Letzte Stunden vor dem Tod

Franziskus hat sich Ärzten „widersetzt“: ZDF-Journalist enthüllt Befürchtungen vor Tod von Papst

+
ZDF-Korrespondent Andreas Postel erlebte den letzten öffentlichen Auftritt von Papst Franziskus am Ostersonntag hautnah (Montage).
  • schließen

Bei dem letzten öffentlichen Auftritt von Papst Franziskus war ZDF-Reporter Andreas Postel dabei. Ein Kraftakt, gegen Ratschläge seiner Ärzte.

Rom – Schon in der Gemelli-Klinik war Papst Franziskus mehrere Male in Lebensgefahr. Sein Arzt schilderte offen von den dunkelsten Stunden am Krankenbett. Im Rollstuhl hatte sich Franziskus zu diesem Zeitpunkt schon der Öffentlichkeit gezeigt. Es ging offenbar bergauf. Tägliche Gesundheits-Updates aus dem Vatikan blieben aus. Der Papst müsse genesen, hieß es. Am Ostermontag starb Papst Franziskus, für viele Gläubige überraschend, an einem Schlaganfall. ZDF-Reporter Andreas Postel berichtete in „ZDF-Spezial“ vom 21. April von der Sorge um das Oberhaupt der katholischen Kirche.

Papst Franziskus hört nicht auf den Rat seiner Ärzte

Einen Tag vor seinem Tod hatte Papst Franziskus noch den traditionellen Ostersegen „Urbi et Orbi“ gespendet. Der Papst war sichtlich angeschlagen und wirkte erschöpft. Den Segen habe er laut Postel mit „brüchiger Stimme“ gesprochen. „Ein Kraftakt für ihn“. Nach der Entlassung aus der Gemelli-Klinik sollte sich der Papst eigentlich auf ärztlichen Rat schonen und so wenig Besuche, wie möglich empfangen. Franziskus war eine zweimonatige Rekonvaleszenz verordnet worden.

„Er sollte Ruhe bewahren und Ostern nicht groß in Erscheinung treten“ – ZDF-Journalist über Papst Franziskus

„Er sollte zwei Monate Ruhe bewahren und eigentlich Ostern nicht groß in Erscheinung treten“, so Postel. Doch der Argentinier habe sich dem „widersetzt“ und sich immer wieder auch ganz spontan gezeigt, kurz vor Ostern und am Ostersonntag. „Gestern gab es immer noch Spekulationen, wie er den überhaupt in diesem stark angeschlagenen Zustand diesen Ostersonntag überstehen wird. Man sah es ihm deutlich an, dass er sehr angeschlagen war. Wir haben alle große Befürchtungen gehabt, ob er tatsächlich diesen Tag überlebt.“

Am Ostersonntag ist Papst Franziskus noch einmal mit dem Papamobil über den Petersplatz gefahren. „Danke, dass du mich auf die Piazza zurückgebracht hast“ – gehören zu den letzten Worten, die der Papst zu seinem persönlichen Assistenten und Krankenpfleger Massimiliano Strappetti sagte, teilte Vatican News mit. Strappetti war schon in der Gemelli-Klinik immer an der Seite des Papstes gewesen und begleitete Franziskus auch am Ostersonntag. Vor der Fahrt mit dem Papamobil über den Platz habe der Papst laut Vatican News gefragt: „Glaubst du, dass ich das schaffe?“ Strappetti habe ihn beruhigt, „und so kam es zu diesem denkwürdigen, letzten Bad in der Menge.“

Papst Franziskus‘ letzter öffentlicher Auftritt: Die Bilder vom Ostersegen auf dem Petersdom

