Waffen für Kiew?

Ukraine-Verhandlungen: Vorerst keine Tomahawks für Selenskyj – Berichte über „emotionales“ Trump-Treffen

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News zum Trump-Selenskyj-Treffen: Kiew hofft im Ukraine-Krieg auf US-Tomahawk-Marschflugkörper. Doch Trump scheint den Deal zu verweigern.

Update, 7:39 Uhr: Die Ukraine darf Medienberichten zufolge vorerst nicht auf eine Lieferung von US-Marschflugkörpern des Typs Tomahawk hoffen. Donald Trump habe dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj bei ihrem Treffen in Washington eine entsprechende Freigabe verweigert, berichteten unter anderem das Portal Axios und der Sender CNN unter Berufung auf informierte Quellen. 

Das Treffen sei „nicht einfach“ gewesen, zitierte Axios eine Quelle. Eine andere Quelle habe es gar als „schlecht“ bezeichnet. Stellenweise sei die mehrstündige Zusammenkunft „etwas emotional“ geworden. Laut CNN-Informationen sei die Diskussion angespannt, offen und zeitweise „unangenehm“ verlaufen.

Selenskyj äußerte sich nur vage zu dem Thema.

Selenskyj bleibt vage bei Tomahawk-Frage: Trump habe weder Ja noch Nein gesagt

Update vom 18. Oktober, 6:31 Uhr: Nach dem Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus hofft dieser weiterhin auf eine Zusage für die Lieferung von weitreichenden US-Marschflugkörpern des Typs Tomahawk. „Unsere Teams arbeiten daran“, sagte Selenskyj nach dem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im NBC-Format „Meet the Press with Kristen Welker“. „Es ist gut, dass Präsident Trump nicht Nein gesagt hat, aber heute auch nicht Ja gesagt hat.“ Er könne keine weiteren Details nennen. Selenskyj unterstrich erneut, dass die Ukraine im Krieg gegen Russland auf solche weitreichenden Waffen angewiesen sei. 

Auf die Frage, ob er glaube, dass Trump seinen Ton in dieser Frage nach seinem jüngsten Telefonat mit Kreml-Chef Wladimir Putin geändert habe, sagte Selenskyj: „Ich weiß es nicht, denn wir haben uns nicht vor diesem Telefonat getroffen.“ Der ukrainische Präsident sagte, Tomahawks seien ein sensibles Thema für Russland. Er denke, Putin habe Angst, dass die USA der Ukraine diese Waffen liefern könnten.

