„Glaube, das ist okay“

Berlin im Dunkeln – Bürgermeister spielt Tennis: Kai Wegner hat seinen Laschet-Moment

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Kai Wegner, Berlins CDU-Bürgermeister, musste einräumen: Während 100.000 Berliner ohne Strom ausharrten, genoss er eine Tennis-Partie. Der Zorn ist immens.

Berlin – Für hundertausende Berliner kann seit gestern Nachmittag nach dem verheerenden, tagelangem Stromausfall wieder das normale Leben beginnen. Für Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) wird es dagegen immer ungemütlicher: Jetzt kam heraus, dass er am Tag des Stromausfalls mit seiner Lebensgefährtin Tennis spielte, während 45.000 Berliner Haushalte vom Stromnetz abgeschnitten waren. Parteiübergreifend prasseln nun Rücktrittsforderungen auf Wegner ein. Für den CDU-Bürgermeister könnte sich die Sache als fataler Laschet-Moment entpuppen.

Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin, steht wegen seines Verhaltens während des Stromausfalls in Berlin in der Kritik.

Zur Erinnerung: Bei einem Besuch im Sommer 2021 im Hochwassergebiet im nordrhein-westfälischen Erftstadt fingen Kameras ein, wie der damalige Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) witzelte und lachte. Ausgerechnet, während wenige Meter entfernt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit ernster Miene über „diejenigen, die große Verluste erlitten haben“, sprach. Die Szene löste eine Lawine an Kritik aus. Von da an schien Laschets Niederlage bei der Bundestagswahl 2021 besiegelt.

Wegner gab Tennispartie während Stromausfall in Berlin erst nicht zu – „Ganzen Tag am Telefon“

Pikant bei Kai Wegner (52) ist vor allem, dass er zunächst nicht zugegeben hatte, dass er wenige Stunden nach dem Stromausfall auf dem Tennisplatz stand. Zuvor hatte er auf Journalistenfragen verärgert geantwortet, er habe am Samstag, als der Blackout startete, sich „weder gelangweilt noch die Füße hochgelegt“, sondern sei „den ganzen Tag am Telefon“ gewesen. „Ich war zu Hause, habe mich in meinem Büro eingeschlossen im wahrsten Sinne und habe dann koordiniert.“

Dass das nicht die ganze Wahrheit war, sondern er von 13 bis 14 Uhr Tennis gespielt hatte, gab Wegner erst zu, als ihn der Sender rbb damit konfrontierte. Der Tagesspiegel berichtete zudem darüber, dass er mit seiner Lebensgefährtin, der Bildungssenatorin Katharina Günter-Wünsch (CDU), auf dem Platz stand.

Senatssprecherin Christine Richter betonte, der CDU-Politiker sei dennoch immer erreichbar gewesen. Auch Wegner erklärte im rbb, er sei vor und unmittelbar nach seinem Ausflug auf dem Tennisplatz im Einsatz und auch auf dem Platz greifbar gewesen. Während Wegners Tennis-Partie waren 100.000 Berliner wegen eines Brandanschlags bereits stundenlang ohne Strom. Prekär war vor allem die Situation in Pflegeheimen, die ab 10 Uhr evakuiert wurden.

Blackout in Berlin

Der Stromausfall im Südwesten Berlins betraf rund 100.000 Menschen. Vom Samstagmorgen (3. Januar) an saßen 45.000 Haushalte im Dunkeln – ohne Heizung, Internet und Mobilfunk. Ausgelöst wurde der längste Blackout der Nachkriegsgeschichte durch einen Brandanschlag an einer Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, zu dem sich eine linksextremistische Gruppe bekannte. Erst am Mittwochnachmittag (7. Januar) war der Schaden behoben.

