Seen trocknen aus

Brütende Hitze, anhaltende Dürre und neue Höchstwerte: Beliebtes Urlaubsland verhängt Ausnahmezustand

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Griechenland hat vielerorts mit Wasserknappheit zu kämpfen. Weil die Seen schrumpfen, tauchte sogar ein einst versunkenes Dorf wieder auf.

Athen – Extremwetterereignisse werden durch den menschengemachten Klimawandel immer wahrscheinlicher und heftiger. Das zeigen Studien des europäischen Konsortiums Xaida, an dem auch ein Team des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie beteiligt ist. Dadurch werden unter anderem auch Dürren gravierender – wie es derzeit Griechenland zu spüren bekommt. Das Generalsekretariat für Katastrophenschutz für 14 Gemeinden den Ausnahmezustand erklärt.

Aufgrund der hohen Temperaturen, geringen Niederschlagsmengen und der daraus resultierenden Dürre herrscht in beliebten Regionen wie Kreta, Sifnos, Leros und Kefalonia Wasserknappheit. Das Urlaubsland hat schon seit geraumer Zeit mit einer Hitzewelle zu kämpfen. Um Touristen vor einem möglichen Hitzeschlag und Dehydration zu schützen, wurde beschlossen, beliebte Sehenswürdigkeiten wie die Stätte von Olympia und die Akropolis tagsüber zu schließen.

Dürre bringt versunkenes Dorf zum Vorschein: Ausnahmezustand in Griechenland

Besonders beunruhigend: Die Millionenmetropole Athen wird mit Süßwasser aus dem Mornos-Stausee versorgt. Fachleute haben aber nun auf Basis von Satellitendaten berechnet, dass dieser binnen zwei Jahren um etwa ein Viertel geschrumpft ist – von rund 17 Quadratmetern auf zwölf Quadratmeter. Der stärkste Rückgang ist demnach in den vergangenen zwölf Monaten zu verzeichnen.

In Griechenland herrscht Ausnahmezustand: Die Hitze, der geringe Niederschlag und die daraus resultierende Dürre sorgen vielerorts für Wasserknappheit.

Die Auswirkungen der Dürre sind so extrem, dass das Dorf Kallio, das einst in den Wassermassen des griechischen Stausees versunken war, wieder sichtbar wurde, wie der Fernsehsender Open berichtete. Auch in der Region Katalonien in Spanien brachte die Dürre ein ehemalig überflutetes Dorf wieder zum Vorschein. Zeitgleich sinkt auf Kreta der Wasserstand des Aposelemi-Staudamms und auf der Halbinsel Peloponnes der Wasserstand des künstlichen Sees Pinios.

Wegen anhaltender Dürre in Griechenland: Bewohner müssen sparsam mit Wasser umgehen

Die Dürre macht ebenso in Nordgriechenland Menschen und Natur das Leben schwer. Dies zeigt sich deutlich am Salzsee Pikrolimni, dessen Schlammbäder einst Touristen anzogen. Heute ist er fast vollständig ausgetrocknet. Die aktuelle Wetterprognose gibt Anlass zur Hoffnung: In den nächsten Tagen soll es in der Region regnen. Bis dahin werden die Bewohner der umliegenden 23.000-Seelen-Gemeinde Kilkis dazu aufgefordert, sparsam mit Wasser umzugehen.

Naturkatastrophe in Griechenland – Unwetter in der Türkei – Fotos vom Extremwetter