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz. © Philipp Schulze/dpa
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben. © JONATHAN NACKSTRAND/afp
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bradley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechenden Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren. © U.S. Army/dpa
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil. © Björn Trotzki/Imago
Aus Großbritannien stammt der Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Dabei handelt es sich um einen der modernsten Panzer weltweit. Im Gegensatz zu den meisten anderen modernen Kampfpanzern ist der Challenger 2 mit einer 120-Millimeter-Kanone mit gezogenem Lauf ausgerüstet. Auch auf lange Entfernung sind zuverlässige Treffer zu erwarten. So soll ein Challenger 2 im Golfkrieg von 1991 einen irakischen Panzer auf fast fünf Kilometer Entfernung ausgeschaltet haben. Die Chobham-Panzerung sorgt für einen enorm guten Schutz. Als Nachteile gelten das hohe Gewicht, die komplizierte Logistik und die eingeschränkte Mobilität.
Aus Großbritannien stammt der Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Dabei handelt es sich um einen der modernsten Panzer weltweit. Im Gegensatz zu den meisten anderen modernen Kampfpanzern ist der Challenger 2 mit einer 120-Millimeter-Kanone mit gezogenem Lauf ausgerüstet. Auch auf lange Entfernung sind zuverlässige Treffer zu erwarten. So soll ein Challenger 2 im Golfkrieg von 1991 einen irakischen Panzer auf fast fünf Kilometer Entfernung ausgeschaltet haben. Die Chobham-Panzerung sorgt für einen enorm guten Schutz. Als Nachteile gelten das hohe Gewicht, die komplizierte Logistik und die eingeschränkte Mobilität. © Spc. Nicko Bryant Jr./Imago
Der Marder hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, ist aber noch immer bei der Bundeswehr im Einsatz. Gebaut wurde der Marder mitten im Kalten Krieg. Er dient den Panzergrenadieren als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer. Durch seine Geschwindigkeit sollen die Infanteristen den Kampfpanzern folgen können. Mit 600 PS bei 35 Tonnen ist er gut motorisiert. Bewaffnet ist der Marder mit einer 20-Millimeter-Kanone. Die Besatzung besteht aus Kommandant, Richtschütze, Fahrer und sechs Grenadieren.
Der Marder hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, ist aber noch immer bei der Bundeswehr im Einsatz. Gebaut wurde er mitten im Kalten Krieg. Der Marder dient den Panzergrenadieren als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer. Durch seine Geschwindigkeit sollen die Infanteristen den Kampfpanzern folgen können. Mit 600 PS bei 35 Tonnen ist er gut motorisiert. Bewaffnet ist der Marder mit einer 20-Millimeter-Kanone. Die Besatzung besteht aus Kommandant, Richtschütze, Fahrer und sechs Grenadieren. © Philipp Schulze/dpa
Die NLAW ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus schwedischer Produktion. Sie dient zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie Gebäuden. Sie kann von einem einzelnen Menschen transportiert und eingesetzt werden. Der Start mit der geschulterten Waffe kann liegend, kniend oder stehend erfolgen. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 600 Metern. Verfehlt die Rakete das Ziel, so zerstört sie sich nach einer Flugzeit von 5,6 Sekunden selbst. Die NLAW ist ein Wegwerfartikel und kann nur einmal abgefeuert werden.
Die NLAW ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus schwedischer Produktion. Sie dient zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie Gebäuden. Sie kann von einem einzelnen Menschen transportiert und eingesetzt werden. Der Start mit der geschulterten Waffe kann liegend, kniend oder stehend erfolgen. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 600 Metern. Verfehlt die Rakete das Ziel, so zerstört sie sich nach einer Flugzeit von 5,6 Sekunden selbst. Die NLAW ist ein Wegwerfartikel und kann nur einmal abgefeuert werden. © Sergei Supinsky/afp
Das Patriot-System dient zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen kürzerer Reichweite. Es besteht aus mehreren Komponenten: Das Bodenradar erkennt Flugobjekte, der Leitstand berechnet deren Flugbahn, programmiert die eigenen Raketen und koordiniert deren Abschuss, das Startgerät verfügt über bis zu acht Raketenwerfer, der erforderliche Strom kommt von einem Fahrzeug mit Generatoren. Das Patriot-System kann gleichzeitig bis zu 50 Ziele beobachten und fünf bekämpfen. Die maximale Kampfentfernung liegt bei etwa 68 Kilometern. Die Entwicklung des Boden-Luft-Lenkwaffensystems reicht in die späten 1960er-Jahre zurück, eingeführt wurde es in den frühen 1980er-Jahren, seitdem wurde es immer wieder modernisiert.
