Nato-Übung

Groß wie ein Schwimmbad und voller Kerosin: Gewaltiges Tanklager für Air Defender

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Wenige Tage vor Beginn von Air Defender hat die Bundeswehr in Wunstorf ein riesiges Tanklager an den Start gebracht. Darüber sollen 220 Flugzeuge mit Treibstoff versorgt werden.

Wunstorf – Bald fliegen Dutzende Kampfjets während der Nato-Übung Air Defender über Deutschland. Nach und nach landen die Flugzeuge, die an für Air Defender teilnehmen, in Deutschland. Ziel der Luftwaffen-Übung ist es, die Nato-Staaten auf mögliche Angriffe feindlicher Länder in der Luft vorzubereiten. Insgesamt sind 220 Flugzeuge beziehungsweise Kampfjets dabei, die jeweils in einem bestimmten Zeitraum in der Luft sein werden. Damit die Treibstoffversorgung der Flugzeuge jederzeit gewährleistet ist, setzt die Luftwaffe auf schwimmbadgroße Tanklager an den Fliegerhorsten. Nun wurde das erste mobile Tanklager in Betrieb genommen.

Am Fliegerhorst Wunstorf wurde ein neues Feldtanklager für bis zu 2,4 Millionen Liter Kerosin eröffnet.

Die Soldatinnen und Soldaten proben in Schutzanzügen dabei auch den Ernstfall am gewaltigen Feldtanklager: mögliche Lecks, aus denen große Mengen Treibstoff austreten könnten. Kerosin gilt als Gefahrenstoff, ist giftig für Menschen und kann Hautreizungen verursachen – und vor allem ist der Treibstoff hochentzündlich.

Air Defender: Große Feldtanklager wichtig zur Kerosinversorgung

Am Fliegerhorst Wunstorf in der Nähe von Hannover ging am Dienstag (6. Juni) das erste Tanklager an den Start. In seiner Größe erinnert es an ein Schwimmbad. Nach Angaben der Bundeswehr fasst das sogenannte Feldtanklager rund 2,4 Millionen Liter Kerosin. Damit sei es noch größer als das stationäre Tanklager auf dem Militärflugplatz in Wunstorf. Dort gehen nur rund 1,8 Millionen Liter Kerosin hinein. Die über Monate aufgebaute zusätzliche Kapazität sei nötig, um für die Air Defender Übung jederzeit genügend Kerosin zur Verfügung stellen zu können, erklärte die Bundeswehr.

Feldtanklager am Fliegerhorst Wunstorf

Fassungsvermögen: 2,4 Millionen Liter

► Treibstoff: Kerosin

► Eröffnung: 6. Juni 2023

► Aufgabe: Jederzeit genügend Kerosin für Flugzeuge bei Air Defender bereitstellen

Während Air Defender werden die Flugzeuge an sechs Standorten in ganz Deutschland stationiert. Auf der Nato Air Base Geilenkirchen in NRW stehen während der Nato-Großübung zwei Tankflugzeuge vom Typ Boeing KC-135 aus den USA. An Air Defender nehmen auch die Kampfjets Eurofighter und Tornado teil.

Airbus A400M mit Sonderlackierung zuerst betankt – auch noch größere Flieger stehen in Wunstorf

In Schutzanzügen proben Soldaten eine Leckage am mobilen Air-Defender-Tanklager in Wunstorf. 

Als erstes Flugzeug wurde nach der Inbetriebnahme des Feldtanklagers der Airbus A400M der Luftwaffe in Wunstorf betankt. Auf Fotos ist zu sehen, wie Soldaten die Arbeit am Feldtanklager proben. Anlässlich von Air Defender wurde das Transportflugzeug bereits im Vorfeld zum ersten Mal sonder lackiert. Neben dem Logo von Air Defender finden sich dort am Heck auf je einer Seite die Flaggen von Deutschland und der USA.

Neben dem Airbus A400M sind am Fliegerhorst Wunstorf noch größere Flugzeuge stationiert. Erst wenige Tage vor Beginn der Nato-Übung landeten dort Transportmaschinen des Typs Boeing C17 und Lockheed C130 Hercules.

Als erstes wurde der Airbus A400M der Bundeswehr mit Kerosin aus dem neuen Feldtanklager beliefert.

Boris Pistorius: „Bündnisgebiet reaktionsschnell und schlagkräftig verteidigen“

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) machte indes nochmals klar, welche Botschaft von Air Defender ausgehen soll. „Gemeinsam mit unseren Verbündeten zeigen wir, dass wir das Bündnisgebiet reaktionsschnell und schlagkräftig verteidigen können“, so Pistorius. Bei der Nato-Großübung soll ein fiktiver Angriff eines östlichen Angreifers dargestellt werden, der von den Nato-Verbündeten zurückgeschlagen wird. Unter dem Motto „Train as you fight“ (Trainiere, wie du kämpfen würdest) sollen Übungen bei Air Defender für die Streitkräfte so realistisch wie möglich gestaltet werden. (jr mit dpa) Tipp: Täglich informiert, was in Deutschland und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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