkbar schlecht. Für fast ganz Griechenland warnte der Zivilschutz vor sehr hoher bis extrem hoher Waldbrandgefahr.

Update vom 23. August, 6.12 Uhr: Die Lage in Griechenland verschärft sich zunehmend. Etliche neue Brandherde wurden von der griechischen Feuerwehr gemeldet. Obwohl laut Sprecher viele dieser Brände umgehend gelöscht werden konnten, blieb eine beträchtliche Anzahl unbezwingbar. Starke bis stürmische Winde wehen und heizen die Flammen an. Vielerorts fielen Wasser und Strom aus, weil Strommasten verbrannten und die Leitungen mit sich rissen.

In der Region rund um Alexandroupolis wüteten die Brände bereits den vierten Tag in Folge. „In der Stadt selbst regnet es Asche, und die Flammen kommen immer näher“, berichtete eine Reporterin des Staatssenders ERT. Meteorologen sagten bis Freitag weiterhin heißes und trockenes Wetter voraus, sodass die Brandgefahr mindestens bis Ende der Woche anhalten werde.

Waldbrände in Griechenland: „Die Situation ist beispiellos“

Update vom 22. August, 19.04 Uhr: Die Waldbrände in Griechenland breiten sich mit rasanter Geschwindigkeit weiter aus. Allein in den vergangenen 24 Stunden wurden mehr als 60 neue Brände, darunter zwei in der Nähe von Athen, gezählt, wie die Feuerwehr am Dienstag mitteilte. Besonders betroffen ist die Region der Hafenstadt Alexandroupoli, die im Nordosten unweit der Grenze zur Türkei liegt.

„Die Situation ist beispiellos, die Wetterbedingungen sind extrem“, sagte Feuerwehrsprecher Giannis Artopios dem Fernsehsender ERT. Innerhalb kürzester Zeit seien die Brände am Dienstag „auf eine gigantische Größe“ angewachsen. In den Bezirken um Athen wurden bereits Zehntausende Menschen aufgrund der Feuer evakuiert.

Sechs Länder schickten gemäß dem EU-Katastrophenschutzmechanismus Hilfe. Rund 120 Feuerwehrleute aus Zypern, Rumänien, Tschechien, Kroatien, Deutschland und Serbien sollten bei der Bekämpfung der Brände helfen, teilte die Feuerwehr weiter mit. Auch zwei Löschflugzeuge aus Niedersachsen wurden nach Angaben des Innenministeriums in Hannover entsandt.

Waldbrände in Griechenland außer Kontrolle: 18 Leichen entdeckt – Feuerwehr mit ersten Details

Update vom 22. August, 14.20 Uhr: Bei den Waldbränden im Nationalpark Dadia in Nordostgriechenland sind am Dienstag die verbrannten Leichen von 18 Menschen gefunden worden. „Da niemand vermisst wird, gehen wir davon aus, dass es sich um illegale Einwanderer handelt“, sagte Feuerwehrsprecher Giannis Artopoios dem griechischen Staatssender ERT. Die Menschen seien in einer Hütte am Rande des Waldes gefunden worden, Untersuchungen seien eingeleitet worden. Die Zahl der Toten steigt damit auf 20 Menschen.

Der Fund der Leichen in der Nähe der Ortschaft Avas (auch: Avantas) bestätigte eine entsprechende Befürchtung der Feuerwehr, denn bereits am Dienstagvormittag war die Leiche eines mutmaßlichen Migranten gefunden worden. Der Mann sei vermutlich an einer Rauchvergiftung gestorben, hieß es.

In den Wäldern der Grenzregion verstecken sich immer wieder Migranten, die illegal von der Türkei aus über die Grenze nach Griechenland gelangt sind. Schleuser versuchen dann, die Menschen über die nahe gelegene Autobahn nach Westgriechenland und weiter in andere europäische Länder zu bringen.

Waldbrände in Griechenland: Weitere Brandherde entdeckt

Update vom 22. August, 6.31 Uhr: Der Kampf gegen mehrere große Wald- und Buschbrände ist am Montag (21. August) fortgesetzt worden. Weil es in den betroffenen Gegenden teilweise seit Monaten nicht geregnet hat, sei nach Angaben eines Sprechers der Feuerwehr, die Vegetation ausgedörrt. Fangen Pflanzen und Bäume Feuer, treibt der Wind die Flammen so schnell voran, dass die Feuerwehr zunächst kaum eine Chance hat.

