Ära „geht zu Ende“

Atomwaffen nehmen zu: Forscher befürchten nukleares Wettrüsten

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Sipri schlägt Alarm wegen der Aufrüstung der Atommächte. Arsenale werden verbessert, internationale Verträge zunehmend ausgehöhlt.

Stockholm – Ukraine-Krieg, Nahost-Konflikt, die Lage mit China und dem US-Präsidenten Donald Trump: Die Weltlage ist zunehmend angespannt. Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri warnt angesichts der Situation vor einem neuen Rüstungswettlauf unter den Atommächten. Der aktuelle Jahresbericht des unabhängigen Instituts deutet auf die möglichen Anfänge: Die weltweiten Atomwaffenarsenale werden weiter aufgerüstet und umfassend modernisiert.

Laut Sipri befinden sich nahezu alle Atomwaffenstaaten im Jahr 2024 in umfangreichen Modernisierungsprogrammen. Bestehende Sprengköpfe werden aufgerüstet und durch neue Modelle ersetzt. Die Forscher sehen ein gefährliches nukleares Wettrüsten heraufziehen – in einer Zeit, in der internationale Rüstungskontrollverträge zunehmend geschwächt sind. Der mögliche Rüstungswettbewerb passiere „in einer komplizierteren Situation als früher“, meinte der scheidende Direktor von Sipri, Dan Smith, gegenüber der ARD.

Israel im Krieg mit Iran: Raketen fliegen, Menschen werden evakuiert

Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv.
Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv. Ausgelöst werden sie vom Iron Dome, dem Raketenschutzschirm über Israel, der hier ballistische Geschosse aus dem Iran abfängt. © Ohad Zwigenberg/dpa
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran.
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran. © Ilia Yefimovich/dpa
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen.
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen. © IMAGO/FatemehBahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Iran von Raketen aus Israel angegriffen – Gebäude stark beschädigt. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Israelischer Angriff beschädigt Gebäude in Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff.
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff. © IMAGO/Samir Abdalhade
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Ariel Schalit/dpa
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Der Iron Dome in Aktion
Der Iron Dome in Aktion: Raketen aus dem Iran, die in Richtung Tel Aviv flogen, werden von dem Flugabwehrsystem Israels abgefangen.  © Oded Balilty/dpa
dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen.
Doch auch dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen. Immer wieder kommen ballistische Geschosse durch und richten wie hier in Tel Aviv große Schäden an. © Baz Ratner/dpa
Raketenangriffe aus dem Iran
Aufgrund der Raketenangriffe aus dem Iran müssen immer wieder Gebäude und Bezirke in Tel Aviv und anderen Teilen Israels evakuiert werden. Diese Personen mussten ihr Wohnhaus in der israelischen Millionenmetropole aufgrund eines Raketeneinschlags verlassen. © Baz Ratner/dpa
Israelische Sicherheitskräfte inspizieren zerstörte Gebäude, die von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurden.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz
Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz in offiziellen Bunkeranlagen, von denen es im ganzen Land mehrere gibt. In Tel Aviv wurde eine Tiefgarage zu einem Luftschutzbunker für die Bevölkerung umfunktioniert. Eine Frau hat sich ihr Kind umgebunden und kühlt den Nachwuchs mit einem Hand-Ventilator, während sie auf das Ende der Raketenangriffe aus dem Iran wartet. © Baz Ratner/dpa
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde.
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde. © Vahid Salemi/dpa
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf.
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf. © Vahid Salemi/dpa
Israelische Luftangriffe in Teheran
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Israelischer Luftangriff auf Treibstoffdepot im Teheraner Stadtteil Shahran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Flammen erleuchten die Skyline hinter dem ikonischen Milad Tower in Teheran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv.
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
Folgen des iranischen Raketenangriffs in Bat Yam, nahe Tel Aviv
Aufräumarbeiten nach iranischem Raketenangriff in Bat Yam – Nahe Tel Aviv, Israel. © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
ranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – Vorort von Tel Aviv
Bat Yam, Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt, als es von einer iranischen Rakete getroffen wurde © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – einem Vorort von Tel Aviv
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.  © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.
Ein Gebäude in der Stadt Bat Yam, einem Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde.
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde. © IMAGO/Iranian Red Crescent
Das iranische Luftabwehrsystem feuert in der Nähe des Milad Tower Schüsse ab, die auf israelische Drohnen gerichtet sind.
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde © Vahid Salemi/dpa

Atomwaffen-Zahl steigt: Mehr als 12.000 nukleare Sprengköpfe – USA und Russland weiterhin Spitzenreiter

Sipri schätzt den globalen Bestand an Atomsprengköpfen auf 12.241. Davon befinden sich rund 9.614 in militärischen Lagern für den potenziellen Einsatz – ein Anstieg um 29 gegenüber dem Vorjahr. Etwa 3.912 dieser Sprengköpfe sind auf Raketen montiert oder auf aktiven Militärstützpunkten stationiert, rund 2.100 davon befinden sich in hoher Einsatzbereitschaft. Die Zahlen beziehen sich auf den Stand von Januar 2025.

Neun Staaten verfügen über Atomwaffen: USA und Russland – gemeinsam weiterhin mit fast 90 Prozent des weltweiten Arsenals –, außerdem Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel. Letzteres bestreitet offiziell weiterhin den Besitz von Atomwaffen. Deutschland besitzt keine eigenen Atomwaffen, beteiligt sich jedoch an der nuklearen Teilhabe der Nato.