Evakuierungen wegen Unwetter in Griechenland: Bewohner aus Domokos müssen am Mittwoch (6. September) ihre Häuser verlassen. Der Wasserspiegel steigt weiter an.
Evakuierungen wegen Unwetter in Griechenland: Bewohner aus Domokos müssen am Mittwoch (6. September) ihre Häuser verlassen. Der Wasserspiegel steigt weiter an.  © IMAGO/Nasos Simopoulos / Eurokinissi
Unwetter Griechenland: Katastrophale Überschwemmungen: Wassermassen fluten die Straße nach Sofiada in der Gemeinde Domokos bei Lamia.
Katastrophale Überschwemmungen: Wassermassen fluten die Straße nach Sofiada in der Gemeinde Domokos bei Lamia.  © IMAGO/Nasos Simopoulos / Eurokinissi
Unwetter „Daniel“ hält in Griechenland bereits seit zwei Tagen an. Larissa in Mittelgriechenland herrscht der Ausnahmezustand.
Unwetter „Daniel“ hält in Griechenland bereits seit zwei Tagen an. Larissa in Mittelgriechenland herrscht der Ausnahmezustand.  © IMAGO/Leonidas Tsekas / Eurokinissi
Schwere Unwetter in Griechenland: Anwohner entfernen Trümmer aus einem überfluteten Gebiet.
Schwere Unwetter in Griechenland: Anwohner entfernen Trümmer aus einem überfluteten Gebiet.  © George Kidonas/dpa
Schwere Unwetter suchen Griechenland heim. Sturmtief „Daniel“ sorgt für Überschwemmungen. Ein Auto steht im Badeort Milina (Pilion) im Hochwasser.
Schwere Unwetter suchen Griechenland heim. Sturmtief „Daniel“ sorgt für Überschwemmungen. Ein Auto steht im Badeort Milina (Pilion) im Hochwasser. © Thanasis Kalliaras/dpa
Starke Unwetter in Griechenland
Sturmtief „Daniel“ traf am Dienstag (5. September) die Hafenstadt Volos besonders heftig. Enorme Regenmengen in kurzer Zeit sorgten dort für Überschwemmungen und Erdrutsche.  © Anastasia Karekla/Eurokinissi/AP/dpa
Überschwemmungen nach schweren Unwettern in Griechenland: Feuerwehrleute mit einem Schlauchboot evakuieren Menschen und ihre Hunde aus überfluteten Gebäuden.
Überschwemmungen nach schweren Unwettern in Griechenland: Feuerwehrleute mit einem Schlauchboot evakuieren Menschen und ihre Hunde aus überfluteten Gebäuden. © Vaggelis Kousioras/
Unwetter in Griechenland
Wassermassen fluten die Straßen von Volos (Griechenland). Der nationale Wetterdienst warnte zuvor einem außergewöhnlichen Wetterphänomen. © George Kidonas/InTime News/AP/dpa
Starke Unwetter wüten in der Türkei: Sturzartige Regenfälle verwandeln Straßen in Istanbul in reißende Flüsse.
Starke Unwetter wüten in der Türkei: Sturzartige Regenfälle verwandeln Straßen in Istanbul in reißende Flüsse. Mindestens zwei Menschen starben.  © Khalil Hamra/dpa
Sturmtief „Daniel“ wütet in Griechenland. In der Hafenstadt Volos richteten Wassermassen Straßen weg.
In Teilen Griechenlands, wie hier in Volos, regnete es allein am Dienstag (5. September) so viel, wie in Berlin in einem Jahr.  © IMAGO/Antonis Nikolopoulos / Eurokinissi
Starke Regenfälle und Stürme hinterlassen eine Spur der Zerstörung in Griechenland. In der Stadt Volos ist die Lage kritisch. Die Trinkwasserversorgung ist zusammengebrochen.
Starke Regenfälle und Stürme hinterlassen eine Spur der Zerstörung in Griechenland. In der Stadt Volos ist die Lage kritisch. Die Trinkwasserversorgung ist zusammengebrochen.  © IMAGO/Michalis Katagiannis / Eurokinissi
Unwetter in Griechenland: Diese Regionen sind von Sturmtief „Daniel“ besonders betroffen (Stand: 6. September 2023).
Unwetter in Griechenland: Diese Regionen sind von Sturmtief „Daniel“ besonders betroffen (Stand: 6. September 2023).  © dpa Grafik
Unwetter in Griechenland sorgen für Überschwemmungen in Piräus (Attika).
Unwetter in Griechenland sorgen für Überschwemmungen in Piräus (Attika).  © IMAGO/Giannis Panagopoulos / Eurokinissi

Griechenland hofft jedoch nicht nur wegen der Wasserknappheit auf Regen: In dem Urlaubsland gab es 2024 bereits mehrere Waldbrände, darunter in Ost-Attika und im Nordwesten des Landes. Zuletzt kämpften mehr als 700 Einsatzkräfte am Boden gegen einen Großbrand in Athen. Auch auf der Insel Kos kam es aufgrund der anhaltenden Hitze zu verheerenden Waldbränden. Daraufhin mussten Ortschaften evakuiert werden. Reisende wurden notdürftig untergebracht. (cln/dpa)

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