UN-Vollversammlung: Selenskyj warnt vor KI im Krieg – und vergleicht sie mit Atomwaffen
VonBedrettin Bölükbasi
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Felix Durach
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Trump erste UN-Rede seit 2019 hat am Dienstag international große Wellen geschlagen. Heute spricht Selenskyj. Der Ticker zum Auftritt vor der UN-Versammlung.
Update, 17:30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einer eindringlichen Rede vor der UN-Vollversammlung vor einem „zerstörerischsten Wettrüsten der Menschheitsgeschichte“ gewarnt und die internationale Gemeinschaft zu verstärkter Unterstützung für die Ukraine aufgerufen. In seiner Ansprache legte Selenskyj den Fokus auf die wachsende Bedrohung durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in Waffensystemen und die geopolitischen Spannungen in Osteuropa.
Selenskyj hält Rede vor der UN-Vollversammlung und warnt vor Künstlicher Intelligenz im Krieg
„Wir erleben derzeit das zerstörerischste Wettrüsten in der Geschichte der Menschheit“, erklärte Selenskyj vor den versammelten Staats- und Regierungschefs. Der ukrainische Präsident betonte die zunehmende Gefahr, die von KI-gesteuerten Waffensystemen ausgeht. Er warnte davor, dass die Entwicklung und der Einsatz solcher Technologien das Potenzial haben, die globale Sicherheitsarchitektur grundlegend zu verändern. Selenskyj forderte in diesem Zusammenhang die Einführung internationaler Regeln für die Nutzung von KI in Waffensystemen. Er verglich die Dringlichkeit dieser Aufgabe mit der „Verhinderung der Verbreitung von Atomwaffen“.
Rückblick auf die ersten 100 Tage: Trump krempelt die USA um – eine Chronik
Neben den technologischen Herausforderungen thematisierte Selenskyj auch die aktuellen geopolitischen Spannungen in Osteuropa. „Russische Drohnen fliegen bereits über Europa, und russische Operationen breiten sich bereits auf andere Länder aus“, warnte der ukrainische Präsident. Er betonte die Notwendigkeit, den Druck auf Russland zu erhöhen, um eine weitere Eskalation des Konflikts zu verhindern.
Nach Trump-Rede bei UN: Wadephul äußert sich beschwichtigend
Update vom 24. September, 05:25 Uhr: Außenminister Johann Wadephul hat sich nach den schweren Anschuldigungen des US-Präsidenten Donald Trump gegen die Vereinten Nationen beschwichtigend geäußert. Auf die Frage, wie er Trumps Vortrag in der UN-Generaldebatte fand, antwortete der CDU-Politiker in den ARD-Tagesthemen: „Er war ausführlich. Trump nimmt offensichtlich die Vollversammlung doch sehr ernst und hält sie für wichtig.“ Insgesamt habe er nach der Rede ein positives Gefühl, sagte Wadephul. „Er will mit und bei den Vereinten Nationen etwas erreichen und das ist doch gut.“ Natürlich gebe es auch Differenzen. „Das ist auch nicht neu“, sagte Wadephul.
Update, 20:58 Uhr: US-Präsident Donald Trump sorgt in New York mit widersprüchlichen Aussagen zu den Vereinten Nationen für Verwirrung. Nach seiner Rede voller Breitseiten gegen die Weltorganisation sagte der 79-Jährige laut Transkript zu UN-Generalsekretär António Guterres: „Unser Land steht hundertprozentig hinter den Vereinten Nationen. Ich halte das Potenzial der Vereinten Nationen für unglaublich, wirklich unglaublich. Sie können so viel leisten.“
Trump betonte, er sei zwar manchmal anderer Meinung, stehe aber grundsätzlich hinter der Organisation. Es sei immer eine Ehre, im Hauptquartier der Vereinten Nationen am East River zu Besuch zu sein. Trump bedankte sich für den „herzlichen Empfang“. Guterres hatte gegenüber Trump zuvor betont, dass beide der Versuch eine, Frieden in der Welt erreichen zu wollen.