Mögliche Wende bei den Atomwaffen? Ära nach dem Kalten Krieg „geht zu Ende“

Zwar ist die Gesamtzahl der Atomwaffen seit dem Kalten Krieg deutlich gesunken – damals existierten mehr als fünfmal so viele –, doch dieser Trend könnte sich nun umkehren. Während die USA und Russland weiterhin ältere Sprengköpfe abbauen, verlangsamt sich deren Demontage. Gleichzeitig nimmt die Stationierung neuer Waffen zu. Laut Sipri ist bald damit zu rechnen, dass mehr neue Atomwaffen hinzukommen als alte entfernt werden – der globale Bestand könnte somit erstmals seit Jahrzehnten wieder steigen.

„Die Ära der Verringerung der weltweiten Atomwaffenzahl, die seit dem Ende des Kalten Krieges andauerte, geht zu Ende“, warnt Sipri-Experte Hans Kristensen. Stattdessen seien wachsende Arsenale, aggressive nukleare Rhetorik und das Scheitern von Abrüstungsverträgen zu beobachten.

Zunehmende Spannungen im Nahen Osten: Konflikt zwischen Israel und Iran verstärkt Unsicherheit

Die erneute Eskalation zwischen Israel und dem Iran verstärkt laut Sipri die atomare Unsicherheit. In Europa, Ostasien und dem Nahen Osten gebe es neue Debatten über eigene Atomwaffenprogramme. Besonders im Iran beeinflusst der Konflikt mit Israel zunehmend die Diskussion über nukleare Abschreckung. Während die iranische Regierung bei Gesprächen mit den USA Bereitschaft zur atomaren Zurückhaltung signalisiere, wird innenpolitisch offen über die strategischen Vorteile eigener Atomwaffen diskutiert.

Israel hatte kürzlich umfassende Luftangriffe auf iranische Städte und Atomanlagen durchgeführt und dies unter anderem mit angeblichen iranischen Plänen zum Bau einer Atombombe begründet – ein Vorwurf, den Teheran zurückweist. Kurz darauf folgte der Gegenschlag vom Iran, beide Länder greifen sich weiter gegenseitig an.

Die Atombombe „Little Boy“ wurde am 6. August 1945 als erste im Krieg eingesetzte Atombombe über Hiroshima abgeworfen.

Chinas Aufstieg zur Atommacht: Dreiecksbeziehung mit den USA und Russland erschwert Abrüstung

Während die USA und Russland im Mittelpunkt der nuklearen Weltpolitik stehen, tritt laut Sipri auch China zunehmend als bedeutende Atommacht auf. Der Bestand an chinesischen Sprengköpfen wird auf rund 600 geschätzt – mehr als Frankreich und Großbritannien zusammen. Allein seit 2023 soll China rund 100 neue Sprengköpfe pro Jahr hinzugefügt haben. Tendenz: steigend. Smith spekulierte, dass Chinas Atomwaffenarsenal in etwa 20 Jahren die Größenordnung dessen von den USA und Russland erreichen würde.

Laut Smith befände sich China mit den USA und Russland in einer Dreiecksbeziehung. „Das macht es deutlich schwieriger, sich auf Maßnahmen zur Rüstungskontrolle zu einigen“, so Smith. Vor diesem Hintergrund sei es besorgend, dass Anfang 2026 auch der letzte Vertrag über die nukleare Rüstungskontrolle zwischen den USA und Russland ausläuft. Erkennbare Bemühungen zur Verlängerung oder für einen neuen Vertrag gebe es nicht.

Der Vertrag würde sich in eine Liste mehrerer internationaler Abrüstungs- und Kontrollabkommen einreihen, die in den letzten Jahren gescheitert oder außer Kraft gesetzt worden sind. 2019 kündigten die USA den INF-Vertrag über landgestützte atomare Kurz- und Mittelstreckenraketen. Kurz darauf folgte der Ausstieg aus dem Open-Skies-Vertrag. Russland zog nach. 2022 setzte Russland den Vertrag über konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) aus und suspendierte zudem den letzten großen Abrüstungsvertrag mit den USA, „New START“. Ein neues Abkommen ist nicht in Sicht – läuft der Vertrag aus, endet er 2026 endgültig.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Konflihtherd Indien und Pakistan – Sipri-Direktor mutmaßt: Wir könnten in einen „Atomkrieg hineinstolpern“

Auch zwischen Indien und Pakistan bleibt die Lage angespannt. Nach jüngsten Spannungen herrscht seit Mai eine Waffenruhe. Laut Sipri bestand die reale Gefahr, dass ein konventioneller Konflikt in eine nukleare Eskalation übergeht. „Dies sollte eine eindringliche Warnung für Staaten sein, die ihre Abhängigkeit von Atomwaffen erhöhen wollen“, sagt Sipri-Experte Matt Korda. Atomwaffen verhinderten keine Konflikte, betont er: Sie garantieren „keine Sicherheit.“

Diese Einschätzung teilt auch Greenpeace. „Die Kombination aus atomarer Aufrüstung und dem Erstarken nationalistischer und populistischer Kräfte in den Atomwaffenstaaten macht Angst“, sagte Greenpeace-Abrüstungsexperte Alexander Lurz. Auch Deutschland sei mit der Anschaffung atomwaffenfähiger F-35-Kampfjets Teil dieser globalen Entwicklung.

Sipri-Direktor Smith sorgte sich auch, dass „es einen Unfall geben könnte“, zum Beispiel durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. „Und dass der in diesem Klima der Feindseligkeit und des Misstrauens fehlinterpretiert wird“. Er mutmaßte: „Vielleicht würden wir dann in einen Atomkrieg hineinstolpern, den niemand bei klarem Verstand jemals wollen würde.“ (lismah/dpa)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/PA Wire | Yui Mok

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