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Julian Mayr
Bjarne Kommnick
Robin Dittrich
Nur knapp zwei Wochen nach „Helene“ fegt „Milton“ über Florida. Der Hurrikan ist abgeschwächt, sorgt mancherorts aber für sintflutartige Regenfälle.
Update vom 10. Oktober, 18.03 Uhr: „Ich habe in meinem Leben noch nie etwas so Lautes und Schreckliches erlebt“, sagt ein Restaurantbesitzer aus Florida über Hurrikan „Milton“ bei CNN. Sein Restaurant hat dem Sturm zwar standgehalten, aber erheblichen Schaden genommen. Er war nach eigenen Angaben etwa fünf Kilometer vom Auge des Sturms entfernt gewesen.
Derweil heben die ersten Regionen den Evakuierungsbefehl mittlerweile auf. Unnötige Autofahrten sollen dennoch weiterhin vermieden werden, viele Straßen sind noch nicht von Schutt und Gefahrenquellen befreit. „Die Einsatzkräfte können die Straßen schneller räumen und die Versorgung schneller wiederherstellen, wenn sie sich frei bewegen können“, betont der Landkreis Pinellas County.
Update vom 10. Oktober, 15.43 Uhr: Hurrikan „Milton“ hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen und zahlreiche Tornados ausgelöst. Die Behörden in Florida erwarten weitere Meldungen von Todesopfern, bislang starben bekanntersweise vier Menschen in St. Lucie County.
Rettungskräfte waren die ganze Nacht über im Einsatz. „Wir hatten viele erfolgreiche Rettungsaktionen aus dem Staat. Ich weiß, dass unsere lokalen Partner das Gleiche tun. Im Laufe des Tages werden wir ein besseres Gefühl dafür bekommen“, sagt Gouverneuer Ron de Santis bei CNN. Das Worst-Case-Szenario ist glücklicherweise nicht eingetreten, am Morgen waren laut PowerOutage.us allerdings rund 3,3 Millionen Menschen ohne Strom.
Update vom 10. Oktober, 13.50 Uhr: Der Hurrikan „Milton“ zog über Florida hinweg und befindet sich aktuell erneut über dem Meer. An eine Entwarnung denkt Jane Castor, Bürgermeisterin von Tampa, hingegen nicht. „Es ist noch nicht vorbei. Wenn heute Morgen um 7.00 Uhr (13.00 Uhr deutscher Zeit) die Flut kommt, werden die Flüsse im ganzen Hillsborough County über die Ufer treten, nicht nur in der Stadt Tampa“, gab sie auf einer Pressekonferenz am Donnerstagmorgen an. Noch am Morgen wolle sie sich einen Überblick über die Schäden machen.
Auch Chad Chronister, Sheriff von Hillsborough County, bat die Bevölkerung eindringlich, in ihren sicheren Gebäuden zu bleiben. „Es liegen so viele umgestürzte Bäume und Stromleitungen herum, die Rettungsmannschaften kommen gar nicht hinterher. Bitte haben Sie Geduld, die Straßen sind zu gefährlich.“ Keinesfalls sollten Menschen jetzt schon versuchen, Schäden zu reparieren oder an andere Orte zu gehen: „Ich verstehe, dass alle das Haus verlassen wollen, aber warten Sie bitte auf unsere offizielle Entwarnung.“
Hurrikan „Milton“ hat Florida mittlerweile überquert
Update vom 10. Oktober, 12.45 Uhr: Der Hurrikan „Milton“ hat den Bundesstaat Florida US-Meteorologen zufolge überquert. Das US-Hurrikanzentrum teilte indes mit, dass sich das Zentrum des Hurrikans nun einige Kilometer nordöstlich vom bekannten Küstenabschnitt Cape Canaveral befinde. Laut Vorhersagen dürfte er in weiterer Folge im Tagesverlauf nördlich der Bahamas vorbeiziehen.