Das Patriot-System dient zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen kürzerer Reichweite. Es besteht aus mehreren Komponenten: Das Bodenradar erkennt Flugobjekte, der Leitstand berechnet deren Flugbahn, programmiert die eigenen Raketen und koordiniert deren Abschuss, das Startgerät verfügt über bis zu acht Raketenwerfer, der erforderliche Strom kommt von einem Fahrzeug mit Generatoren. Das Patriot-System kann gleichzeitig bis zu 50 Ziele beobachten und fünf bekämpfen. Die maximale Kampfentfernung liegt bei etwa 68 Kilometern.  © Kevin Schrief/dpa
Beim Multiple Launch Rocket System (MLRS) handelt es sich um ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem auf Kettenfahrgestell. Die Typenbezeichnung des US-amerikanischen Militärs lautet M270. Bei der Bundeswehr wird es unter dem Namen MARS (Mittleres Artillerieraketensystem) geführt. Das System trägt zwölf Raketen, die Ziele in bis zu 40 Kilometer Entfernung treffen.
Beim Multiple Launch Rocket System (MLRS) handelt es sich um ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem auf Kettenfahrgestell. Die Typenbezeichnung des US-amerikanischen Militärs lautet M270. Bei der Bundeswehr wird es unter dem Namen MARS (Mittleres Artillerieraketensystem) geführt. Das System trägt zwölf Raketen, die Ziele in bis zu 40 Kilometer Entfernung treffen. © Jeon Heon-Kyun/dpa
Die türkische Kampf- und Aufklärungsdrohne Bayraktar TB2 ist seit 2016 im Einsatz. Der Name geht auf ihren Erfinder Selçuk Bayraktar zurück, den Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Drohne erreicht eine Flughöhe von 7300 Metern. Sie ist 6,5 Meter lang, besitzt eine Spannweite von zwölf Metern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 Kilometern pro Stunde. Beim ukrainischen Angriff auf das russische Flaggschiff „Moskwa“ soll die Drohne einen Angriff vorgetäuscht haben, bevor zwei Neptun-Raketen das Schiff trafen.
Die türkische Kampf- und Aufklärungsdrohne Bayraktar TB2 ist seit 2016 im Einsatz. Der Name geht auf ihren Erfinder Selçuk Bayraktar zurück, den Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Drohne erreicht eine Flughöhe von 7300 Metern. Sie ist 6,5 Meter lang, besitzt eine Spannweite von zwölf Metern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 Kilometern pro Stunde. Beim ukrainischen Angriff auf das russische Flaggschiff „Moskwa“ soll die Drohne einen Angriff vorgetäuscht haben, bevor zwei Neptun-Raketen das Schiff trafen. © Birol Bebek/afp
Im Ukraine-Krieg kommen auch zahlreiche unbemannte Kamikaze-Drohnen zum Einsatz. Die Switchblade 300 ist zusammengeklappt so handlich, dass sie in jeden Rucksack passt. Sie wird mithilfe von Druckluft aus einem Rohr abgeschossen und verfügt über vier schwenkbare Flügel, die im Flug wie Springmesser herausspringen. Sie hat eine Reichweite von knapp zehn Kilometern und kann einige Zeit über ihrem Einsatzgebiet verweilen, ehe sie im Sturzflug angreift. Der Gefechtskopf der Switchblade 300 hat eine Sprengladung, die einer 40-Millimeter-Granate entspricht.
Im Ukraine-Krieg kommen auch zahlreiche unbemannte Kamikaze-Drohnen zum Einsatz. Die Switchblade 300 ist zusammengeklappt so handlich, dass sie in jeden Rucksack passt. Sie wird mithilfe von Druckluft aus einem Rohr abgeschossen und verfügt über vier schwenkbare Flügel, die im Flug wie Springmesser herauskatapultiert werden. Sie hat eine Reichweite von knapp zehn Kilometern und kann einige Zeit über ihrem Einsatzgebiet verweilen, ehe sie im Sturzflug angreift. Der Gefechtskopf der Switchblade 300 hat eine Sprengladung, die einer 40-Millimeter-Granate entspricht.  © Lcpl. Tyler Forti/Imago
Das norwegische Luftabwehrsystem NASAMS wurde entwickelt, um Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge zu identifizieren, anzugreifen und zu zerstören. Es ist in der Lage, 72 Ziele gleichzeitig zu treffen. Ihre weitreichendsten Raketen können Ziele bis maximal 50 Kilometer abschießen. Eine Batterie besteht aus zwölf Raketenwerfern, acht Radar-Stationen, einer Feuerleitzentrale, einem Kamera- und einem Kontroll-Fahrzeug. Seit 2005 schützt das System die US-Hauptstadt Washington, D.C.
Das norwegische Luftabwehrsystem NASAMS wurde entwickelt, um Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge zu identifizieren, anzugreifen und zu zerstören. Es ist in der Lage, 72 Ziele gleichzeitig zu treffen. Ihre weitreichendsten Raketen können Ziele bis maximal 50 Kilometer abschießen. Eine Batterie besteht aus zwölf Raketenwerfern, acht Radar-Stationen, einer Feuerleitzentrale, einem Kamera- und einem Kontroll-Fahrzeug. Seit 2005 schützt das System die US-Hauptstadt Washington, D.C. © Robin Van Lonkhuijsen/dpa
