Massentourismus

Sommerurlaub 2024: Einschnitte für viele – Neue Regeln an Griechenlands Stränden

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Schon im Sommer ändert sich an den Stränden in Griechenland so einiges. Doch die strengen Regeln sollen Touristen und Einheimischen zugutekommen.

Athen – Bei Urlaubern ist Griechenland vor allem für seine schönen Strände bekannt. Im vergangenen Jahr blieb Griechenland sogar trotz Waldbränden bei Touristen beliebt. Vor allem am Strand tummeln sich die Menschen häufig eng an eng, dem möchte Griechenland jetzt mit neuen Regeln entgegenwirken, die noch vor der Sommer-Saison in Kraft treten. 70 Prozent der Fläche an Stränden sollen frei von Sonnenliegen blieben. Was womöglich nach hartem Durchgreifen klingt, hat jedoch Vorteile – auch für Touristen.

Die Strände auf Griechenland werden häufig von Hotelbetreibern komplett mit Sonnenliegen zugestellt – das soll sich jetzt ändern. (Symbolbild)

Neue Regeln an Stränden in Griechenland: 70 Prozent sollen frei von Sonnenliegen sein

Bereits in diesem Sommer sollen die Strände in Griechenland überwiegend frei von Sonnenliegen sein. Zu mindestens 70 Prozent sollen die Stände frei sein. Spezielle, geschützte Gebieten sollen sogar zu 85 Prozent ihrer Strandfläche frei halten, berichtet unter anderem das Nachrichtenportal greeknews.com. Die Strände sollen immer mindestens zur Hälfte für die Öffentlichkeit zugänglich sein, an manchen Stränden sollen Sonnenliegen sogar ganz verboten werden. Zudem wurden neue Mindestabstände an den Stränden beschlossen, so müssen die Sonnenliegen mindestens vier Meter Abstand zum Ufer haben.

Paradies für Urlauber: Die zehn schönsten Strände der Welt

Ein altes Fischerboot liegt am Strand der Insel Mnemba auf Sansibar. Dahinter das blaue Meer.
Rund vier Kilometer nordöstlich von Unguja, der größten Insel von Sansibar, liegt Mnemba Island. Dort findet man Strände mit traumhaft weißem Sand. Die Insel ist nur für Gäste des darauf liegenden Resorts besuchbar.  © Pond5 Images/IMAGO
Ipanema Strand mit vielen Menschen und der Häuser-Skyline von Rio de Janeiro im Hintergrund
Einer der bekanntesten Strände der Welt: Ipanema. Drei Kilometer erstreckt er sich an der Küste von Rio de Janeiro. Gleich nebenan liegt die Copacabana.  © Cavan Images/IMAGO
Boote im Wasser in der Bucht Maya Bay in Thailand auf Ko Phi Phi.
Die Maya Bay ist die bekannteste Bucht Thailands und befindet sich auf der Inselgruppe Ko Phi-Phi. Dem Traumstrand wurde ein Film zum Verhängnis. Nach dem Erfolg von „The Beach“ mit Leonardo di Caprio im Jahr 2000, wurde der Ort von Touristen überrannt. Der große Andrang hatte Umweltverschmutzung, Beschädigung des Korallenriff und eine Störung der Tierwelt zur Folge. Seitdem war der Strand mehrfach für die Öffentlichkeit geschlossen.  © Pond5 Images/IMAGO
Anse Source d‘Argent auf den Seychellen. Granitfelsen und Meer. Zwei Personen spazieren über den Strand.
Die Anse Source d’Argent ist der Traumstrand schlechthin. Die spektakulären Granitfelsen und das türkisfarbene Meer ziehen jedes Jahr zahlreiche Besucher an. Der Strand befindet sich auf der Insel La Digue auf den Seychellen.  © UIG/IMAGO
Weiße Felsen und das blaue Meer auf Sarakiniko in Griechenland
Kreideweißes Gestein und azurblaues Meer. Sarakiniko liegt auf der griechischen Insel Milos und sieht aus wie eine Mondlandschaft. Die außergewöhnlichen Felsformationen aus Vulkanstein laden zum Sonnenbaden ein.  © Pond5 Images/IMAGO
El Cabo San Juan del Guia, Tayrona National Natural Park. Strand, Wasser, Felsen und ein kleines Haus.
Wer Cabo San Juan del Guía sehen will, muss es wirklich wollen. Der Traumstrand liegt im Parque Nacional Natural Tayronaim am kolumbianischen Regenwald und kann nur über eine zweistündige Wanderung erreicht werden.  © agefotostock/IMAGO
Eine Frau geht im Sonnenaufgang über den Chesterman Strand auf Vancouver Island, Kanada.
Der Chesterman Beach auf Vancouver Island in Kanada eignet sich perfekt für sportliche Aktivitäten. Sportmuffel kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Die Sonnenaufgänge sollen laut Lonely Planet atemberaubend sein.  © Pond5 Images/IMAGO
Playa Balandra in Mexico. Eine Bucht mit türkisem Wasser und von oben fotografiert.
Die Playa Balandra liegt geschützt in einer Bucht. Am mexikanischen Strand mit glasklarem Wasser sind laut Lonely Planet pro Tag lediglich 450 Menschen erlaubt. Am ersten Sonntag im Monat ist die Traumbucht für die Einheimischen reserviert.  © Pond5 Images/IMAGO
Byron Bay Strand in New South Wales Australien
Byron Bay in New South Wales, Australien. Egal ob Profi oder Anfänger, die Bucht ist ein Paradies für jeden Surfer. © Cavan Imgaes/IMAGO
Punta Paloma Beach. Tarifa in Andalusien, Spanien. Spuren im Sand und zwei Menschen in der Ferne.
Vom Wind geformte Dünen am tiefblauen Atlantik. Punta Paloma liegt nicht weit von Tarifa, der südlichsten Stadt des europäischen Festlandes. Ein spanischer Traumstrand direkt an der Straße von Gibraltar.  © agefotostock/IMAGO