Zusätzlich zu bestehenden Feuern sind zwei weitere große Waldbrände in Griechenland ausgebrochen. Einer von ihnen wütete seit den Mittagsstunden auf Euböa, der zweitgrößten Insel des Landes. Wie die Feuerwehr mitteilte, sind die Orte Psachna und Nea Artaki betroffen. Die Ränder der Ortschaften, die in Richtung Feuer gelegen sind, wurden vorsorglich evakuiert. Zudem entfachte ein neuer Brand im äußersten Nordosten des Landes in der Nähe des Grenzflusses Evros. Dort brannte es im Nationalpark Dadia. In ganz Griechenland kämpften Feuerleute am vergangenen Sonntag gegen 53 Brände. Erst vor kurzem gab es Brände in Griechenland, die vor allem auf der Insel Rhodos verheerend waren.

Waldbrände in Griechenland – ein Todesopfer bestätigt

Update vom 21. August, 11.46 Uhr: Es brennt nach wie vor in Griechenland. Ein neuer Brand entwickelte sich in der Nacht in der Region Böotien westlich von Athen. Dabei ist ein 80-jähriger Schäfer ums Leben gekommen, bestätigte die Feuerwehr dem Staatssender ERT. Der Mann sei bei dem Versuch, seine Tiere vor den Flammen zu retten, in den Rauchschwaden ohnmächtig geworden und vermutlich erstickt.

Für die Region Attika, in der die Hauptstadt Athen liegt, sowie die angrenzenden Regionen gilt laut griechischem Zivilschutz am Montag die höchste Stufe der Brandgefahr. Stürmische Winde, die auch in den nächsten Tagen anhalten sollen, erschweren die Löscharbeiten. „Der Wind ist unser größter Feind“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.

Auch ein Brand im Nordosten des Landes, der seit Tagen nahe der Hafenstadt Alexandropoulis wütet, konnte noch nicht vollständig unter Kontrolle gebracht werden. Lediglich im äußersten Nordosten Griechenlands gibt es leichte Entspannung bei den Waldbränden. Die Gefahr sei aber noch nicht vorbei.

Waldbrände in Griechenland außer Kontrolle: „Es war eine sehr schwierige Nacht“

Update vom 20. August, 8.59 Uhr: In äußersten Nordosten Griechenlands sind große Wald- und Buschbrände weiter außer Kontrolle. Die Flammen erreichten am Sonntag Dörfer in der Region der Hafenstadt Alexandroupolis und beschädigten mehrere Häuser und landwirtschaftlich genutztes Land, wie die lokalen Behörden am Sonntag mitteilten. Die Feuerwehren kämpften den zweiten Tag in Folge gegen die Flammen.

Mit dem ersten Tageslicht wurden nach Angaben der Feuerwehr Löschflugzeuge und Helikopter eingesetzt, um die Flammen einzudämmen. „Es war eine sehr schwierige Nacht“, sagte der Bürgermeister von Alexandroupolis, Giannis Zamboukis, im Staatsrundfunk. Acht Dörfer in der Nähe seiner Stadt wurden evakuiert. Vier Menschen seien mit Atemwegsbeschwerden ins Krankenhaus gebracht worden, teilte der Bürgermeister der Hafenstadt weiter mit. Bei Touristen beliebte Anlagen seien nicht in Gefahr gewesen.

Update vom 20. August, 6.45 Uhr: In Griechenland droht der große Waldbrand weiter außer Kontrolle zu geraten. Besonders betroffen ist die Region um die Hafenstadt Alexandroupolis im Nordosten des Landes, nahe der türkischen Grenze. Nach aktuellen Erkenntnissen ist das Feuer in der Nähe des Dorfs Melia ausgebrochen und hat sich schließlich immer mehr in Richtung des Flughafens von Alexandroupolis ausgebreitet. Wir haben eine harte Nacht vor uns“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr gegenüber dem griechischen Sender Skai TV am späten Samstagabend. Auch die Flughafenbehörde sei in Alarmbereitschaft. Die starke Rauchentwicklung führe aktuell bereits zu Sichtproblemen.