Die Ukraine kann im krieg gegen Russland auch auf Bushmaster-Panzerfahrzeuge aus australischer Produktion zurückgreifen. Sie sind dank ihrer gepanzerten Stahlplatten explosionssicher und für alle Umgebungen geeignet. Auch eine Reifenpanne hindert den Bushmaster nicht an der Weiterfahrt. Das Fahrzeug bietet Platz für insgesamt zehn Soldaten einschließlich ihrer Waffen und Ausrüstung. Übliche Bordwaffen sind 5,56-Millimeter- und 7,62-Millimeter-Maschinengewehre.
Die Ukraine kann im Krieg gegen Russland auch auf Bushmaster-Panzerfahrzeuge aus australischer Produktion zurückgreifen. Sie sind dank ihrer gepanzerten Stahlplatten explosionssicher und für alle Umgebungen geeignet. Auch eine Reifenpanne hindert den Bushmaster nicht an der Weiterfahrt. Das Fahrzeug bietet Platz für zehn Soldaten einschließlich ihrer Waffen und Ausrüstung. Übliche Bordwaffen sind 5,56-Millimeter- und 7,62-Millimeter-Maschinengewehre. © Russell Freeman/Imago
Die Geschichte des M113 ist schon mehr als 60 Jahre alt. Das auch gerne als „Battle Taxi“ bezeichnete Militärfahrzeug war der erste moderne Truppentransportpanzer. Die Möglichkeit, in einem leichten, schnellen, schwimmfähigen und per Flugzeug transportablen gepanzerten Fahrzeug elf Infanteristen durch ein Kampfgebiet zu befördern, kam einer Revolution gleich. Seit der Markteinführung 1960 wurden mehr als 80.000 Fahrzeuge herstellt. In der Standardausführung verfügt der M113 über ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr als Hauptwaffe.
Die Geschichte des M113 ist schon mehr als 60 Jahre alt. Das auch gerne als „Battle Taxi“ bezeichnete Militärfahrzeug war der erste moderne Truppentransportpanzer. Die Möglichkeit, in einem leichten, schnellen, schwimmfähigen und per Flugzeug transportablen gepanzerten Fahrzeug elf Infanteristen durch ein Kampfgebiet zu befördern, kam einer Revolution gleich. Seit der Markteinführung 1960 wurden mehr als 80.000 Fahrzeuge herstellt. In der Standardausführung verfügt der M113 über ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr als Hauptwaffe. © Björn Trotzki/Imago
Der PT-91 Twardy („Der Harte“) ist eine modernisierte Version des Panzers T-72 aus der Sowjetzeit. Der PT-91 ist seinem Vorbild äußerlich nach wie vor sehr ähnlich, besitzt jedoch gegenüber dem Original einige Verbesserungen. Dazu gehören eine im Vergleich zum Basismodell deutlich präzisere Feuerleitanlage, ein Laserwarnsystem, eine Wärmebildkamera und eine Reaktivpanzerung.
Der polnische PT-91 Twardy („Der Harte“) ist eine modernisierte Version des Panzers T-72 aus der Sowjetzeit. Der PT-91 ist seinem Vorbild äußerlich nach wie vor sehr ähnlich, besitzt jedoch gegenüber dem Original einige Verbesserungen. Dazu gehören eine im Vergleich zum Basismodell deutlich präzisere Feuerleitanlage, ein Laserwarnsystem, eine Wärmebildkamera und eine Reaktivpanzerung.  © Imago
Der Gepard ist ein Flugabwehrpanzer, der Teil der Heeresflugabwehr der Bundeswehr war, bis er 2010 außer Dienst gestellt wurde. In der Zwischenzeit wird er nur noch von anderen Armeen verwendet, so auch von der Ukraine. Der Gepard wurde in erster Linie entwickelt, um die Panzer- und Panzergrenadiertruppe vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. In der Ukraine ist vor allem der Suchradar von Vorteil, mit dem feindliche Drohnen schnell erkannt angegriffen werden können. Der Gepard verfügt über 35-Millimeter-Maschinenkanonen.
Der Gepard ist ein Flugabwehrpanzer, der Teil der Heeresflugabwehr der Bundeswehr war, bis er 2010 außer Dienst gestellt wurde. In der Zwischenzeit wird er nur noch von anderen Armeen verwendet, so auch von der Ukraine. Der Gepard wurde in erster Linie entwickelt, um die Panzer- und Panzergrenadiertruppe vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. In der Ukraine ist vor allem der Suchradar von Vorteil, mit dem feindliche Drohnen schnell erkannt und angegriffen werden können. Der Gepard verfügt über 35-Millimeter-Maschinenkanonen.  © Michael Mandt/afp
Italienische Panzerhaubitzen M109L werden über Udine und Österreich in die Ukraine geliefert.
Ende April 2023 lieferte Italien klammheimlich über die nordöstliche Region Friaul-Julisch Venetien und Österreich 30 schwere Panzerhaubitzen M109L in die Ukraine. Das Foto vom Transport ist am Bahnhof Udine entstanden. Laut italienischer Tageszeitung „La Repubblica“ erhält Kiew vom Nato-Mitglied insgesamt 60 Stück der Standard-Haubitze des Verteidigungsbündnisses. Die M109L zeichnet vor allem ihre schwere 155mm-Kanone aus. © Twitter@Topolin28714725
Ein gepanzerter MaxxPro-Truppentransporter der US-Streitkräfte. (Symbolfoto)