Der Tourismus bringt jedes Jahr Millionen Reisende nach Griechenland, doch für das Land hat das nicht nur Vorteile. Einer der größten Nachteile des Massentourismus ist neben der Überfüllung beliebter Urlaubsregionen auch die fortschreitende Monopolisierung von Stränden durch Hotels. Dazu gehören auch die Sonnenliegen, die von Hotels oft über ganze Strände aufgebaut werden und ihren Gästen zur Verfügung stehen oder gemietet werden können. In Athen ist es sogar so voll, dass die Stadt auf der „No List“ gelandet ist, die von bestimmten Reisezielen abrät. Durch die intensive Nutzung wird jedoch der öffentliche Zugang stark eingeschränkt, was sich durch die neuen Regeln ändern soll.

Strandlizenzen für bessere Kontrolle: Neue Strand-Regeln in Griechenland

Mit den neuen Regeln soll der Zugang zu den Stränden für die Öffentlichkeit gewährleistet werden. Man möchte verhindern, dass ganze Strände von Sonnenschirmverleihern und Bars eingenommen werden. Davon profitieren sowohl die Einheimischen als auch Touristen von Hotels außerhalb der Strände, die bisher oft Probleme hatten, an den stark genutzten Stränden noch einen Platz zu finden. Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis erklärte auf der Social-Media-Plattform TikTok, dass es elektronische Auktionen geben soll, um eine Strandlizenz zu erhalten. So soll besser kontrolliert werden, wer die Strände nutzt.

Weiter erklärte er, dass eine Strandlizenz auch an Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten geknüpft sei. Die Pächter müssen dafür sorgen, die Strände sauber zu halten. Zudem sollen die Strände für Personen mit Behinderungen zugängig gemacht werden und es muss immer ein Rettungsschwimmer am Strand sein. Wer sich nicht an die neuen Regeln hält, muss mit Geldstrafen und im schlimmsten Fall mit der Schließung des Betriebs rechnen.

Auch andere beliebte Urlaubsländer haben mit dem Massentourismus zu kämpfen, in Mallorca ist die Infrastruktur auf Besucher aus dem Ausland ausgelegt und es wird teilweise mehr deutsch als spanisch gesprochen. Zudem führt der Massentourismus an vielen Orten zu starker Umweltverschmutzung. Deshalb müssen Touristen auf Bali mittlerweile eine Einreisegebühr zahlen.

Rubriklistenbild: © Chris Emil Janssen/Imago

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