Nach Dengue-Ausbruch am Gardasee erneut Alarmstufe – vier Warnzeichen, die Sie kennen sollten
VonKarolin Schaefer
schließen
Dengue-Fieber ist auf dem Vormarsch – auch in Europa. Dabei deuten bestimmte Warnzeichen auf die durch Steckmücken übertragene Virusinfektion hin.
Frankfurt – Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) breitet sich weltweit aus. Sie gilt als Überträger für das tückische Dengue-Fieber. Auch in Europa werden vermehrt Dengue-Fälle gemeldet, vor allem in Italien. Doch wie lässt sich eine Virusinfektion erkennen?
„Signifikante Zunahme“: Fälle von Dengue-Fieber breiten sich weiter aus
„In den letzten Jahren haben die Dengue-Fälle in Italien zugenommen. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 362 Fälle gemeldet“, sagte Christian Wiedermann, Forschungskoordinator des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen, bei Südtirol News. „Dies stellt eine signifikante Zunahme dar, da es in den letzten zehn Jahren zu einem Anstieg von wenigen Fällen pro Jahr auf Hunderte gekommen ist.“
Dem Internisten zufolge sei eine Zunahme auf klimatische Veränderungen und erhöhte Reisetätigkeit in tropische und subtropische Regionen zurückzuführen. Deshalb mussten Ende Mai ganze Stadtviertel in Triest großflächig desinfiziert werden, um die Mückenpopulation zu verringern und weitere Infektionen zu verhindern. Eine solche Desinfektion wurde bereits im vergangenen Jahr für Triest angeordnet.
Dengue-Fälle nehmen weltweit zu: Das sind die ersten Warnzeichen
Übertragen wird die Erkrankung durch den Stich einer infizierten Tigermücke. Die Inkubationszeit dauert in der Regel sieben bis zehn Tage. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Meist äußert sich eine Dengue-Infektion als akute fiebrige Erkrankung, informiert das Tropeninstitut auf seiner Webseite. Diese Warnzeichen deuten demnach auf eine Erkrankung hin:
Hohes Fieber
Starke Kopf-, Muskel-, Knochen- und Gliederschmerzen
Hautausschlag
Übelkeit und Erbrechen
„Alarmsignale für eine schwere Dengue-Infektion sind starke Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen, blutende Stellen (wie Nasenbluten oder blutiger Stuhl), starke Müdigkeit und Reizbarkeit. Bei Auftreten dieser Symptome sollte umgehend ärztliche Hilfe aufgesucht werden“, erklärte Wiedermann dazu.
Infektion mit Dengue: Wann die Erkrankung tödlich enden kann
Betroffene erholen sich meist innerhalb weniger Tage wieder. Bei einigen kann es allerdings zu schweren Komplikationen oder zum Tod kommen. In seltenen, aber schweren Fällen kann dann sogenanntes hämorrhagisches Denguefieber auftreten. Dabei kommt es zu einer Störung der Blutplättchen, wodurch die Organe schlechter durchblutet werden. Innerhalb weniger Tage kann es so zum Kreislaufversagen (Dengue-Schock-Syndrom) kommen. Werden Betroffene nicht behandelt, enden 40 bis 50 Prozent der Fälle tödlich.
Zwar sind in der EU derzeit zwei Impfstoffe zugelassen, die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung aber vor allem bei Reisen in Dengue-Endemiegebiete wie Süd- und Mittelamerika. Wichtig ist aber auch, sich entsprechend zu schützen, etwa durch langärmelige Kleidung oder Mückenspray. Nicht nur in Südeuropa, auch in Deutschland steigen die Fälle mit Dengue-Fieber enorm. (kas)