Zu Beginn ihrer Gegenoffensive hatten die ukrainischen Streitkräfte mit Hilfe der Vereinigten Staaten laut „Magazin für Europäische Sicherheit & Technik“ einen Bestand von 580 sogenannter MRAPs (Mine Resistant Ambush Protected Vehicle) aufgebaut. Dabei handelt es sich um Truppentransporter mit hohem Minenschutz. Etliche davon gingen im Frühsommer 2023 verloren, vor allem gepanzerte MaxxPro (Beispiel-Foto), was Videos brennender Exemplare bei Twitter beweisen sollten.  © IMAGO / ZUMA Wire
Ein Radpanzer Stryker der US-Streitkräfte.
Die USA haben der Ukraine im Verlauf des ersten Halbjahres 2023 bis zu 90 Radpanzer vom Typ Stryker geliefert. Der hochmobile Schützenpanzer mit einer Länge von knapp sieben Metern und einer Breite von 2,72 Metern soll Truppenverlegungen binnen kurzer Zeit ermöglichen, weil er mit bis zu 100 km/h deutlich schneller ist als viele Kettenpanzer. Mit bis zu 39 Millimetern Außenhülle ist er jedoch vergleichsweise schwach gepanzert. © IMAGO / ABACAPRESS
Ukrainische Soldaten werden an schwedischen Schützenpanzern CV 90 ausgebildet.
Das Combat Vehicle 90 (CV 90) gilt als einer der modernsten Schützenpanzer der Welt. Entwickelt wurde der Panzer in den 1990er Jahren vom britischen Rüstungskonzerns BAE Systems AB für die Streitkräfte Schwedens. Das skandinavische Land stellte der Ukraine im Frühjahr 2023 nach und nach 50 der Schützenpanzer bereit, die die 40-mm-Ma­schi­nen­ka­no­ne 40/70B auszeichnet. Bis zu acht Infanterie-Soldaten können mit dem CV 90 mitten in die Schlacht gefahren werden. © IMAGO / TT
Aus Frankreich soll die Ukraine bereits im März 2025 drei Modelle des Kampfjets „Mirage 2000“ erhalten
Aus Frankreich soll die Ukraine bereits im März 2025 drei Modelle des Kampfjets „Mirage 2000“ erhalten. Bei den Maschinen soll es sich laut Medienberichten um Modelle der Variante „Mirage 2000-5“ handeln. Eine offizielle Bestätigung der Lieferung steht noch aus. Frankreich verfügt selbst über 26 modernisierte Kampfjets des Typs „Mirage 2000-5“. © KHALED DESOUKI/AFP
Ein Leopard-1-A5 der belgischen Armee, der in Deutschland produziert wurde. (Archivfoto)
Der Leopard 1A5 ist eine kampfwertgesteigerte Variante des „Leos“ 1 aus deutscher Produktion und Vorgänger des Leopard-2-Kampfpanzers der Bundeswehr. Zwischen 1986 und 1992 wurde im A5 eine neue Feuerleitanlage sowie erstmals ein Laserentfernungsmesser eingebaut. Anfang 2023 hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) der Ukraine 178 Exemplare in Aussicht gestellt. Beim Nato-Gipfel im Juli erfüllte Deutschland die zwischenzeitlich genannte Zielgröße von 25 gelieferten Leopard-1-A5 im Sommer 2023. © IMAGO / StockTrek Images
Die F-16 wurde in den 1970er Jahren als wendiger, vergleichsweise kostengünstiger und vielfältig einsetzbarer Kampfjet.
Die F-16 wurde in den 1970er Jahren als wendiger, vergleichsweise kostengünstiger und vielfältig einsetzbarer Kampfjet entwickelt. Sie trägt den offiziellen Spitznamen „Fighting Falcon“ (Kämpfender Falke), ist aber auch als „Viper“ bekannt. Der einstrahlige Kampfjet ist mit einer 20-Millimeter-Kanone mit mehreren Läufen bewaffnet und kann mit Luft-Luft-Raketen und Bomben ausgestattet werden. Nach Angaben der US-Luftwaffe erreicht die F-16 Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 2400 Kilometern pro Stunde und kann mehr als 860 Kilometer entfernt liegende Ziele anfliegen, ihre Raketen abfeuern und zum Startpunkt zurückkehren.  © PETRAS MALUKAS/afp
Die USA haben Atacms-Raketen an die Ukraine geliefert.
Die USA haben Atacms-Raketen an die Ukraine geliefert. Nach Abschuss vom Boden fliegen sie eine ballistische Kurve und sollen wieder am Boden detonieren. Obwohl sie als schwer abzufangen gelten, sind sie im Vergleich zu Marschflugkörpern nicht annähernd so präzise. Das liegt vor allem an der Geschwindigkeit. In der Spitze erreichen sie mehr als dreifache Schallgeschwindigkeit (Mach 3). Dieses hohe Tempo von rund 3700 km/h macht es auch deutlich schwerer, die Rakete zu kontrollieren. Bisher haben die USA Atacms mit einer gedrosselten Reichweite von 165 Kilometern geliefert. Die Ukraine wünscht sich aber Atacms mit einer Reichweite von 300 Kilometern. © U.S. Army/Imago
Kampfflugzeug des Typs „Gripen“ aus Schweden
Eigentlich sollte die Ukraine bereits im März 2024 die erste Lieferung von Kampfflugzeugen des Typs „Gripen“ aus Schweden erhalten. Bislang sind aber keine Modelle des von der Firma Saab hergestellten Kampfjets im Kampf gegen Russland. Das wiederum liegt an der Lieferung der F16-Kampfjets an die Ukraine. Um die Luftwaffe des Landes und ihre Piloten nicht zu überfordern, wurde die Lieferung und Ausbildung des Personals an den schwedischen Flugzeugen zunächst ausgesetzt. Geplant sind die Lieferungen nun für 2025. © Sandor Ujvari/dpa

