Hagel, Starkregen, Sturmböen

Gewitterfront über Deutschland: „Zahlreiche Straßen überflutet“ – Ausnahmezustand

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  • Michelle Brey
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    Kilian Bäuml

Bei Unwettern über Teilen Deutschlands ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen, mehrere weitere wurden verletzt. Der News-Ticker.

Update vom 23. Juli, 6.55 Uhr: Nach einem kurzen Zwischenhoch steht am Dienstag (23. Juli) schon das nächste Tief bereit. Die Kaltfront eines Tiefs über Dänemark greift mit teils kräftigen Schauern und Gewittern auf Deutschland über, teilt der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Mit Unwettern – Starkregen, Hagel und Sturmböen – ist im Tagesverlauf von Nordwesten bis in die mittleren Landesteile zu rechnen. Auf der Rückseite des Tiefs strömt dann aus dem Nordwesten deutlich kühlere Meeresluft ein.

Schweres Unglück auf der Zugspitze: Junger Mann tödlich von Blitz verletzt

Update vom 22. Juli, 9.10 Uhr: Erneut zeigt sich das Wetter in Deutschland von seiner stürmischen Seite, zahlreiche Gewitter zogen am Sonntag über Teile des Landes. Dabei ist am Sonntag mindestens ein Mensch ums Leben gekommen, mehrere weitere wurden verletzt. Zahlreiche Keller und Straßen wurden überflutet. Feuerwehr und Polizei waren vielerorts im Einsatz. Der Deutsche Wetterdienst hob in der Nacht alle Unwetterwarnungen wieder auf. Im Laufe des Tages sollte es im Südosten, Osten und Nordosten neue Gewitter geben.

Das tödliche Unglück ereignete sich nach Polizei-Angaben in Bayern. Ein 18-Jähriger war demnach am Sonntag mit zwei weiteren Männern aus Nordrhein-Westfalen auf die Zugspitze (2962 Meter) gefahren. Dort lief er zum unweit von der Terrasse der Bergstation entfernten Zugspitzgipfel. Auf dem Weg zurück - das sind keine 80 Meter - sei ein Blitz am Sonntag mehrmals und heftig im Bereich des Gipfels eingeschlagen, teilte die Polizei mit. Der Mann sei tödlich verletzt worden.

Das Unwetter erschwerte zugleich die Rettungsmaßnahmen. Ein Hubschrauber konnte nicht fliegen, die Zugspitzbahn nicht fahren. Die Bergung habe dadurch erst mit Verzögerung erfolgen können, hieß es - auch weil mehrfach Blitze im Bereich der Bergstation und des Gipfels einschlugen.

Auch Familie von Blitzeinschlag verletzt - Sie hatten unter einem Baum gesessen

Ein Blitz schlug am Sonntag auch in einem Park im niedersächsischen Delmenhorst ein und verletzte acht Mitglieder einer Familie. Sie hatten unter einem Baum gesessen. Ein 5-jähriger Junge und ein 14-jähriges Mädchen wurden am Sonntag laut Polizei reanimiert und mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Die Mutter, ihr Mann, eine 2- und eine 9-jährige Tochter, ein 12-jähriger Sohn und ein 31-jähriger Verwandter wurden ebenfalls in Krankenhäuser gefahren.

Dem Wetterdienst zufolge setzt sich von Westen her allmählich eine Hochdruckzone durch. Mit ihr gelange etwas trockenere Luft ins Land. „Nur im Südosten hält sich weiterhin die vorher wetterbestimmende schwül-warme und instabile Luftmasse“, hieß es laut Vorhersage. Dort sind Gewitter möglich.

Update vom 21. Juli, 22.08 Uhr: In Quickborn (Kreis Pinneberg, Schleswig-Holstein) herrscht Ausnahmezustand. Ein schweres Gewitter verursachte Überflutungen und Dutzende Feuerwehreinsätze. „Innerhalb kurzer Zeit wurden zahlreiche Straßen überflutet und Keller sowie eine Tiefgarage liefen voll“, teilte der Kreisfeuerwehrverband Pinneberg mit. Mehr als 150 Einsätze der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks (THW) seien ausgelöst worden.