Sturmwarnungen für die Westküste wurden vom Nationalen Hurricane Service (NHS) um 5.00 Uhr Ortszeit aufgehoben. Dennoch warnt der NHS: „Es besteht die Gefahr einer lebensbedrohlichen Sturmflut entlang der Küste von Ost-Zentral-Florida nordwärts bis in den Süden Georgias.“ Auch starke Winde sowie heftige Regenfälle würden noch für einige Stunden anhalten.
5 am EDT - Hurricane #Milton moving off the coast of east-central Florida. Still producing damaging hurricane-force winds and heavy rains. Here are the Key Messages. Go to https://t.co/tW4KeGe9uJ for details. pic.twitter.com/w14GGYpPDL
— National Hurricane Center (@NHC_Atlantic) October 10, 2024
Besonders an der Ostküste dürften die Auswirkungen des Hurrikans also weiter kräftig zu spüren sein, warnen Experten. Dort kam es bereits im Vorfeld des Tropensturms zu dutzenden Tornados, mehrere Menschen kamen ums Leben. „Es sah aus, als hätte jemand ein Gewicht vom Himmel fallen lassen und eine Reihe von Häusern platt gemacht“, erzählte ein Augenzeuge der Wirbelstürme den Treasure Coast Newspapers.
Städte geflutet, erste Tote, Sturzflutwarnungen – Die schrecklichen Bilder von Hurrikan „Milton“ in Florida




Update vom 10. Oktober, 9.30 Uhr: Mindestens 2,8 Millionen Haushalte und Unternehmen in Florida seien mittlerweile von der Stromversorgung abgeschnitten, schreibt der Fernsehsender CNN unter Berufung auf das Portal poweroutage.us. Hurrikan „Milton“ wurde von dem Nationalen Hurrikan-Zentrum (NHC)bereits auf Kategorie 1 herabgestuft.
Trotz Herabstufung: Hurrikan „Milton“ treibt weiter sein Unwesen in Florida
Die Herabstufung des Sturms ändert jedoch wenig an dessen Verheerungen. Für Orlando, Deltona und Daytona Beach wurden vom nationalen Wetterdienst NWS (National Weather Service) Sturzflutwarnungen herausgegeben. „Lebensbedrohliche Überschwemmungen von Bächen und Flüssen, städtischen Gebieten, Autobahnen, Straßen und Unterführungen sind wahrscheinlich“, heißt es seitens NWS.
Der Hurrikan „Milton“ selbst hat nun auch die Ostküste Floridas erreicht. Der Küstenabschnitt Cape Canaveral wurde von Böen mit Geschwindigkeiten von mehr als 140 Kilometern pro Stunde erfasst. In den kommenden Stunden soll „Milton“ laut dem NHC mit einer Maximalgeschwindigkeit von rund 150 km/h über den Bundesstaat hinwegziehen, und sich über dem Atlantik weiter abschwächen.
Update vom 10. Oktober, 7.15 Uhr: Laut einem stündlichen Update des National Hurricane Center wurde „Milton“ nun zu einem Hurrikan der Kategorie 1 heruntergestuft. Dennoch sind die Auswirkungen des Sturms, dessen Winde derzeit mit rund 140 km/h über Florida fegen, weiterhin verheerend. Das Auge des Hurrikans bewegte sich indes weiter nordöstlich Richtung Orlando. Feuerwehrleute und Polizeikräfte seien bereits von den Straßen beordert worden, berichtet CNN.
Vor allem die Niederschläge des Hurrikans sind mancherorts beispiellos: „Das ist ein Niederschlagereignis, das nur einmal in 2000 Jahren auftritt“, berichtetet ein NBC-Meteorologe während einer TV-Schaltung aus St. Petersburg. Dort sei infolge der heftigen Böen ein Baukran umgestürzt und das Dach des Baseball-Stadions weggerissen worden. In der Stadt soll laut CNN zudem auch die Trinkwasserversorgung ausgesetzt worden sein.