Trumps Außenminister irritiert mit Russland-Krawatte bei Selenskyj-Treffen

Update, 22:57 Uhr: Nach dem Treffen zwischen Trump und Selenskyj sorgt in Russland ein Detail für Aufsehen: die Krawatte von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth. Hegseth habe mit einer „unerwarteten Modeentscheidung für Aufsehen“ gesorgt, schreibt die russische staatliche Nachrichtenagentur Tass: „Eine Krawatte in den Farben der russischen Trikolore.“ 

Tatsächlich zeigen die Aufnahmen des Treffens den US-Verteidigungsminister im Weißen Haus mit einer Krawatte mit weißen, blauen und roten Streifen, in derselben Reihenfolge wie auf der russischen Nationalflagge. Allerdings hat auch die US-Flagge diese Farben, jedoch nicht in dieser Reihenfolge; ein unglücklicher Zufall?

Update, 22:49 Uhr: Jetzt spricht Selenskyj: Das Treffen mit Trump sei produktiv gewesen, erklärte der ukrainische Präsident. Zu Langstrecken-Waffen wolle er sich nicht äußern, darauf habe man sich geeinigt. Bei dem Treffen sei es auch um das geplante Treffen zwischen Trump und Putin gegangen. Die Ukraine zähle auf Trump, den Krieg zu beenden.

Selenskyj soll zuvor bereits die europäischen Staats- und Regierungschefs über das Treffen informiert haben, schreibt Axios-Reporter Barak Ravid auf der Plattform X.

Update, 21:56 Uhr: Selenskyj hat das Weiße Haus nach dem Treffen mit Trump soeben verlassen. Der ukrainische Präsident soll nun ein weiteres Pressestatement geben, während US-Präsident Donald Trump laut Kalender des Weißen Hauses nach Florida reist.

Update, 21:24 Uhr: Die Gespräche zwischen Trump und Selenskyj sollten bald enden: In Kürze wird ein Statement des ukrainischen Präsidenten erwartet.

Update, 20:15 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet. Selenskyj und Trump ziehen sich nun zu Gesprächen und einem gemeinsamen Essen zurück.

Aktuelle Ukraine-Verhandlungen: Trump glaubt wieder an Putins Friedenswillen

Update, 20:13 Uhr: Trump äußert immer wieder seinen Glauben daran, dass Putin den Ukraine-Krieg beenden wolle und verweist dabei auf das Gespräch mit dem Kreml-Chef am Donnerstag. Eine Begründung liefert er für seine Annahme jedoch nicht. Dennoch erklärte Trump auf die Frage, ob er befürchte, dass Putins Annäherungsversuche ein Versuch seien, den Krieg in die Länge zu ziehen: „Ja, das befürchte ich, aber ich bin mein ganzes Leben lang von den Besten manipuliert worden und habe mich wirklich gut geschlagen, also ist es möglich.“

Update, 20:05 Uhr: Auch heute ging es im Weißen Haus wieder um das Outfit des ukrainischen Präsidenten: Nachdem Selenskyj bei seinem ersten Besuch im Oval Office Kritik dafür einstecken musste, keinen Anzug zu tragen, sagt Trump diesmal zu Beginn des Treffens: „Ich finde, er sieht sehr schön aus in seinem Jackett.“ Wie bei seinem zweiten Besuch trägt Selenskyj heute ein schwarzes Jackett.

Trump und Selenskyj sprechen über Tomahawk-Marschflugkörper

Update, 19:57 Uhr: Es geht um Tomahawk-Marschflugkörper: Nachdem Trump zunächst ausweichend auf Fragen dazu reagiert und erklärt hatte, dass die USA diese Waffen bräuchten, bot Selenskyj eine Art Deal an: Der ukrainische Präsident schien anzudeuten, dass die Ukraine den USA im Gegenzug eine Reihe von Drohnen zur Verfügung stellen könnte. Trump erklärte darauf: „Wir würden es viel lieber sehen, wenn sie keine Tomahawks bräuchten“ und fügte hinzu, dass sie lieber „den Krieg beendet sehen würden“.