An einigen Einsatzstellen seien Personen zeitweise vom Wasser eingeschlossen worden. Einige Unwetter-Betroffene bekamen in der Hauptfeuerwache Quickborn Unterschlupf. Ob es Verletzte gibt, ist noch unklar, so die Feuerwehr weiter. „Die Einsätze dauern aktuell noch an, und die Einsatzkräfte werden nach Priorität koordiniert.“

Unwetter ziehen über Deutschland – Blitzeinschlag verletzt ganze Familie

Update vom 21. Juli, 20.20 Uhr: Unwetter mit Gewittern und Starkregen sind am Sonntag in Deutschland präsent. Dabei schlug in Delmenhorst (Niedersachsen) ein Blitz in einen Baum ein. Eine sechsköpfige Familie wurde dabei verletzt. Zwei von ihnen schweben in Lebensgefahr, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die Familie hätte im Graftwiesen-Park unter einem Baum gesessen, in den am Nachmittag ein Blitz einschlug.

Alle sechs Familienmitglieder wurden in Folge eines Blitzeinschlags in Krankenhäuser gebracht. Rettungshubschrauber waren im Einsatz.

Wie der NDR unter Berufung auf einen DLRG-Sprecher berichtet, musste im Landkreis Friesland ein Strand am Nachmittag evakuiert werden. Hintergrund sei eine Windhose gewesen, die sich aus einem Gewitter gebildet hatte. Rund 800 Badegäste waren von der Evakuierung betroffen. Verletzt worden sei niemand.

Unwetter in Deutschland: DWD warnt weiter – vor allem Bayern am Abend betroffen

Indes hat sich die Wetterkarte des DWD verändert. Warnstufe Rot gilt mit Stand von 20.15 Uhr hauptsächlich in Bayern. Für Teile von Dachau, München, Freising und Pfaffenhofen a.d. Ilm hat der DWD die höchste aller Warnstufen ausgerufen. Die Karte ist für diese Kreise lila gefärbt. Das entspricht einer Unwetterwarnung vor „schwerem Gewitter mit extrem heftigem Starkregen und Hagel“. Sie gilt bis 22 Uhr. In Teilen von Baden-Württemberg gilt ebenso Warnstufe Rot.

Deutschland von Unwetter betroffen – Warnstufe Rot in mehreren Kreisen

Update vom 21. Juli, 16.34 Uhr: Nach der Hitze ziehen Unwetter über Deutschland hinweg. Mehrere Kreise sind davon betroffen. So herrscht Warnstufe Rot etwa in Bamberg. Hier warnt der DWD vor schweren Gewittern mit heftigem Starkregen und Hagel – bis (vorerst) 17 Uhr. Gleiches gilt beispielsweise für Bremen, Bremerhaven, Nienburg oder Halberstadt. Welche Kreise im Detail betroffen sind, lässt sich in der DWD-Karte genau betrachten. Nachmittags und abends soll auch der Süden von einzelnen schweren Gewittern betroffen sein, so die Experten aus Offenbach. Hier gilt eine Vorabinformation vor Unwettern bis 24 Uhr.

DWD warnt vor Gewittern mit Hagel, Starkregen und Sturmböen

Update vom 21. Juli, 14.08 Uhr: Jetzt gelten die ersten amtlichen Unwetterwarnungen (Stufe 3). Rund um Göttingen drohen laut DWD „schwere Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel“, die Warnung gilt bis 14.45 Uhr. Das Gleiche gilt für die Region zwischen Nürnberg und Ansbach bis 15 Uhr.

Update vom 21. Juli, 12.37 Uhr: Das europäische Wolkenbild des DWD zeigt, um 13 Uhr kommt die Gewitterfron aus dem Westen in Deutschland an. In einem breiten Korridor von der Nordseeküste bis ins Allgäu drohen dann Gewitter mit Hagel, Starkregen und teils schweren Sturmböen.

Besonders kräftig dürften die Unwetterereignisse im Alpenvorland und der Mitte ausfallen. Für die Region vom Bodensee bis in den Süden von München spricht der DWD eine Unwetter-Vorabinformation aus. Rund um Erfurt, im Süden von Magdeburg, in Nordhessen und Teilen von NRW sowie Niedersachsen gelten bereits Warnungen vor markantem Wetter (Stufe 2).