Update vom 10. Oktober, 5.45 Uhr: In den frühen Morgenstunden mitteleuropäischer Zeit erreichte Hurrikan „Milton“ die Küste Floridas. Laut Angaben von CNN traf der Sturm als Hurrikan der Kategorie 3 mit Sturmböen von fast 200 km/h auf den Küstenort Siesta Key, südlich von Tampa. In weiterer Folge schwächte sich der Sturm weiter ab, dennoch bringe er laut dem National Hurricane Center (NHC) „verheerende Regenfälle und zerstörerische Winde ins Landesinnere.“
Mehr als eine Million Behausungen im Bundesstaat sei ohne Strom, vielerorts herrsche lebensbedrohliches Hochwasser. In der Tampa Bay seien Winde dermaßen stark, dass Wasser durch Gebäudewände gedrückt werde, meldet ein Reporter der CNN.
An der Westküste Floridas, aus St. Lucie County, wurden laut WPTV bereits Todesopfer infolge von Ausläufern des Sturms vermeldet. Dort seien bis zu zwölf Tornados aufgetreten, mehrere Menschen einer Senioren-Gemeinschaft seien ums Leben gekommen, bestätigt der Sheriff des County. „Es wurden Autos hochgehoben und auf den Kopf gestellt und Hunderte von Metern bewegt“, sagte er. „Ich kann Ihnen sagen, dass von einigen dieser Orte nur noch Fundamente übrig waren.“ Dabei habe der Hurrikan das Gebiet zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht richtig erreicht, berichtet der Sheriff NBC News.
Hurrikan „Milton“ erreicht leicht abgeschwächt Florida: „Bleiben Sie im Haus“
Update vom 9. Oktober, 22.30 Uhr: Nachdem Hurrikan „Milton“ zunächst die höchste Kategorie fünf erreichte flaute der Tropensturm etwas ab und wurde auf Kategorie vier herabgestuft. Laut dem National Hurricane Center (NHC) nimmt „Milton“ nun jedoch erneut an Fahrt auf.
Das sind schlechte Nachrichten für die Menschen, die nicht rechtzeitig evakuieren konnten und sich noch im Einzugsgebiet des Hurrikans befinden. Sie können dem Hurrikan nicht mehr entkommen. Denn: Wie CNN unter Berufung auf eine Meldung des National Weather Service berichtet, soll die nun noch im Hurrikan-Gebiet verbleibende Bevölkerung vor Ort Schutz suchen. „Sofern keine lebensbedrohliche Situation eintritt, bleiben Sie im Haus und verfolgen Sie die Aktualisierungen“, so das Statement des National Weather Service.
Update vom 9. Oktober, 20.30 Uhr: In wenigen Stunden wird Hurrikan „Milton“ auf die Südküste Floridas treffen. Die Vorboten des Tropensturms machen sich bereits in Form mehrerer Tornados bemerkbar. Bewohner der vom Hurrikan bedrohten Gebiete sind dazu aufgerufen, zu evakuieren und sich in Sicherheit zu bringen.
Auch Joe Biden und Vize-Präsidentin Kamala Harris unterstrichen dies noch einmal. „Es geht buchstäblich um Leben und Tod“, so Biden. Er und Harris sicherten auch für „Milton“ und dessen Auswirkungen wieder Hilfe seitens der Regierung zu. Harris kündigte zudem an, dass man gegen jeden vorgehen werde, der versuche, die Situation auszunutzen und etwa Preise für Lebensmittel, Treibstoff oder Unterkünfte in die Höhe treiben.
Update vom 9. Oktober, 19.30 Uhr: Wer sich in den von Hurrikan „Milton“ am stärksten betroffenen Gebieten noch nicht in Sicherheit gebracht hat, habe laut eines Sprechers der Feuerwehr von Hillsborough nur noch wenig Zeit dafür. „Noch könnt ihr vor dem Sturm davonfahren. Wenn es hier losgeht, kann niemand garantieren, dass Anwohner schnell Hilfe bekommen, wenn sie diese benötigen.“ Mit der Sunshine Skyway Brücke wurde eine der vier großen Brücken über der Tampa Bay bereits dicht gemacht.