UN-Vollversammlung: Erdogan wirft Israel „Genozid“ in Gaza vor
Update, 18:20 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Israel in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung erneut einen „Genozid“ in Gaza vorgeworfen. Erdogan zeigte Fotos von abgemagerten Kindern im Gazastreifen und sprach vom „Tiefpunkt der Menschlichkeit“. Er warf Israel vor, den Gazastreifen in jeder Hinsicht „unbrauchbar“ zu machen und nicht nur Menschen, sondern auch Tiere und landwirtschaftliche Gebiete ins Visier zu nehmen. Die israelische Armee zerstöre Krankenhäuser, Schulen, Bibliotheken sowie nicht nur Moscheen, sondern auch Kirchen und weitere historische Stätte im Gazastreifen.
„Dies ist kein Kampf gegen den Terrorismus“, so Erdogan. „Israel nutzt den Vorfall vom 7. Oktober als Vorwand, um eine Politik der Besatzung, Deportation, Verbannung, Völkermord und Massenmord durchzuführen“, ergänzte der türkische Staatschef. Die israelische Regierung bezeichnete er als „Genozid-Kader“.
UN-Vollversammlung: Trump lobt Merz-Regierung
Update, 17:05 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat Deutschland in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung gelobt. Deutschland habe unter der neuen Bundesregierung den „kranken Weg“ der Ampel-Koalition bei der Einwanderungs- und Energiepolitik verlassen, sagte Trump am Dienstag in New York. „Sie setzten auf Grün, und sie gingen in den Bankrott. Und die neue Führung (...) kam, und sie kehrten zurück zu fossilen Brennstoffen und Kernenergie, was gut ist“, sagte Trump. Den Klimawandel bezeichnete er als den „weltweit größten Betrug aller Zeiten“.
Update, 16:29 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die Vereinten Nationen bei seiner Rede vor der UN-Vollversammlung frontal angegriffen. „Die Vereinten Nationen haben ein so enormes Potenzial“, sagte Trump am Dienstag in New York. „Aber sie kommen nicht annähernd an dieses Potenzial heran“, die UNO habe insbesondere als Friedensstifterin versagt. Trump sagte, er habe sieben Kriege beendet, doch die UN habe bei den Verhandlungen nicht geholfen. Er warf der UN vor, nur „leere Worte“ von sich zu geben und lediglich „scharfe Briefe“ zu schreiben. Allerdings würden „leere Worte“ keine Kriege beenden.
UN-Vollversammlung: Guterres blickt besorgt auf Weltlage – Bangen vor Trumps Rede
Update, 16:13 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat zum Auftakt der UN-Vollversammlung in New York eine düstere Bilanz der Weltlage gezogen. Die Welt sei an einem „Tiefpunkt der Menschlichkeit“ angekommen, warnte der 76-jährige Portugiese „Die Säulen des Friedens und des Fortschritts brechen unter der Last von Straflosigkeit, Ungleichheit und Gleichgültigkeit zusammen“, sagte Guterres mit Blick auf weltweite Kriege und Konflikte. Besonders die Lage in Gaza bezeichnete er als „monströs“ - das Ausmaß an Tod und Zerstörung übertreffe jeden anderen Konflikt seiner Amtszeit. Nur internationale Zusammenarbeit unter dem UN-Dach könne die Situation ändern, betonte der Generalsekretär.
Update, 15:39 Uhr: Annalena Baerbock hat als Präsidentin der UN-Vollversammlung die 80. Generaldebatte der Vereinten Nationen in New York eröffnet. Die frühere Bundesaußenministerin gab vor den versammelten Staats- und Regierungschefs den Startschuss für das einwöchige diplomatische Spitzentreffen.
Als Auftaktredner folgt der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, anschließend US-Präsident Donald Trump. Die Generaldebatte findet vor dem Hintergrund zahlreicher Krisen statt, insbesondere dem Gaza-Krieg und dem Ukraine-Konflikt. Deutschland wird durch Außenminister Johann Wadephul (CDU) vertreten, der am Samstag sprechen wird.
Update, 13.45 Uhr: Grünen-Fraktionsvize Agnieszka Brugger kritisiert bei der anstehenden UN-Vollversammlung die Abwesenheit von Bundeskanzler Friedrich Merz. „Der US-Präsident, der chinesische Premier, Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt. Alle sind zur UN gereist, nicht wegen des Protokolls, sondern weil die Welt im Umbruch ist. Und sich gerade entscheidet, wer mitspielt und wer zum Spielball wird“, zitiert das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) den Grünen-Politiker. „Und Kanzler Merz? Fehlt.“
UN-Vollversammlung in New York: Baerbock wirbt für Frau als Generalsekretärin
Update, 11.15 Uhr: Annalena Baerbock hat sich vor dem Beginn der UN-Vollversammlung für eine Frau als nächste UN-Generalsekretärin ausgesprochen – schließt das Amt für sich selbst aber kategorisch aus. „Die Betonung auf ‚in‘ – das klingt wunderbar! Und vor allem überfällig nach 80 Jahren“, sagte die Vorsitzende der UN-Vollversammlung dem Stern.
