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Marburg-Virus-Verdacht in Deutschland: Blutungen, Fieber, Organversagen – Die Symptome in der Übersicht

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Es war ein beklemmender Verdacht: ein Student wurde nun negativ auf das gefährliche Marburg-Virus getestet. Was sie über das Marburg-Virus wissen müssen.

Hamburg – Die Aufregung am Hamburger Hauptbahnhof war am Mittwoch (2. Oktober) groß. Der Passagier eines ICE zeigte während der Zugfahrt grippeähnliche Symptome. Das Brisante daran: der junge Medizinstudent hat in Ruanda in einem Krankenhaus gearbeitet, in dem mit dem Marburg-Virus infizierte Patienten behandelt wurden.

Es bestand der Verdacht, der Mann könne sich mit der tropischen Krankheit angesteckt haben, sowie die Sorge, dass das Virus bereits weitere Menschen in Deutschland infiziert haben könnte. Am Donnerstag dann die Entwarnung, die Test-Ergebnisse sind negativ ausgefallen. Doch mit welchen Symptomen sich das Marburg-Virus äußert und ob man sich davor schützen kann.

Derzeit sorgt ein möglicher Marburg-Virus-Verdachtsfall in Deutschland für Aufsehen. Auch Hautausschlag ist eines der vielen Symptome der viralen Erkrankung. (Montage)

Verdachtsfall auf Infektion mit Marburg-Virus in Deutschland: Ursprung und Übertragung

Das ostafrikanische Land Ruanda hat erst vor wenigen Tagen mehrere Krankheitsfälle des Marburg-Virus vermeldet. Obwohl die Marburg-Virus-Erkrankung (MVD) eher ungewöhnlich ist, hat der Erreger laut dem europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) „das Potenzial, Epidemien mit signifikanten Sterblichkeitsraten zu verursachen. Bei Ausbrüchen in der demokratischen Republik Kongo und Angola wurden Sterblichkeitsraten von mehr als 83 Prozent erfasst.

Woher stammt das Marburg-Virus?

Wie das Ebola-Virus ist der Marburg-Erreger ein RNA-Virus der Familie der Filoviren. Laut der WHO kam es in Deutschland zum ersten weltweit bekannten Ausbruch des Virus. Demnach infizierten sich 1967 29 Menschen in der hessischen Stadt Marburg mit dem Erreger. Sieben Menschen starben infolge der Infektion. Bis heute trägt das Virus den Namen der mittelhessischen Stadt. Hauptsächlich tritt die Krankheit heute jedoch in Ost-, Zentral- und Südafrika auf, 2021 wurde erstmals auch ein Krankheitsfall in Westafrika erfasst.

Quelle: Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

Die meisten natürlichen Infektionen des Menschen mit dem Marburg-Virus sind auf menschliche Besuche in Minen oder Höhlen mit Fledermauspopulationen zurückzuführen, informiert die WHO. Laut der ECDC ist jedoch unklar, wie genau die Übertragung von Tier auf Mensch erfolgt.

Hat sich jedoch eine Person mit dem Marburg-Virus infiziert, erfolgt die weitere Übertragung über direkten Kontakt über Schleimhäute oder Verletzungen, sowie das Blut oder Körperflüssigkeiten (Urin, Speichel, Kot, Erbrochenes, Muttermilch, Fruchtwasser und Samen). Zudem ist auch eine Übertragung durch infizierte Oberflächen oder Materialien möglich, sogar Übertragungen im Zusammenhang mit der Bestattung Infizierter können laut ECDC auftreten.

Symptome der Marburg-Virus-Erkrankung (MVD): Fieber, Durchfall und Blutungen

Hat eine Infektion stattgefunden, beträgt die Inkubationszeit des Virus zwei bis 21 Tage. Die Frühsymptome der MVD können laut WHO schnell nach der Infektion auftreten und umfassen hohes Fieber, Schüttelfrost, starke Kopfschmerzen und starke Müdigkeit. Auch Muskel- und Gliederschmerzen sind häufige Frühsymptome. Im weiteren Verlauf werden die Symptome zunehmend schwerwiegender. Es kann unter anderem zu Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag oder Durchfall kommen, die rund eine Woche andauern können.

Zu den am häufigsten berichteten MVD-Symptomen gehören:

  • Fieber und Kopfschmerzen
  • Rücken- und Muskelschmerzen
  • Bauchschmerzen und Durchfall
  • Appetitlosigkeit/Erbrechen
  • Lethargie
  • Schwierigkeiten beim Schlucken/Schluckauf
  • Ausschlag
  • Atembeschwerden.

Quelle: WHO

Eine Folge von MVD kann auch das sogenannte hämorrhagische Fieber sein. Wie die Weltgesundheitsorganisation weiter informiert, kann es in späteren Stadien der Krankheit zu „Blutungen an verschiedenen Stellen wie dem Zahnfleisch, in der Nase und dem Anus kommen“. Die Patienten können unter Umständen Schocks und Organversagen erleiden.

Tödliches Marburg-Virus in Deutschland? Es gibt keine Impfung und spezifische Behandlungsmöglichkeit

Eine Übertragung des Virus ist so lange möglich, wie der Erreger im Blut Infizierter verbleibt. In der Samenflüssigkeit kann das Marburg-Virus laut dem medizinischen Fachportal MSD Manual sogar bis zu sieben Wochen nach Ende der Symptome überdauern. Die WHO empfiehlt Infizierten deshalb auch nach überstandener Infektion eine Zeit lang nur geschützten Geschlechtsverkehr.