Update, 19:48 Uhr: Auf die Frage eines Fox News Reporters, wer von beiden ein besserer Verhandler sei, Selenskyj oder Putin, erklärte Trump: „Ich finde, beide machen einen tollen Job.“ Mehrfach betonte Trump, dass Putin seiner Meinung nach Frieden wolle. Selenskyj jedoch widersprach mit Blick auf eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg: „Wir wollen, dass die Waffen schweigen, Putin will das nicht.“

Update, 19:43 Uhr: Trump zeigt sich optimistisch mit Blick auf ein Ende des Ukraine-Kriegs: „Ich glaube, Putin will den Krieg beenden“, erklärte er unter Verweis auf sein Telefonat mit Putin am Donnerstag. Auch Selenskyj wolle Frieden: „Jetzt müssen wir es hinkriegen“, so Trump.

Das Treffen mit Putin, das Trump am Donnerstag angekündigt hatte, stelle er sich als „Doppeltreffen“ vor und nicht als trilaterales Treffen mit Selenskyj: „Diese beiden Staatschefs mögen sich nicht, und wir möchten es für alle angenehm gestalten“, so der US-Präsident.

Update, 19:37 Uhr: Im Kabinettsaal äußern sich Trump und Selenskyj nun vor Presse-Vertretern. US-Präsident Donald Trump wiederholt seinen Willen, den Ukraine-Krieg zu beenden. Selenskyj spricht von einem „Momentum“ für ein Kriegsende: Moskau habe hohe Verluste, auch wirtschaftlich.

Aktuelles Ukraine-Treffen mit Trump: Selenskyj im Weißen Haus angekommen

Update, 19:30 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj soeben empfangen: Nach einem kurzen Handschlag und Schulter-Klopfen vonseiten des US-Präsidenten verschwanden die beiden Staatschefs auch schon ins Innere des Weißen Hauses. Selenskyj und Trump gehen nun in den Kabinettsaal für Gespräche über den Krieg in der Ukraine.

Update, 19:08 Uhr: Der für 19 Uhr geplante Empfang scheint sich zu verzögern: Während Fotografen vor dem Weißen Haus warten, ist von Selenskyj und Trump noch keine Spur.

Trump trifft Selenskyj im Weißen Haus: Gespräche über Tomahawk-Marschflugkörper und Putin-Treffen

Update, 18:46 Uhr: In Kürze beginnt das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj. Um 19 Uhr empfängt Trump den ukrainischen Präsidenten im Weißen Haus. Eines der Kernthemen bei dem Treffen ist nach Angaben der ukrainischen Regierung die mögliche Lieferung von Tomahawk-Marschflugkörpern mit großer Reichweite. Zudem kündigte Trump an, mit Selenskyj über sein Telefonat mit Russlands Präsident Wladimir Putin am Donnerstag zu sprechen.

Aktuelles Trump-Treffen mit Putin wirbelt Lage im Ukraine-Krieg durcheinander

Erstmeldung: Washington, D.C. – Der Ukraine-Krieg geht mit unverminderter Härte weiter. Ein Ende scheint nicht in Sicht. Am heutigen Freitag (17. Oktober) steht nun ein mit Spannung erwartetes Treffen an: US-Präsident Donald Trump empfängt den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus. Der ukrainische Staatschef will Trump davon überzeugen, den Verkauf von Marschflugkörpern des Typs Tomahawk freizugeben. Damit könnte die Ukraine offensiver gegen Russland vorgehen.

Ob es so kommt, ist nach Trumps Telefonat am Donnerstag mit Kremlchef Wladimir Putin allerdings mehr als fraglich. Trump selbst dämpfte im Vorfeld des Treffens bereits die Erwartungen der Ukraine hinsichtlich einer Lieferung der Tomahawk-Marschflugkörper. Die USA könnten ihre eigenen Vorräte nicht „entleeren“, sagte der US-Präsident. Er habe auch in seinem Telefonat mit Putin über die Möglichkeit gesprochen, der Ukraine Tomahawks zu liefern. Putin habe die Idee „nicht gefallen“.

Tomahawks im Ukraine-Krieg noch ein Thema? Trump spricht vor Selenskyj-Treffen mit Putin

„Ich glaube, es ist ein großer Fortschritt in dem heutigen Telefongespräch gemacht worden“, schrieb Trump auf seinem Netzwerk Truth Social. Das Telefonat mit dem russischen Staatsoberhaupt sei sehr produktiv gewesen. Es sei dabei auch um die US-Handelsbeziehungen zu Russland nach einem Ende des Ukraine-Kriegs gegangen. Er sei überzeugt, dass der „Erfolg im Nahen Osten“, also das Waffenruhe-Abkommen nach zwei Jahren Gaza-Krieg, in den Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs helfen werde.