🌪️🚨BREAKING: Two large tornadoes from Hurricane Milton crossed Interstate 75 in the Florida Everglades around 10 a.m. EDT, moving north between the towns of Miles City and Andytown.
— AccuWeather (@accuweather) October 9, 2024
The tornado shown here was east of the first tornado and closer to Andytown. pic.twitter.com/M65dpsvgWV
Die anderen drei großen Brücken sollen bis Mittwochnachmittag ebenfalls geschlossen werden. Am äußeren Rand von Hurrikan „Milton“ haben sich laut Wetterdiensten bereits zwei Tornados gebildet. „Zwei große Tornados haben gerade die Interstate 75 in den Florida Everglades passiert. Sie bewegen sich in Richtung Norden zwischen die Städte Miles City und Andytown“, meldet AccuWeather. Der nationale Wetterdienst warnt vor „einer lebensbedrohlichen Situation. Fliegende Trümmer können tödlich sein.“
Hurrikan „Milton“ könnte bereits früher als bisher angenommen auf Land treffen. Das nationale Hurrikanzentrum berichtet, dass der Sturm schon um 23 Uhr Ortszeit (5 Uhr deutscher Zeit) in der Nähe von Sarasota die Küste erreicht – zunächst war von Mitternacht die Rede. Durch die frühere Ankunftszeit hat „Milton“ weniger Zeit, um abzuschwächen. Das nationale Hurrikanzentrum geht davon aus, dass er als schwerer Hurrikan der Kategorie 3 oder 4 auf Land trifft.
Update vom 9. Oktober, 15.32 Uhr: Sheriff Chad Chronister aus Hillsborough County, in dem sich die Metropole Tampa befindet, warnte, dass die Zeitfenster für eine Evakuierung sich langsam schließen, bevor der Hurrikan seine volle Wucht entfaltet. Er betonte in einem Interview mit CNN am Nachmittag (Ortszeit morgens): „Dies ist die 11. Stunde. Wenn Sie sich in einer Evakuierungszone befinden, ist es jetzt an der Zeit, rauszukommen“.
In seinem Landkreis wurden bereits über 1000 Rettungseinsätze im Vorfeld des Sturms durchgeführt. Es sind bereits erste Überschwemmungen aufgetreten und die Behörden bereiten sich auf weitere Rettungsmaßnahmen vor. „Wir müssen nur auf die Zeit vor zwei Wochen zurückblicken. Wir erholen uns immer noch von diesem Sturm“, erinnerte er. Der Hurrikan steht kurz davor, auf das Festland von Florida zu treffen, seine ersten Ausläufer haben es bereits erreicht.
Die Gesundheitsbehörde in Florida warnt indes vor einer möglichen Infektion mit Vibrionen-Bakterien infolge des drohenden Hochwassers. Die Symptome umfassen Durchfall, Erbrechen und Fieber und in einigen Fällen kann die Krankheit sogar tödlich sein. In einer Mitteilung vom Mittwoch (Ortszeit Dienstag) hieß es: „Nach starken Regenfällen und Überschwemmungen kann die Konzentration dieser Bakterien ansteigen“. Darüber hinaus warnen die Behörden vor einer möglichen Zunahme von Moskitos in den betroffenen Gebieten.
Update vom 9. Oktober, 14.10 Uhr: Mittlerweile stuft das National Hurricane Center den Hurrikan „Milton“ wieder in die Klasse vier ein. Die Windgeschwindigkeiten würden derweil bei 249 Kilometern die Stunde liegen. Damit würde er nur knapp drei Kilometer die Stunde unter dem Schwellwert der Hurrikan-Klasse fünf liegen.
Update vom 9. Oktober, 12.20 Uhr: Der TV-Meteorologe Noah Bergren postet auf X über das Ausmaß des Hurrikans: „Das ist geradezu astronomisch. Mir fehlen die Worte, um Ihnen das kleine Auge und die Intensität des Sturms meteorologisch zu beschreiben“.