Neue Waldbrände wüten in Griechenland: Ganze Dörfer evakuiert

Erstmeldung vom 19. August, 19.48 Uhr: Athen – Im Süden Europas sind durch die andauernde Hitze und Trockenheit einmal mehr flächendeckende Brände ausgebrochen: In Griechenland wüten seit Samstag (19. August) erneut Wald- und Buschbrände. Ein besonders großes Feuer tobte in einem ländlichen Gebiet nahe der Hafenstadt Alexandroupolis im Nordosten des Landes. Etliche Dörfer und Siedlungen wurden per Not-SMS an die Einheimischen dazu aufgerufen, sich für eine Evakuierung bereitzuhalten.

Im Laufe des Nachmittags wurden vorerst acht der betroffenen Ortschaften evakuiert. Aufgrund der starken Rauchentwicklung durch die Brände musste zudem eine nahe gelegene Autobahn gesperrt werden. Sieben Löschflugzeuge und zwei Hubschrauber, sowie 31 Löschzüge waren in dem Gebiet im Einsatz, so die Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Auch in der Region Thessaloniki brannte es am heutigen Samstagnachmittag. Nahe der Metropole Griechenlands war die Gemeinde Langadas von den Feuern betroffen. Bereits am Vortag hatte die Feuerwehr 44 Wald- und Buschbrände gezählt, wie sie auf Twitter mitteilte.

Griechenland wieder in Flammen: Neue Hitzewelle sorgt für höhere Brandgefahr

Der Juli 2023 war global gesehen der heißeste Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Und nach der Hitze kamen die Brände – so auch in Griechenland: Auf den Inseln Rhodos und Korfu mussten Zehntausende Menschen evakuiert werden. Touristinnen und Touristen brachen ihren Urlaub ab und wurden vorzeitig heimgeflogen. In Athen sperrten die Behörden in den Mittagsstunden den Zugang zur Akropolis, um Besucherinnen und Besucher vor einem Hitzschlag zu schützen.

Christos Zerefos, Leiter des Forschungszentrums für Atmosphärenphysik und Klimatologie an der Athener Akademie, erwartet in Zukunft durch den Klimawandel mehr Sommer wie diesen: „Wir hatten immer schon Hitzewellen, aber sie werden häufiger, heißer und dauern länger.“ Zerefos sagt: „Wir werden uns an 2023 als einen Wendepunkt erinnern – die Klimakrise ist da“.

Nach dem sehr heißen Juli und bisherigen August und der lang anhaltenden Trockenheit in vielen Teilen des Landes, hat in Griechenland nun auch eine neue Hitzewelle begonnen. Der staatliche Wetterdienst verzeichnete in vielen Gegenden Temperaturen um 38 Grad Celsuis, so die Informationen der dpa. In der kommenden Woche sollen die Temperaturen teils auf über 40 Grad steigen.

Feuer in Griechenland: Am Sonntag kommt starker Wind als Risiko hinzu

Der Zivilschutz in Griechenland warnte für den morgigen Sonntag (20. August) vor noch höherer Waldbrandgefahr: Besonders hoch ist die Gefahr demnach im Nordwesten der Halbinsel Peloponnes, in der Region Attika rund um die Hauptstadt Athen, auf der Insel Euböa und in der beliebten Ferienregion Chalkidiki in Nordgriechenland. In manchen der betroffenen Gegenden ist am Sonntag zudem mit starkem Wind zu rechnen, der eine Ausbreitung von Feuern beschleunigen kann.

Der für diese Jahreszeit in Griechenland typische Wind „Meltemi“ – ein trockener und oft sehr starker Wind aus Nord und Nordost – kann mögliche Löscharbeiten der Feuerwehr erschweren. Fachleute betonen, dass es in Land zwar seit Jahrtausenden Waldbrände gebe, sie jedoch früher nicht in dieser Intensität vorgekommen seien. Die meisten Brände stellen sich als absichtlich oder fahrlässig von Menschen verursacht heraus. Die Folgen des Klimawandels würden die Ausbreitung der Feuer jedoch maßgeblich beschleunigen. (na/kiba/afp/dpa)

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