Vom frühen Nachmittag bis nach Mitternacht zieht die Gewitterfront über Deutschland.

Update vom 21. Juli, 7.28 Uhr: Auch am Sonntag entlädt sich die angespannte Luft wohl gegen Nachmittag. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für Nachmittag und Abend vor „regional erhöhtem Unwetterpotenzial aufgrund von Starkregen.“ Auch „extremes Unwetter“ ist erneut nicht ausgeschlossen.

Schon im Tagesverlauf führt eine Tiefdruckrinne zu Schauern und Gewittern, die von Westen nach Osten ziehen. „Nur von Vorpommern bis Ostsachsen meist trocken.“ Nachts bleibt es dann vorerst gewittrig, erst in der zweiten Nachthälfte klingen die Unwetter dann von Westen her ab.

Nach Warnungen vor „extremen Unwettern“: Weitere Gewitter angekündigt

Update vom 20. Juli, 21.45 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst hat die Unwetter-Warnungen für Bayern aufgehoben. Unwetter sollen jedoch auch am Sonntag eine Rolle spielen. Die Hitze lässt das Gewitter-Risiko steigen. „Die in Baden-Württemberg liegende schwülwarme Luft wird im Tagesverlauf des Sonntags im Vorfeld einer heranrückenden Kaltfront zunehmend labilisiert“, teilte der DWD am Abend mit. Ab Sonntagmittag nehme die Gewittergefahr in ganz Deutschland zu. Mit den Gewittern könne es Starkregen mit bis zu 25 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde geben sowie Hagel und Windböen bis zu 60 Kilometer pro Stunde. 

Am Sonntagabend seien vom Hochrhein über Oberschwaben und die Schwäbische Alb bis zur Frankenhöhe örtlich Unwetter möglich – inklusive Regenmengen um 40 Liter pro Quadratmeter. Die Temperaturen sinken leicht – es komme zu Höchstwerten von 22 Grad im Bergland bis hin zu 27 Grad im Nordosten.

Wetter-Warnung in Deutschland: Wo auf die Hitze der Knall folgt

Update vom 20. Juli, 19.20 Uhr: Die Warnungen des DWD nehmen ab. Aktuell betrifft die Warnung vor schwerem Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel nur noch Teile von Bamberg, Lichtenfels und Coburg. Sie gilt bis 20 Uhr. Auch die amtliche Warnung vor Hitze wurde teils aufgehoben. Nicht mehr betroffen sind Teile des Westens und Südens Deutschlands. Im Norden und Osten hingegen gilt sie teils bis Sonntagabend. Der DWD prognostiziert für Sonntag eine „verbreitet starke Wärmebelastung in Gebieten östlich einer Linie Bremen – Augsburg“.

DWD befürchtet heute „extremes Unwetter“: Warnungen für mehrere Kreise

Update vom 20. Juli, 17 Uhr: Die Warnungen der Apps Katwarn und Nina galten bis 16 Uhr – und sind somit wieder aufgehoben. Dennoch zeigt die Karte des Deutschen Wetterdienstes weiterhin in einigen Regionen Wetter-Warnungen an. Hauptsächlich betroffen ist Bayern. Große Teile des Bundeslandes sind gelb gefärbt. In diesen Gebieten gilt eine „amtliche Warnung vor Gewittern“ – und zwar bis 18 Uhr.

Einzelne Gebiete sind außerdem rot gefärbt. Dort gilt eine „amtliche Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel“ – ebenso bis 18 Uhr. Die betroffenen Gebiete sind:

  • Fürstenfeldbruck
  • Dachau
  • Augsburg
  • Aichach
  • Pfaffenhofen a.d. Ilm
  • Neuburg a.d. Donau
  • Ingolstadt
  • Kelheim
  • Eichstädt
  • Weißenburg
  • Roth
  • Schwabach
  • Nürnberg
  • Ansbach
  • Fürth
  • Rothenburg o.d. Tauber
  • Neustadt a.d. Aisch
In Bayern gelten einige Unwetter-Warnungen am Samstagnachmittag (Stand: 16.52 Uhr)

DWD befürchtet heute „extremes Unwetter“: Katwarn und Nina lösen aus

Update vom 20. Juli, 15.21 Uhr: Mittlerweile haben Katwarn und Nina-App ausgelöst. Rote Unwetterwarnungen gelten in 16 Kreisen rund um München, auch das Stadtgebiet ist betroffen. Es drohen teils starke Gewitter und Hagel, in München Sturmböen mit bis zu 70 km/h.

