VonMartina Lipplschließen
Kaum Regen und Hitze. Ein kleiner EU-Staat in Norditalien ergreift drastische Maßnahmen und droht mit Geldstrafen. Das Wasser ist knapp.
San Marino – Im Sommer ächzt der Süden Europas unter extremen Temperaturen. In Italien trocknen auf Sizilien Seen aus – die Bilder einer extremen Wasserkrise bedrücken. Jetzt hat der Ministaat San Marino im Norden Italiens den Notstand wegen Wasserknappheit ausgerufen. „Die geringen Niederschläge der letzten Monate haben die verfügbaren Wasserressourcen reduziert“, teilt die Regierung San Marinos mit. Die Lage scheint ernst. Es gibt mehrere Verbote. Bei Missachtung drohen Geldstrafen von bis 1000 Euro.
Wasserkrise – San Marino ruft als erster EU-Staat Wassernotstand aus
„Wir appellieren an das Verantwortungsbewusstsein aller Bürger San Marinos für einen bewussten Umgang mit der Ressource Wasser, um unsachgemäßen Gebrauch zu vermeiden und betonen, dass in solchen Fällen die Zusammenarbeit der gesamten Gemeinschaft von San Marino unerlässlich ist“, hieß es in der Mitteilung des Staatssekretariats.
In den vergangenen Monaten habe der ausbleibende Regen sowie die hohen Temperaturen, die Nachfrage nach Trinkwasser unter der Bevölkerung (etwa 34.000 Menschen) erhöht und zur Wasserknappheit geführt, heißt es.
Wassernotstand in San Marino – Putzen von Treppen und Autowaschen verboten
- Bewässern von Rasenflächen, Gemüsebeeten und Gärten
- Das Putzen von Waschplätzen, Treppen und Privatstraßen
- Schwimmbäder mit Wasser zu füllen
- Wasser in Zisternen und Brunnen gießen
- Das Waschen von Fahrzeugen ist verboten. Außer an Tankstellen, die mit automatischen Systemen ausgestattet sind.
Kleinstaat im Norden Italiens droht mit Geldstrafen von bis zu 1000 Euro
Um den Bedarf nachhaltig zu drosseln, droht San Marino Privatpersonen mit Geldstrafen von 150 bis zu 1000 Euro. Der Staat San Marino ist komplett umgeben von Italien und nur 61 Quadratmeterkilometer groß.
Tanker sollen den Tourismus auf Sizilien vor der Wasserknappheit retten. Was San Marino im Ernstfall plant, ist zunächst unbekannt. Auch wann der Notstand für beendet erklärt werden könnte, ist offen. In den sozialen Netzwerken gibt es Kritik an der Regierung. Der Ausruf des Wassernotstands würde am tatsächlichen Problem auf lange Sicht nichts ändern, heißt es.
Wasserkrise: Regierung rät Kartoffel- und Nudelwasser nicht wegzuschütten
Die Regierung liefert allerdings auch gängige Tipps zum Wassersparen, wie lieber zu Duschen als zum Baden oder den Wasserhahn beim Zähneputzen abzudrehen, sowie beispielsweise stark entfettendes Kochwasser von Nudeln und Kartoffeln zum Spülen von Geschirr zu verwenden. Das spare nicht nur Wasser, sondern auch Spülmittel.
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