Italien kämpft gegen Massentourismus: Viele Einheimische unterstützen Regulierungen
VonKarolin Schaefer
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Italien lässt sich immer wieder Maßnahmen gegen den Massentourismus einfallen. Viele befürworten die Regulierungen.
Rom – Kaum noch bezahlbarer Wohnraum, überfüllte Städte und Vandalismus: Seit Jahren wehrt sich Italien gegen den Massentourismus. So verlangt die Lagunenstadt Venedig Eintrittsgeld von Touristinnen und Touristen. Auch eine Erhöhung der Bettensteuer ist in Planung. Vor allem Einheimischen sind die Ströme von Urlauberinnen und Urlaubern ein Dorn im Auge.
Gegen den Massentourismus: Italien entwickelt immer wieder neue Maßnahmen
Laut der Tourismusanalyse der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen ist Italien gerade bei Reisenden aus Deutschland beliebt. Im vergangenen Jahr war Italien hinter Spanien das gefragteste Reiseziel. Aber auch aus anderen Ländern strömen Reisende in das Land an der Adria.
Wie Sky TG24 berichtete, sind die Auswirkungen beispielsweise am Flughafen in Bologna sichtbar. Dort muss der Flughafen aufgrund der hohen Passagierzahlen erweitert werden. Die Umbaumaßnahmen würde zu langen Warteschlangen an den Kontrollen führen. Auch Fälle von Vandalismus werden immer wieder bekannt. Zuletzt beschmierte ein Urlauber eine berühmte Sehenswürdigkeit in Pompeji.
Auch deshalb werden wiederholt neue Regelungen eingeführt, um den Tourismus zu regulieren. Die Zerstörung historischer Bauten wird beispielsweise härter bestraft. Wie die italienische Zeitung Il Post berichtete, dürfen zudem in Florenz keine neuen Airbnb-Unterkünfte mehr im Stadtzentrum angeboten werden. Nach Angaben der Zeitung La Repubblica werden in Neapel keine neuen Lizenzen mehr für gastronomischen Betriebe vergeben.
Massentourismus in Italien: Viele Einheimische befürworten Regelungen
Vielen Einheimischen in Italien ist das mehr als recht. Wie die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf eine Umfrage der Marktforschungsagentur JFC berichtete, sind 49,3 Prozent der Befragten mit der Einführung von Maßnahmen zur Begrenzung des Massentourismus einverstanden. 38,4 Prozent der Befragten sind dagegen. 12,4 Prozent stimmten neutral, hielten die Regelungen aber nicht für hilfreich.
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Einige lehnten die Regulierungen mit der Begründung ab, dass „es sich um öffentliche Orte handelt“, die allen zugänglich sein sollten – etwa Venedig. Andere wiederum lehnten die Einschränkungen zum Schutz „der Freiheit der Menschen“ per se ab. Manche Befragte glauben nicht, dass die Einschränkungen zu Veränderungen führen. Viele halten die Maßnahmen aber dennoch für sinnvoll, um überfüllte Urlaubsorte zu vermeiden, was sowohl den Reisenden als auch den Einheimischen zugutekäme. Angesichts dessen fordert ein Experte härtere Maßnahmen gegen den Massentourismus.