Laut Experten handelt es sich um den viertstärksten Hurrikan, der „auf dieser Seite der Welt“ jemals gemessen wurde. Das Auge des Hurrikans sei mit einer Breite von 6,1 Kilometern winzig klein. „Dieser Hurrikan nähert sich der mathematischen Grenze dessen, was die Erdatmosphäre über diesem Ozeanwasser produzieren kann.“
8PM EDT: This is nothing short of astronomical. I am at a loss for words to meteorologically describe you the storms small eye and intensity. 897mb pressure with 180 MPH max sustained winds and gusts 200+ MPH. This is now the 4th strongest hurricane ever recorded by pressure on… pic.twitter.com/QFdqFYFI7o
— Noah Bergren (@NbergWX) October 8, 2024
Update vom 9. Oktober, 12 Uhr: Bei CNN erklärte William Tokajer, Polizeichef von Holmes Beach: „Wenn Sie nicht gehen, sind Sie auf sich alleine gestellt“. Mit eindringlichen Worten wendet er sich an die Bevölkerung, die nicht die Region verlassen wollen: „Nehmen Sie einen Stift und schreiben Sie sich Ihren Namen und Ihre Sozialversicherungsnummer aufs Bein, damit wir einen Kontakt haben, wenn wir Sie finden. Denn das wird nicht gut enden.“
Update vom 9. Oktober, 9.40 Uhr: Die US-amerikanische National Oceanic and Atmospheric Administration hat ihre Experten mit dem Flugzeug WP-3D Orion „Miss Piggy“ direkt in den Hurrikan Milton geschickt, um zusätzliche Daten für zukünftige Vorhersagen zu erheben. Die Behörde hat auf X bestätigt, dass diese Aktion dazu dient, die Forschung über Hurrikane aktiv zu fördern. Bilder dokumentieren die Turbulenzen während dieses speziellen Datenerhebungsfluges.
Bumpy ride into Hurricane #Milton on @NOAA WP-3D Orion #NOAA43 "Miss Piggy" to collect data to help improve the forecast and support hurricane research.
— NOAA Aircraft Operations Center (@NOAA_HurrHunter) October 8, 2024
Visit https://t.co/3phpgKNx0q for the latest forecasts and advisories
Visit https://t.co/UoRa967zK0 for information that you… pic.twitter.com/ezmXu2Zqta
Update vom 9. Oktober, 7.45 Uhr: Die Analysen zum einen Hurrikan laufen noch auf Hochtouren, da steht der nächste schon bevor. In einer Schnellanalyse der Wissenschaftler-Initiative World Weather Attribution heißt: Die Klimakrise habe die heftigen Regenfälle und Windgeschwindigkeiten des Hurrikans „Helene“ in den USA noch verstärkt. Ohne die menschengemachten Klimaveränderungen wäre der Wind um etwa elf Prozent schwächer und der Regen um etwa zehn Prozent geringer ausgefallen. „Helene“ war vor knapp zwei Wochen auf Florida getroffen. Weit mehr als 200 Menschen kamen durch den Sturm ums Leben.
Update vom 9. Oktober, 6.00 Uhr: Im US-Bundesstaat Florida laufen weiter die Vorbereitungen auf Hurrikan „Milton“. Laut einer Warnung des National Hurrican Centers (NHC) wird „Milton“ als „gefährlicher, schwerer Hurrikan“ am späten Mittwochabend an der Westküste Floridas aufschlagen. Nachdem der Sturm zwischenzeitlich auf Kategorie 4 zurückgestuft worden war, ist „Milton“ laut NHC nun wieder als Hurrikan der Stufe 5 einzuordnen. Millionen Menschen wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Der Region droht der schlimmste Sturm seit 100 Jahren.
Wie der TV-Sender NBC News berichtet, sind aufgrund der Vorbereitungen auf den heftigen Sturm bereits fast jede fünfte Tankstelle in Florida ohne Treibstoff. Besonders in den dichter besiedelten Teilen des Bundesstaats sei Treibstoff mittlerweile schwer aufzutreiben.
