Über Nacht

Unwetter-Überraschung in Italien: Bergsee entsteht über Nacht an Alpen-Hütte

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Heftige Regenfälle in Norditalien führten nicht nur zu verheerenden Überschwemmungen. In den Dolomiten entstand über Nacht ein malerischer Bergsee.

Bozen – „Umgeben von gewaltigen Dolomitenwänden wie der Laurinswand, der Kesselgokel-Nordwand und den berühmten Vajolet-Türmen“, wie es die Betreiber beschreiben, liegt die Gartlhütte an der Grenze zwischen Fassatal und Südtirol. Von der malerischen Berghütte haben Italien-Urlauber normalerweise einen guten Ausblick auf die Bergwelt der Dolomiten, können die markanten Vajolet-Gipfel „fast berühren“.

Normalerweise zeigt sich der See vor der Gartlhütte in den Dolomiten im Frühjahr nach der Schneeschmelze. Nun füllten heftige Regenfälle den Bergsee. (Collage/Archivbild)

Am Freitagmorgen (29. August) bot sich der Hüttenwirtin jedoch ein für die Jahreszeit ungewöhnlicher Anblick. Vor ihrer Berghütte auf 2600 Metern Höhe am Fuße der berühmten Vajolet-Türme hatte sich über Nacht ein ephemerer See gebildet. Am Abend zuvor, „als die Besitzerin Valeria Pallotta die Lichter der Hütte ausschaltete“, sei er noch nicht dagewesen, berichtet Vereinigung Rifugi del Trentino der Tageszeitung Il Dolomiti.

Nach starken Unwettern in Norditalien: Dolomiten-Bergsee erscheint wie aus dem Nichts

Binnen zwei Stunden unter strömendem Regen – weite Teile Norditaliens waren in den letzten Tagen von teils heftigen Unwettern betroffen – füllte sich die Fläche vor der Hütte mit Wasser. Die Hüttenwirtin sah ihn bei Tagesanbruch mit „zu ihrer großen Überraschung“, so die Trentiner Hüttenvereinigung.

Ephemere Seen sind ein faszinierendes Naturphänomen in den Hochalpen. Diese temporären Gewässer entstehen normalerweise durch die Schneeschmelze von Ende Frühling bis Herbst und verschwinden wieder, wenn das Wasser verdunstet oder abfließt. Das Besondere am aktuellen Fall: Der See bildete sich ausschließlich durch Regenwasser – ein ungewöhnliches Ereignis für diese Jahreszeit.

Tornados, Superzellen und Schlammlawinen: Die Bilder der zerstörerischen Unwetter in Italien

Windhose Tornado Lombardei in Italien Unwetter Sturm Gewitter Superzelle
In der Lombardei bildete sich am Freitagabend nahe Lecco ein Tornado, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet.  © Vigili del Fuoco
Unwetter in Italien Verretto Norditalien Lombardei Sturm
Ganze Dächer wurden infolge der Unwetter in Verretto (Provinz Pavia) regelrecht weggefegt.  © Jason Tschepljakow/DPA
Unwetter in Italien Pavia Lombardei Norditalien
Das Ausmaß der Zerstörung nach den Unwettern aus der Vogelperspektive.  © Jason Tschepljakow/DPA
Heftiges Unwetter in Italien Lombardei Superzellen
Superzellen über der norditalienischen Region Lombardei.  © Alexander Wolf/Imago
Hagel Hagelkörner Norditalien Unwetter
Golfballgroßer Hagel fiel in einigen Örtlichkeiten Norditaliens am Freitag vom Himmel.  © meteoscienza/facebook
Feuerwehr entfernt herabgestürzte Bäume.
Bei den Unwettern von Donnerstag (28. August) auf Freitag: Mehr als 1300 Einsätze zählten die Feuerwehren in Norditalien binnen nicht mal 24 Stunden.  © Vigili del Fuoco/telegramm
Baveon Lago di Maggiore Urlaubssee Italien Piemont
In Baveno am Ufer des Lago di Maggiore sorgten die heftigen Regenfälle für eine Schlammlawine.  © Michele Radice/Facebook
Baveno Hangrutsch Schlammlawine Unwetter Italien
Der Hang in Baveno (Piemont) rutsche nach heftigen Unwettern auf eine Straße und ein darunter liegendes Wohnhaus.  © Michele Radice/Facebook
Mure Geröll Schlamm auf Staatstraße SS51 di Alemagna Unwetter
Die bekannte Staatsstraße SS51 di Alemagna wurde von den Unwettern in Norditalien ebenfalls nicht verschont. Eine Nacht blieb die Route wegen einer Mure gesperrt. Am Freitagmorgen konnte der Verkehr wieder rollen.  © Massimo Bortoluzzi/facebook
Desenzano del Garda am Gardasee
Die Strände in Desenzano del Garda blieben am Donnerstag leer. Auch die Region um den beliebten Gardasee war von heftigen Unwettern betroffen.  © Rai News
Strand Viareggio Italien nach Unwetter Sturm Mittelmeer
Am menschenleeren Strand des beliebten Urlaubsortes Viareggio (Toskana) hinterließen stürmische Winde ein Bild der Verwüstung.  © Riccardo dalle Lucche/Ansa/Imago
Strand Ligurien Mittelmeer Italien
Auch in Ligurien waren viele Strände aufgrund der Unwetter und des hohen Wellengangs geschlossen.  © Rai News
Verretto Photovoltaik-Park Solarpark Sturm Unwetter
In Verretto (Lombardei) machten stürmische Winde einen Photovoltaik-Park dem Erdboden gleich.  © Rai News
Hangrutsch GEiselsberg Olang Südtirol Italien
Hangrutsche waren in einigen Orten Norditaliens Grund für Einsätze. Hier im Bild eine Schlammlawine in Geiselsberg oberhalb von Olang in Südtirol.  © FF Geiselsberg/Landesfeuerwehrverband Südtirol
feuer Brand in Südtirol Siebeneich Feuerwehr Einsatz
In Südtirol musste die Feuerwehr am Donnerstag unter anderem zu einem Brand ausrücken, ausgelöst durch einen Blitzeinschlag.  © Jacopo da Col/BFBZ
Feuer Brand Siebeneich Südtirol
Bei dem Brand in Siebeneich ist glücklicherweise niemand zu Schaden gekommen. Doch der Sachschaden ist laut Feuerwehr erheblich.  © Jacopo da Col/BFBZ
Riva del Garda Blitzeinschlag Wohngebäude
Auch in Riva del Garda setzte ein Blitzeinschlag ein Gebäude in Flammen. Mehrere Familien mussten aufgrund des Brandes evakuiert werden.  © Vigili del Fuoco/Rai TGR

Wetterverhältnisse ändern Bergwelt rapide, wachsames Auge für Dolomitenbesucher wichtig

Das Ereignis verdeutlicht laut Vereinigung eindrucksvoll, wie schnell sich die Umgebung in den Alpen verändern kann und welche Überraschungen sie bereithält. Umso wichtiger ist ein wachsamer Blick auf die aktuellen örtlichen Begebenheiten, gerade bei extremen Wetter-Lagen.

Ein Steinschlag legte ebenfalls in der Region erst einen beliebten Wanderweg lahm. Regenfälle und andere Wettereignisse fördern bisweilen jedoch auch erfreuliche Entdeckungen zutage, wie etwa einen Fossilien-Fund aus dem Jahr 2024 in der Südtiroler Bletterbachschlucht.

Rubriklistenbild: © Herbert Berger/Imago/Website Gartlhütte Alex Filz, DOLOMITES Val Gardena / Gröden

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