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Die französische Region Var wurde von schweren Unwettern getroffen. Überschwemmungen forderten Todesopfer. Zwei Menschen werden noch vermisst.
Update vom 22. Mai, 13.37 Uhr: „Alles war überflutet“, sagt ein Mann aus Cavlière bei BFM TV. Er habe beobachtet, wie ein Hoteparkplatz buchstäblich überspült wurde. „Das Wasser stieg in weniger als zehn Minuten.“ Andere Zeugen aus der Region Var in Frankreich berichten über „Regen von beispielloser Gewalt.“
Im Küstenort Le Lavandou bei Marseille ist laut dem dortigen Bürgermeister eine ältere Frau gestorben, ihr Mann werde immer noch vermisst. Die Gemeinde war von den heftigen Regenfällen überrascht worden.
Erstmeldung vom 21. Mai, 14.01 Uhr: Var – In Südfrankreich führten schwere Unwetter zu Überschwemmungen. Die Regenfälle und Stürme an der Côte d‘Azur forderten mehrere Todesopfer. Weitere Personen werden noch vermisst.
Drei Tote nach Unwetter in Südfrankreich gefunden: Sie wurden von den Wassermassen mitgerissen
„Ohne die Präventionsmaßnahmen wäre die Bilanz deutlich schlimmer ausgefallen …“, berichtet Alix Roumagnac, Geschäftsführer von Predict Services, der Zeitung Var-Matin. Das französische Unternehmen hat sich auf die Risikoprävention spezialisiert. Seit etwa zwanzig Jahren würden die in Frankreich eingesetzten Präventions- und Warnsysteme weiterentwickelt. Sie sollen die Bevölkerung vor schweren Wetterereignissen warnen.
Regen und Sturm zogen in Südfrankreich Überschwemmungen nach sich. Dabei kamen laut eines Berichtes von Euro News mindestens drei Menschen zu Tode. Eine leblose Frau wurde demnach aus ihrem Fahrzeug in der Gemeinde Vidauban geborgen. Des Weiteren sei ein Auto in der Gegen von Cavalière von den Wassermassen mitgerissen worden. Darin habe sich laut Staatsanwaltschaft ein älteres Ehepaar befunden, das versuchte, sein Haus zu verlassen. Beide Insassen wurden tot im Auto aufgefunden, berichtet Euro News. Auch in Spanien forderete ein Unwetter erst Mitte März Todesopfer.
Überschwemmungen am Mittelmeer: An der Côte d‘Azur werden laut Präsident Macron zwei Personen vermisst
Zwei weitere Personen gelten noch als vermisst. Das teilte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf der Social-Media-Plattform X mit. In seinem Post schrieb er: „Wir werden mit den Rettungskräften vor Ort sein, um die nächsten Stunden zu überstehen.“ Auch Hilfe beim Wiederaufbau versprach er. Die Region hat einige Schäden zu beklagen. Viele Gemeinden waren von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten. In der Stadt Le Lavandou seien Straßen, Brücken, die Kläranlage sowie die Küstenlinie zerstört worden.
„Wir haben die Entwicklung dieses Wetterereignisses genau verfolgt“, erklärt der Ingenieur. Das Unwetter erreichte demnach am Montagabend die Küstenregion, bis sich der Regen aus der Region Languedoc-Roussillon zurückzog. Anschließend sei das Wetter über das Mittelmeer vor Marseille gezogen und erreichte wieder das Festland im Bereich des Département Var. Dort traf es die Gemeinde Le Lavandou besonders schwer. „Es ist sehr schwierig, diesen Punkt genau vorherzusehen, solange sich das Wettersystem noch bewegt“, erklärt der Geschäftsführer gegenüber Var-Matin.
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Wetterwarnung für das Unwetter in Frankreich wurde von Gelb auf Orange angehoben
Ursprünglich habe der Wetterdienst Météo France eine Wetterwarnung der Stufe Gelb für das Département ausgesprochen. Diese wurde jedoch in der Nacht von Montag auf Dienstag (20. Mai) revidiert. Die Warnung wurde auf Orange eingestuft und trat am Dienstagmorgen ab 6 Uhr in Kraft, so Var-Matin.
Laut Euro News arbeiteten mehr als 200 Feuerwehrleute daran, die öffentliche Infrastruktur wieder erreichbar zu machen. Auch private und lokale Unternehmen sorgten dafür, dass die Straßen wieder zugänglich wurden. Erst Anfang Mai riefen die Behörden auf der Ferieninsel Lanzarote den Notstand aus. Dort kam es ebenfalls zu Überflutungen.
Rubriklistenbild: © Christophe Simon/AFP