Die Bürgermeisterin der Stadt Tampa, Jane Castor, warnte indes vor Desinformation, die in den sozialen Medien über den bevorstehenden Hurrikan zirkuliert. „Bitte werdet hier nicht politisch“, sagte Castor laut CNN am Dienstag (8. Oktober) auf einer Pressekonferenz. „Dieser Sturm wird jeden treffen, und wir bekommen die Hilfe, die wir brauchen, von allen verschiedenen Regierungsstellen“.
Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump nutzte die Katastrophe bereits für seinen Wahlkampf und kritisierte Biden sowie Vizepräsidentin Kamala Harris dafür, nicht ausreichend reagiert zu haben.
Erstmeldung vom 8. Oktober, 22:00 Uhr: Tampa – Florida hat schwer unter den Auswirkungen des Hurrikans „Helene“ gelitten. Während die Bemühungen zur Beseitigung der Schäden noch andauern, rückt bereits der nächste bedrohliche Sturm, „Milton“, in den Fokus der USA. Es wird erwartet, dass er am Mittwoch die Westküste Floridas erreicht.
Westküste der USA bereitet sich auf Hurrikan „Milton“ vor
Nur anderthalb Wochen nach „Helene“ wird „Milton“ erwartet. Schon am Montag hat „Milton“ im Golf von Mexiko an Kraft zugenommen und wurde zwischenzeitlich sogar zur Kategorie 5, der höchsten Hurrikan-Kategorie, hochgestuft. Obwohl er bis Mittwoch an Intensität verlieren dürfte, wird er voraussichtlich mit Windgeschwindigkeiten von etwa 200 Kilometern pro Stunde auf Florida treffen. Präsident Biden hat die Bevölkerung bereits eindringlich gewarnt.
Biden hat sogar seine für Donnerstag geplanten Reisen nach Deutschland und anschließend nach Angola verschoben, um seine Mitbürger in dieser schwierigen Zeit nicht allein zu lassen. Ob er die Deutschlandreise nachholen wird, ist noch unklar, da seine Amtszeit bereits im Januar 2025 endet.
Das US-Hurrikanzentrum hat ebenfalls vor „Milton“ gewarnt und betont, dass dieser eine „extrem ernste Bedrohung für Florida“ darstellt. Obwohl der Sturm voraussichtlich nicht auf Mexiko treffen wird, bereitet sich das Hurrikanzentrum auch dort auf seine Ankunft vor. Der mexikanische Wetterdienst Conagua hat angekündigt, dass trotzdem „zerstörerische Wellen, sintflutartige Schauer“ sowie starke Windböen und Blitze zu erwarten sind. Mit „Kirk“ nähert sich zudem ein weiterer Hurrikan Europa, wobei in Deutschland schwere Stürme möglich sind.
Bürgermeisterin mahnt Bürger eindringlich zur Evakuierung: „Wenn Sie hierbleiben, sterben Sie“
Die Bürgermeisterin von Tampa, Jane Castor, hat gegenüber CNN die potenzielle Gefahr für die Bevölkerung drastisch zusammengefasst. „Ich kann ohne jegliche Dramatisierung sagen: Wenn Sie sich dafür entscheiden, in einem der Evakuierungsgebiete zu bleiben, werden Sie sterben.“ Ein Meteorologe des Senders NBC6 sieht die Situation ähnlich. „Es ist einfach ein unglaublicher, unglaublicher, unglaublicher Hurrikan“, sagte John Morales mit zitternder Stimme.
Nach „Helene“ könnten erneut schwere Überschwemmungen und Zerstörungen von Häusern folgen. Bei „Helene“ verloren in sechs Bundesstaaten weit über 200 Menschen ihr Leben. Bürgermeisterin Castor bezeichnete „Helene“ als Weckruf. Die Bedrohung durch „Milton“ sei jedoch „buchstäblich katastrophal.“ Laut US-Medien ist „Milton“ einer der stärksten Hurrikane in der Geschichte. Der menschengemachte Klimawandel könnte die Stürme in der Zukunft noch weiter verstärken. (rd/dpa)
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