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In New York beginnt am heutigen Dienstag (23. September) die Generaldebatte der UN-Vollversammlung mit über 140 Staats- und Regierungschefs. Die ehemalige Grünen-Außenministerin hatte den Posten als Präsidentin der UN-Vollversammlung erst vor rund zwei Wochen angetreten und bezeichnete ihre Aufgabe angesichts der aktuellen Weltlage als „schwierig genug“.
80. UN-Generaldebatte beginnt: Trump spricht vor Staats- und Regierungschefs
Erstmeldung vom 23. September: New York – Die Rückkehr von US-Präsident Donald Trump auf die größte diplomatische Bühne der Welt verspricht Brisanz. Bei seiner ersten persönlichen Ansprache vor der UN-Vollversammlung seit 2019 wird der 79-Jährige vor mehr als 140 Staats- und Regierungschefs sprechen. Die internationale Gemeinschaft rätselt über den Kurs, den Trump in seiner Rede einschlagen wird – besonders im Hinblick auf den Ukraine-Krieg und den Krieg in Gaza sowie das Verhältnis zu Russland und China.
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, deutete bereits an, dass sich Trump kritisch zu „globalistischen Institutionen“ äußern wolle, die „die Weltordnung erheblich geschwächt“ hätten, wie die dpa meldet. Was genau damit gemeint ist, blieb jedoch unklar. Leavitt versprach lediglich, Trump werde „seine klare und konstruktive Vision für die Welt darlegen“.
Auf Trumps Programm in New York stehen mehrere hochkarätige Gespräche. Neben einem Treffen mit UN-Generalsekretär António Guterres ist auch ein Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geplant. Dabei dürfte es laut dpa unter anderem um Schutzversprechen der Partner für die Ukraine gehen, die das Land vor weiteren russischen Aggressionen nach einem möglichen Friedensschluss bewahren sollen.
Kritiker werfen Trump vor, durch politische Alleingänge die regelbasierte multilaterale Weltordnung zu schwächen und autoritäre Regime zu ermutigen. Tatsächlich sind seine diplomatischen Erfolge überschaubar geblieben. Eine Deeskalation im Nahost-Konflikt gelang dem Republikaner ebenso wenig wie die versprochene Beendigung des Ukraine-Kriegs binnen 24 Stunden.
UN-Generalversammlung: Trump trifft auf internationale Kritik
Besonders umstritten ist Trumps Haltung gegenüber den Vereinten Nationen selbst. Er hält die Organisation für aus der Zeit gefallen und setzt sie mit drastischen Beitragskürzungen unter Druck. Das UN-Klimaschutzabkommen kündigten die USA unter Trump bereits auf. Im Juli verkündete Außenminister Marco Rubio zudem den Austritt aus der UN-Kulturorganisation Unesco Ende 2026, da deren Agenda „im Widerspruch zu unserer ‚America First‘-Außenpolitik steht“.
Unklar bleibt, welchen Ton Trump gegenüber Kremlchef Wladimir Putin und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping anschlagen wird. Beide bleiben der UN-Generaldebatte traditionell fern. Nach seinem Gipfeltreffen mit Putin in Alaska wurde Trump vorgeworfen, er habe den international isolierten Kremlchef auf die Weltbühne zurückgeholt, ohne substanzielle Zugeständnisse zu erhalten.
Ob sich Trump als internationaler Friedensstifter mit Anspruch auf den Nobelpreis darstellen wird, bleibt abzuwarten. Zwar feiert er sich selbst als Friedensstifter und fordert offen den Nobelpreis, doch konkrete diplomatische Durchbrüche blieben bislang aus. Die internationale Gemeinschaft wartet gespannt auf Trumps erste große Rede vor der Weltgemeinschaft nach seiner Rückkehr ins Amt. (Quellen: dpa, afp) (fdu)