Dazu will sich der Republikaner „wahrscheinlich in den nächsten zwei Wochen“ in Budapest mit Putin treffen, wie er nach dem Telefonat mit Putin mitteilte. Bereits im August hatten sich die beiden Staatschefs in Alaska gesehen – ohne Selenskyj und ohne greifbares Ergebnis. Auch jetzt ist unklar, welche Rolle der ukrainische Präsident dieses Mal spielen wird. In Trumps Ankündigung war nicht die Rede davon, dass Selenskyj in irgendeiner Weise eingebunden werden soll. Trump schrieb nur, dass er mit ihm im Weißen Haus über sein Telefonat mit Putin sprechen werde.

Russland warnt erneut vor Tomahawk-Lieferungen der USA an Kiew im Ukraine-Krieg

Putin erklärte bereits, dass eine Lieferung von Tomahawks an die Ukraine eine „komplett neue Stufe der Eskalation“ bedeuten und die Beziehungen zwischen Moskau und Washington massiv beschädigen würde. Der russische Ex-Präsident Dmitri Medwedew, der derzeit Vizevorsitzender des Nationalen Sicherheitsrats ist, warnte sogar vor einer Eskalation bis hin zu einem Atomkrieg: Eine Lieferung von Tomahawks an die Ukraine könne „für alle und vor allem für Trump selbst böse enden“.

Der Experte Peter Dickinson vom US-Institut Atlantic Council gab gegenüber der Nachrichtenagentur AFP allerdings zu bedenken: „Moskau hat immer wieder neue rote Linien gezogen und den Westen vor möglichen russischen Vergeltungsschlägen gewarnt, aber dann nichts unternommen, wenn diese roten Linien überschritten wurden.“

Was ist der Tomahawk?

Der Tomahawk ist ein Marschflugkörper, also eine Lenkwaffe, der von den US-Streitkräften vor 42 Jahren in den Dienst gestellt wurde und erstmals bei der „Operation Desert Storm“ 1991 im Irak und zuletzt bei den Angriffen auf Atomanlagen im Iran im Juni zum Einsatz kam. Wie aus Finanzunterlagen der US-Marine hervorgeht, wurden bisher 8959 Tomahawks produziert und mehr als 2350 Stück abgefeuert.

Tomahawk-Marschflugköfper werden für Präzisionsangriffe aus großer Entfernung genutzt. Sie können von Schiffen, U-Booten und vom Boden aus abgeschossen werden und treffen ihre Ziele in der Regel mit einer Genauigkeit von wenigen Metern. Die Ausführung BGM-109 kann mit einer Geschwindigkeit von 880 Kilometern pro Stunde Ziele in 1600 Kilometern Entfernung erreichen und fliegt dabei lediglich in einer Höhe von einigen Dutzend Metern, sodass sie nur schwer geortet und bekämpft werden kann. Ursprünglich hatte der Tomahawk sogar eine Reichweite von 2500 Kilometern.

Eine Ausführung des Tomahawk, die mit einem Atomsprengkopf bestückt werden konnte, wurde 2013 außer Dienst gestellt. Die Kosten für einen Tomahawk der fünften Generation belaufen sich den Marinedokumenten zufolge auf 2,5 Millionen Dollar (gut 2,1 Millionen Euro).

Der Tomahawk sei „keine Wunderwaffe“, mit der die Ukraine den Krieg gewinnen werde, schrieb Expertin Stacie Pettyjohn vom Politikinstitut CNAS auf der Online-Plattform X. Dieser Ansicht ist auch der Generalstabschef des französischen Heeres, Pierre Schill: Kein Waffensystem allein könne die Lage „radikal verändern“. Mit dem Flamingo-Marschflugkörper, den die Ukraine selbst produziert, verfüge die ukrainische Armee zudem schon über eine Langstreckenwaffe für Angriffe tief in Russland.

Die mögliche Lieferung von Tomahawks sei daher vor allem als „politisches und strategisches Signal“ von US-Präsident Trump an Kreml-Chef Wladimir Putin zu verstehen, sagte Schill der AFP zufolge. Trump könne Putin damit klarmachen, dass er Fortschritte „in Richtung eines Friedens“ sehen wolle und andernfalls bereit sei, „die Ukraine zu unterstützen“. (Quellen: AFP, dpa, Reuters, DW, X) (cs)

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