DWD befürchtet „extremes Unwetter“ heute Nachmittag: Tiefdruckrinne bringt Wetter-Absturz nach Deutschland

Erstmeldung vom 20. Juli, 13.14 Uhr: Frankfurt – Der Sommer zeigt sich bisher von seiner wechselhaften Seite. Das ist auch an diesem Wochenende spürbar, denn nach der Hitze der vergangenen Tage in Deutschland soll es noch heute gewittern. „Der große Knall kommt heute Abend und am Morgen und dann wird es ab Montag deutlich frischer“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.com. Eine Erfrischung, die jedoch wohl nicht lange anhält.

Von Hitze zu Unwetter am Wochenende: „Teils kräftige Gewitter mit Starkregen“

„So ganz langsam rutscht das Hoch nach Osteuropa und macht den Weg frei für Tiefs.“ Das nächste Tief soll Deutschland schon in der Nacht von Samstag auf Sonntag erreichen. Die Nacht wird voraussichtlich jedoch aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit eher unangenehm. Vor allem in Ballungsräumen fallen die Temperaturen zudem wohl nicht unter 20 Grad, laut dem Experten spricht man dann von Tropennächten. Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) sieht am Samstag noch eine Wärmebelastung und einer kommenden Druckrinne, die feuchte Luft nach Deutschland bringt.

Erste Wetter-Warnungen (orange) tauchen in der Warnkarte des DWD auf: Noch dominieren die Hitzewarnungen (lila).

„Ab den Mittagsstunden im Süden, ausgehend wohl von der Fränkischen Alb und vom Alpenvorland, einzelne, teils kräftige Gewitter mit Starkregen um 20 l/qm in kurzer Zeit“, schreibt der DWD. Am Nachmittag seien auch Starkregen und Sturmböen und extreme Unwetter vereinzelt möglich, die sich die auch Nachts weiter anhalten. „Örtlich auch Unwetter durch Starkregen und Hagel um drei Zentimeter, extremes Unwetter (mehr als 40 l/qm) lokal eng begrenzt am Nachmittag nicht ausgeschlossen.“

„Wohlfühltemperaturen“ zum Wochenstart: Doch die kleine Erfrischungspause des Sommers hält nur kurz an

Trotz des Regens herrschen jedoch auch am Sonntag in vielen Teilen Deutschland hohe Temperaturen um die 30 Grad. Erst zum Abend strömen kühlere Luftmassen über Deutschland. Die nächste Woche startet dann laut Jung mit „Wohlfühltemperaturen“ am Montag mit 20 bis 25 Grad und einer Mischung aus Sonne und Wolken. Der Mittwoch wird voraussichtlich etwas frischer, bevor es zum Ende der Woche wieder heiß wird.

Denn die nächsten warmen Luftmassen sind schon auf dem Weg nach Deutschland. „Der Sommer ist nicht weg, er macht nur eine kleine Pause und das ist eben typisch für einen mitteleuropäischen Sommer. Die sind nun mal eher von der wechselhaften Sorte.“ Mal heiße Tage, mal Schauer und Gewitter, mal ein paar kühlere Tage – das Auf und Ab ist laut dem Experten ganz normal. Viele Menschen seien das aber nicht mehr gewohnt, da es seit 2018 immer wieder Dürresommer und Hitzewellen gab. „Es ist wieder etwas mehr Normalität angekommen, aber eben auch nur bei uns“, sagt der Wetter-Experte. Südeuropa hat hingegen derzeit mit Hitzewellen zu kämpfen. (kiba)

Rubriklistenbild: © Chromorange/Imago/DWD

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