Nach Flugzeugunglück in Washington: Plötzlich meldet sich für tot erklärte Pilotin
VonMoritz Bletzinger
schließen
Eine Trans Pilotin wurde zu Unrecht für den Absturz in Washington beschuldigt. Die angeblich tote Soldatin äußert sich jetzt in einem Video.
Washington D.C. – „Ich bin am Leben und mir geht es gut“, sagt Jo Ellis in einer Videonachricht. Ein Knall in den USA. Denn die transgeschlechtliche Soldatin wurde fälschlicherweise als Pilotin des Unglücks-Helikopters bei der Kollision in Washington ausgemacht.
Trans Soldatin soll Helikopter in Washington-Unglück gesteuert habe – jetzt wehrt sie sich
Beim Flugzeugabsturz über dem Potomac River waren alle Beteiligten gestorben. 64 Passagierinnen und Passagiere und Besatzung des Flugs 5342 sowie drei Crew-Mitglieder des Black-Hawk-Hubschraubers. Nicht an Bord: Trans Frau Jo Ellis.
Kurz nach dem Unglück hatte in sozialen Medien plötzlich die Nachricht die Runde gemacht, die Soldatin habe den Helikopter bei dem Unfall gesteuert. Jetzt wehrt sich Ellis gegen die Flut an Unwahrheiten.
Bilder zeigen Moment der Flugzeugkollision in Washington – Weltmeister-Duo bei Unglück gestorben
Fake-News nach Flugzeugabsturz in Washington: Pilotin wird in Videobotschaft deutlich
„Interessanter Morgen“, sagt sie und stellt klar: „Ich bin Jo Ellis, ich bin eine Black-Hawk-Pilotin in der Nationalgarde von Virginia. So wie ich das verstehe, haben mich einige Menschen mit dem Crash in Washington in Verbindung gebracht. Und das ist falsch.“
Es sei beleidigend für die Familien, die Angehörige beim Absturz verloren haben, derlei Falschinformationen an eine politische Agenda zu binden, beklagt Ellis. „Das verdienen sie nicht, das verdiene ich nicht. Und ich hoffe, ihr wisst jetzt alle, dass ich lebe. Und das sollte genügen, um mit den Gerüchten aufzuhören.“
Konflikt in den USA: Trump macht Diversitätsprogramme für Washington-Unglück verantwortlich
US-Präsident Donald Trump hatte nach dem Absturz in Washington eine wilde Debatte um Diversität und Inklusion losgetreten. „Es könne sein“, sagte er bei einer Pressekonferenz, dass der Diversitätskurs der Flugaufsichtsbehörde FAA zum Unglück geführt habe. Beweise oder ähnliches konnte er nicht liefern.
Generell ist Trump Diversität ein Dorn im Auge, obwohl er das Fluglotsen-Programm einst selbst ins Leben gerufen hatte. Er unterzeichnete nun bereits mehrere Erlasse, um derlei Programme zu unterbinden und kündigte an, Regierungsinstitutionen die Finanzmittel zu streichen, sollten sie Diversitätsprogramme unterstützen.
Im Internet starteten andere dann eine Kampagne gegen Ellis. Eine Trans Frau sei schuld am verheerenden Unglück von Washington. Das ist falsch. (moe)