Papst Franziskus erscheint in der zentralen Loge des Petersdoms, um den Segen Urbi et Orbi zu erteilen. Einen Tag später verstarb Franziskus.
Papst Franziskus erscheint in der zentralen Loge des Petersdoms, um den Segen Urbi et Orbi zu erteilen. Einen Tag später verstarb Franziskus.  © picture alliance/dpa/AP | Gregorio Borgia
Papst Franziskus trinkt mit einem Strohhalm aus einer Flasche Wasser. Nach seinem wochenlangen Krankenhausaufenthalt fehlte dem 88-Jährigen für vieles die Kraft.
Papst Franziskus trinkt mit einem Strohhalm aus einer Flasche Wasser. Nach seinem wochenlangen Krankenhausaufenthalt fehlte dem 88-Jährigen für vieles die Kraft. © picture alliance/dpa/AP | Gregorio Borgia
Papst Franziskus spricht den Segen Urbi et Orbi am Ostersonntag.
Papst Franziskus erteilt am Ostersonntag den Segen Urbi et Orbi auf der Loggia des Petersdoms. © picture alliance/dpa/AP | Gregorio Borgia
Papst Franziskus erteilt den Segen Urbi et Orbi. Es sollte der letzte öffentliche Auftritt für den 88-Jährigen werden.
Papst Franziskus erteilt den Segen Urbi et Orbi. Es sollte der letzte öffentliche Auftritt für den 88-Jährigen werden. © picture alliance/dpa/AP | Andrew Medichini
Papst Franziskus erteilt den Segen Urbi et Orbi (lateinisch für „der Stadt und der Welt“) in der zentralen Loge des Petersdoms zum Abschluss der von Kardinal Comastri geleiteten Ostermesse auf dem Petersplatz im Vatikan.
Papst Franziskus erteilt den Segen Urbi et Orbi (lateinisch für „der Stadt und der Welt“) in der zentralen Loge des Petersdoms zum Abschluss der von Kardinal Comastri geleiteten Ostermesse auf dem Petersplatz im Vatikan. © picture alliance/dpa/AP | Andrew Medichini
Nach wochenlangem Krankenhausaufenthalt wirkte Papst Franziskus geschwächt. Zuletzt hatte er immer wieder Termine absagen müssen.
Nach wochenlangem Krankenhausaufenthalt wirkte Papst Franziskus geschwächt. Zuletzt hatte er immer wieder Termine absagen müssen. © picture alliance/dpa/AP | Gregorio Borgia
Papst Franziskus bei der Ostermesse auf dem Petersplatz. Zuletzt hatte der 88-Jährige mehrere Wochen im Krankenhaus verbracht.
Papst Franziskus bei der Ostermesse auf dem Petersplatz. Zuletzt hatte der 88-Jährige mehrere Wochen im Krankenhaus verbracht. © picture alliance/dpa/AP | Gregorio Borgia
Papst Franziskus von der zentralen Loge des Petersdoms am Ende der Ostermesse. Der 88-Jährige hatte aufgrund seines Gesundheitszustands zuletzt viele Termine absagen müssen.
Papst Franziskus von der zentralen Loge des Petersdoms am Ende der Ostermesse. Der 88-Jährige hatte aufgrund seines Gesundheitszustands zuletzt viele Termine absagen müssen. © picture alliance/dpa/AP | Gregorio Borgia
Papst Franziskus fährt in seinem Papamobil an der Menschenmenge auf dem Petersplatz vorbei, nachdem er am Ende der von Kardinal Comastri geleiteten Ostermesse auf dem Petersplatz den Segen Urbi et Orbi (lateinisch für „der Stadt und der Welt“) erteilt hat.
Papst Franziskus fährt in seinem Papamobil an der Menschenmenge auf dem Petersplatz vorbei, nachdem er am Ende der von Kardinal Comastri geleiteten Ostermesse auf dem Petersplatz den Segen Urbi et Orbi (lateinisch für „der Stadt und der Welt“) erteilt hat. © picture alliance/dpa/AP | Andrew Medichini
Papst Franziskus fährt in seinem Papamobil über den Petersplatz, nachdem er am Ende der von Kardinal Comastri geleiteten Ostermesse auf dem Petersplatz im Vatikan den Segen Urbi et Orbi (lateinisch für „der Stadt und der Welt“) erteilt hat.
Papst Franziskus fährt in seinem Papamobil über den Petersplatz, nachdem er am Ende der von Kardinal Comastri geleiteten Ostermesse auf dem Petersplatz im Vatikan den Segen Urbi et Orbi (lateinisch für „der Stadt und der Welt“) erteilt hat. © picture alliance/dpa/AP | Andrew Medichini
Papst Franziskus fährt im Papamobil am Petersdom vorbei. Nur einen Tag später verstirbt der 88-Jährige.