Von Pest bis Cholera und Corona: Das waren die schlimmsten Pandemien

Die Attische Seuche (430 bis 426 v. Chr.): Die erste dokumentierte Pandemie der Geschichte entwickelte sich in Äthiopien, bevor sie über Ägypten und Libyen nach Athen kam. Rund 200.000 Einwohner der griechischen Stadt kamen durch die Seuche ums Leben – dabei handelte es sich um knapp ein Drittel der Stadtbewohner.
Die Attische Seuche (430 bis 426 v. Chr.): Die erste dokumentierte Pandemie der Geschichte entwickelte sich in Äthiopien, bevor sie über Ägypten und Libyen nach Athen kam. Rund 200.000 Einwohner der griechischen Stadt kamen durch die Seuche ums Leben – dabei handelte es sich um knapp ein Drittel der Stadtbewohner. © IMAGO
Die Antoninische Pest (165-180)
Die Antoninische Pest (165-180): Die Römer führten viele erfolgreiche Kriege, doch die Antoninische Pest schwächte das Reich erheblich. Schätzungsweise kamen innerhalb von 15 Jahren rund zehn Millionen Menschen ums Leben. Der Auslöser sollen Pocken gewesen sein. © IMAGO/Matthias Oesterle
Der Schwarze Tod (1347-1352)
Der Schwarze Tod (1347-1352): Die Pest galt als der schlimmste Feind im Mittelalter. Zwischen ein Drittel und die Hälfte der damaligen europäischen Bevölkerung kam durch den Schwarzen Tod ums Leben. Die Pandemie trat zunächst in Zentralasien auf und gelangte unter anderem über die Seidenstraße nach Europa. © IMAGO
Die Pocken (18. bis 20. Jh.)
Die Pocken (18. bis 20. Jh.): Friedrich der Große, Johann Wolfgang von Goethe und Wolfgang Amadeus Mozart gehörten zu den unzähligen Menschen, die an Pocken erkrankten. Etwa 500.000 Todesopfer gab es zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert aufgrund der Pocken-Pandemie.  © IMAGO
Cholera (1817-1990)
Cholera (1817-1990): Insgesamt gab es sieben Cholera-Pandemien in der Weltgeschichte. Zu Beginn waren Teile Asiens und Ostafrikas betroffen, später traf es auch Europa. 1892 erwischte es Hamburg schwer, mit 8.600 Toten. © IMAGO
Spanische Grippe (1918-1920)
Spanische Grippe (1918-1920): Weltweit raffte die Spanische Grippe um die 50 Millionen Menschen dahin. Auslöser war ein besonders ansteckendes Virus vom Typ A H1N1. Rund ein Drittel der Weltbevölkerung soll infiziert gewesen sein. © dpa
Asiatische Grippe (1957-1958)
Asiatische Grippe (1957-1958): Die Asiatische Grippe breitete sich von China nach Hongkong, Singapur und Borneo aus und fand ihren Weg anschließend nach Australien, Amerika und Europa. Zwei Jahre lang hielt sie die Welt in Atem. © IMAGO
Hongkong-Grippe (1968-1969)
Hongkong-Grippe (1968-1969): Als Nachläufer der Asiatischen Grippe verbreitete sich auch die Hongkong-Grippe in den späten 1960er Jahren rasend schnell auf der Welt. In Deutschland starben ca. 30.000 Menschen. © IMAGO
AIDS (1981 bis heute)
AIDS (1981 bis heute): Infolge einer HIV-Infektion kommt es bei Menschen mit AIDS zu einer Zerstörung des Immunsystems. Der Höhepunkt der Pandemie ereignete sich in den 2000er Jahren, als zwei Millionen Menschen pro Jahr an dem Virus starben. © IMAGO
SARS (2002 – 2003)
SARS (2002–2003): Die SARS-Pandemie markierte nicht nur die erste Pandemie des 21. Jahrhunderts, sondern auch das erste Auftreten eines SARS-Coronavirus. Betroffen waren vor allem China, Taiwan, Vietnam, Singapur und Kanada. © dpa
Schweinegrippe (2009 – 2010)
Schweinegrippe (2009 – 2010): Verantwortlich für die im Volksmund als Schweinegrippe bezeichnete Pandemie war das Influenza-Virus A/H1N1. In Deutschland gab es 258 Todesfälle. © IMAGO
Ebola (2014 – 2016)
Ebola (2014 – 2016): Der Name des Ebolafiebers geht auf den gleichnamigen Fluss in der Demokratischen Republik Kongo zurück, wo sich 1976 der erste bekannte Ausbruch ereignete. 2014 bis 2016 kam es zu der bislang schwersten Ebola-Epidemie in Westafrika. © IMAGO
Covid-19-Pandemie (seit November 2019)
Covid-19-Pandemie (seit November 2019): Am 11. März 2020 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Ausbreitung des Coronavirus offiziell zu einer Pandemie. Das Virus trat erstmals in der chinesischen Millionenstadt Wuhan auf und verbreitete sich anschließend rasend schnell auf der ganzen Welt. © IMAGO

Einen Schutz mittels Impfung gibt es gegen MVD nicht. Genau sowenig wie „spezifische antivirale Behandlungen“, heißt es seitens der ECDC. Möglich ist lediglich eine unterstützende und symptomlindernde Behandlung. Erfolgt diese möglichst früh, erhöht das laut der EU-Agentur die Überlebenswahrscheinlichkeit.

Ein anderes Virus, das derzeit in einigen Teilen Europas grassiert, ist ebenfalls potenziell tödlich. Allerdings nur für Nutztiere. Für Menschen stellt die Blauzungenkrankheit keine Gefahr dar.

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