„Rutschbahn Richtung Weltkrieg und Atomkrieg“

Atomkrieg denkbar? Wagenknecht und Schwarzer starten Petition gegen Waffenlieferung

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Sorge vor Atomkrieg: Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer starten eine Initiative gegen Waffenlieferungen.
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Aus Sorge vor Atomkrieg: Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer starten eine Initiative gegen Waffenlieferungen – und drängen auf Verhandlungen.

Berlin – Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht und die prominente Journalistin Alice Schwarzer haben eine Petition gegen Waffenlieferungen gestartet. Darin fordern Wagenknecht und Schwarzer Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) dazu auf, die „Eskalation der Waffenlieferungen“ zu stoppen und drängen auf Verhandlungen. Spätestens bei einem ukrainischen Angriff auf die Krim werde der russische Präsident Putin zu einem „maximalen Gegenschlag“ ausholen, heißt es. Dann könne man in eine „Rutschbahn Richtung Weltkrieg und Atomkrieg“ geraten.

Angst vor Atomkrieg? Wagenknecht und Schwarzer starten Petition gegen Waffenlieferung

Schwarzer und Wagenknecht betonen in ihrem Manifest: „Die von Russland brutal überfallene ukrainische Bevölkerung braucht unsere Solidarität.“ In ihren Augen sei das aber nicht eine immer weitere Verlängerung des Krieges, der aus der Ukraine letztlich ein entvölkertes, zerstörtes Land machen werde.

Kritik üben die beiden Verfasserinnen am ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. „Präsident Selenskyj macht aus seinem Ziel kein Geheimnis“, schreiben sie. Sie wettern gegen Selenkyjs Forderungen nach Kampfjets, Langstreckenraketen und Kriegsschiffe. Die Ukraine könne „gegen die größte Atommacht der Welt keinen Krieg gewinnen“, heißt es.

Wagenknecht hatte schon vergangene Woche vor einer Eskalation im Ukraine-Krieg gewarnt und die Waffenlieferung auf Schärfste verurteilt. Die Ukraine würde versuchen, die Nato in den Krieg zu ziehen. „Mit Kampfjets oder Raketen beendet man diesen Krieg nicht“, betone Wagenknecht jüngst in einem Tweet.

Warnung vor Atomkrieg – Wagenknecht und Schwarzer erhalten Applaus von rechts für Petition

Kritik an der Petition kam vom ehemaligen ukrainischen Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk. Er bezeichnete Wagenknecht und Schwarzer als „Putinschen Handlanger:Innen“. „Euer Manifest für Verrat der Ukrainer könnt ihr zusammenrollen und gleich in den Mülleimer am Brandenburger Tor werfen“, twitterte Melnyk. Unterstützung erhielten die Verfasserinnen hingegen von AfD-Co-Chef Tino Chrupalla. „Ich habe diese Petition für den Frieden unterzeichnet. Im Einsatz für den Frieden sollten Parteigrenzen keine Barrieren sein“, so Chrupalla.

Im April vergangenen Jahres hatte Journalistin Schwarzer auch schon einen offenen Brief initiiert, der an Scholz appellierte, keine schweren Waffen an die Ukraine zu liefern. Mittlerweile ist dieser Brief ihren Angaben zufolge von mehr als 500.000 Menschen unterzeichnet worden.

Atomkrieg 2023? Moskau spricht mehrere Drohungen aus und warnt vor globalem Konflikt

Doch wie denkbar ist eine nukleare Ausweitung des Ukraine-Kriegs? In den vergangenen Wochen kamen Spekulationen über einen globalen Atomkrieg auf. Aus russischer Seite hieß es, dieser werde „sofort“ ausbrechen, sollte ein Versuch unternommen werden, die Krim wieder unter ukrainische Kontrolle zu bringen. Davor warnte jüngst der Leiter der Bürgerkammer von Sewastopol, Alexander Formanchuk. „Jeder Versuch, die Krim zu beschlagnahmen und an die Ukraine zurückzugeben, wird sofort zu einem thermonuklearen globalen Konflikt eskalieren. Russland wird dies nicht verzeihen“, sagte Formanchuk im Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Novosti.

Der britische Ex-Premierminister Boris Johnson hält die Wahrscheinlichkeit eines nuklearen Einsatzes durch Russland für „verschwindend gering“. Schließlich habe man Putin eine klare Warnung geschickt, die er auch gehört habe, sagte er dem ukrainischen Nachrichtenportal European Prawda. Putin würde mit einem Vorgehen auch die mögliche Unterstützung von unparteiischen Staaten etwa in Asien und Afrika verlieren, so Johnson.

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