Papst Franziskus fährt im Papamobil am Petersdom vorbei. Nur einen Tag später verstirbt der 88-Jährige. © picture alliance/dpa/AP | Andrew Medichini
Papst Franziskus empfängt US-Vizepräsident JD Vance, bevor er den Segen Urbi et Orbi (lateinisch für „für die Stadt und die Welt“) am Ende der Ostermesse unter dem Vorsitz von Kardinal Comastri auf dem Petersplatz im Vatikan erteilt.
Papst Franziskus empfängt US-Vizepräsident JD Vance, bevor er den Segen Urbi et Orbi (lateinisch für „für die Stadt und die Welt“) am Ende der Ostermesse unter dem Vorsitz von Kardinal Comastri auf dem Petersplatz im Vatikan erteilt. © picture alliance/dpa/Vatican Media | Vatican Media
Papst Franziskus empfängt US-Vizepräsident JD Vance (l), bevor er den Segen Urbi et Orbi (lateinisch für „für die Stadt und die Welt“) am Ende der Ostermesse unter dem Vorsitz von Kardinal Comastri auf dem Petersplatz im Vatikan erteilt; in der Mitte der Leiter des päpstlichen Hauses, Bischof Leonardo Sapienza.
Papst Franziskus empfängt US-Vizepräsident JD Vance (l), bevor er den Segen Urbi et Orbi (lateinisch für „für die Stadt und die Welt“) am Ende der Ostermesse unter dem Vorsitz von Kardinal Comastri auf dem Petersplatz im Vatikan erteilt; in der Mitte der Leiter des päpstlichen Hauses, Bischof Leonardo Sapienza. © picture alliance/dpa/Vatican Media | Vatican Media
Papst Franziskus ist tot – erste Bilder im Sarg
Papst Franziskus starb am Ostermontag (21. April) an den Folgen eines Schlaganfalls, wie der Vatikan mitteilte. © Vatikan/AFP
Papst Franziskus gestorben - Rom
Der Leichnam von Papst Franziskus wird ab Mittwoch im Petersdom aufgebahrt. © Christoph Reichwein/dpa
Papst Franziskus ist tot
Einen Tag nach dem Ableben von Papst Franziskus hat der Vatikan erste Bilder des verstorbenen Kirchenoberhaupts veröffentlicht. © Juni Kriswanto/Vatikan/AFP
Papst Franziskus ist tot – erste Bilder im Sarg
Der Leichnam liegt in einem offenen Sarg, flankiert von Mitgliedern der Schweizergarde. © Vatikan/AFP
Papst Franziskus ist tot – erste Bilder im Sarg
Die Aufnahmen zeigen den 88-jährigen Pontifex, der in der Kapelle seiner Residenz Santa Marta aufgebahrt ist. © Vatikan/AFP
Papst Franziskus ist tot – erste Bilder im Sarg
Papst Franziskus trägt ein purpurfarbenes Messgewand. Auf seinen gefalteten Händen ruht ein Rosenkranz, sein Haupt ziert eine weiße Mitra. © Vatikan/AFP
Papst Franziskus gestorben - Vatikan
Vor dem Petersdom wird Gläubigen mitgeteilt, am wann sie den aufgebahrten Papst Franziskus sehen können. © Christoph Reichwein/dpa
Papst Franziskus gestorben - Aufbahrung im Vatikan
Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella und seine Tochter Laura beten vor dem Leichnahm von Papst Franziskus. © -/Vatican Media via AP/dpa
Nach Franziskus‘ Tod treffen Kardinäle aus aller Welt im Vatikan ein, um einen Papst-Nachfolger zu wählen.
Nach Franziskus‘ Tod treffen Kardinäle aus aller Welt im Vatikan ein, um einen Papst-Nachfolger zu wählen. © Gregorio Borgia/dpa
Papst Franziskus gestorben - Frankfurt am Main
Auch in Hessen trauern viele Gläubige um den am Ostermontag verstorbenen Papst Franziskus. © Arne Dedert/dpa

Auch ZDF-Reporter Postel war in diesem Moment mit seinem Kamerateam dabei, als der Papst mit seinem Papamobil an den Gläubigen vorbeifuhr. „Und wir konnten auf den Bildern sehen, dass seine Pfleger ihm den Nacken massierten“.

„Er hat nicht gelitten, es ging alles sehr schnell“ - Insider berichten von Tod von Papst Franziskus

Dann sei alles ganz schnell gegangen, berichtet das Vatican News. Erste Anzeichen einer gesundheitlichen Krise traten am Ostermontag gegen 5.30 Uhr auf. Dann sei der Papst in seinem Bett in seiner Wohnung im zweiten Stock der Casa Marta ins Koma gefallen. „Er hat nicht gelitten, es ging alles sehr schnell“, sagten diejenigen, die in diesen letzten Momenten bei ihm waren. (ml)

Kommentare