Berlins Bürgermeister Kai Wegner lässt sich erst am zweiten Tag des Stromausfalls blicken

Wegner war bereits zuvor kritisiert worden, dass er sich erst am zweiten Tag des Stromausfalls ein Bild von der Lage vor Ort gemacht hatte: Erst am Sonntag tauchte der Regierende Bürgermeister bei den Betroffenen auf und besuchte eine Notunterkunft. Dort musste er sich laut einem Bericht des Spiegel Vorwürfe anhören, warum das Krisenmanagement in Berlin nicht funktioniere und er sich erst jetzt blicken lasse. Der CDU-Politiker habe unbeholfen gewirkt und keine gute Figur gemacht, heißt es.

Wegner räumte ein, dass er früher hätte sagen müssen, dass er am Samstag eben nicht den ganzen Tag mit den Folgen des Blackouts beschäftigt war, sondern zwischendurch seinem Hobby nachging. „Rückblickend hätte ich das am Sonntag sagen sollen“, sagte er am Mittwochabend (7. Januar) im rbb. Ausweichend erklärte er außerdem bei Welt TV, es hätte den Menschen in den vom Stromausfall betroffenen Gebieten nicht geholfen, wenn er bereits am Samstag vor Ort gewesen wäre. Er habe eine Stunde Sport gemacht, „um den Kopf freizukriegen“, rechtfertigte er sich, er glaube, das sei „okay“.

Schock-Momente und große Eklats: So turbulent war das Politik-Jahr 2025

Eklat im Oval Office, Demos gegen Friedrich Merz und Putin-Trump-Gipfel in Alaska: Das Politik-Jahr 2025 war von großen Aufregern geprägt.
Eklat im Oval Office, Demos gegen Friedrich Merz und Putin-Trump-Gipfel in Alaska: Das Jahr 2025 war von diesen und weiteren großen Aufregern in der internationalen Politik geprägt. Ein Rückblick in Bildern. © Imago (Montage)
Als US-Präsident vereidigt wurde Trump am  20. Januar 2025 in der Rotunde des Kapitols in Washington, D.C.
Für viele war es ein Schock, dass Donald Trump Ende 2024 zum zweiten Mal die US-Wahl gewann. Als US-Präsident vereidigt wurde Trump am 20. Januar 2025 in der Rotunde des Kapitols in Washington, D.C.  © Imago
Bei seiner Vereidigung im Januar 2025 im Beisein seiner Frau Melania und seiner Kinder sagte Donald Trump, „das ‚Goldene Zeitalter‘ von Amerika beginnt genau jetzt“
Bei seiner Vereidigung im Januar 2025 im Beisein seiner Frau Melania und seiner Kinder sagte Donald Trump: „Das ‚Goldene Zeitalter‘ von Amerika beginnt genau jetzt.“ Seitdem hält der US-Präsident nicht nur sein eigenes Land, sondern die ganze Welt in Atem: zum Beispiel mit exorbitanten Zöllen auf Importe, der Verhaftung von Migranten auf offener Straße und dem Einsatz des Militärs in seinen eigenen Städten.  © imago stock&people
für viele ein Schock und Aufreger zugleich: Trump, selbst milliardenschwerer Immobilien-Mogul, hatte die Tech-Elite und reichsten Männer der USA hinter sich versammelt. Marc Zuckerberg (Meta), Jeff Bezos (Amazon) samt Frau, Sundar Pichai (Google) und Elon Musk (Tesla, Space X).
Dieses Bild von der Vereidigung Trumps 2025 war für viele ein Schock und Aufreger zugleich: Trump, selbst milliardenschwerer Immobilien-Mogul, hatte die Tech-Elite und die reichsten Männer der USA hinter sich versammelt: Marc Zuckerberg (Meta), Jeff Bezos (Amazon) an der Seite seiner Frau, Sundar Pichai (Google) und Elon Musk (Tesla, Space X). © IMAGO/Pool/ABACA
Beim Ball, der in den USA traditionell bei Amtseinführungen von Präsidenten abgehalten wird, tanzte Donald Trump mit seiner Frau Melania.
Beim Ball, der in den USA traditionell bei Amtseinführungen von Präsidenten abgehalten wird, tanzte Donald Trump mit seiner Frau Melania. Es begann ein erstes Regierungsjahr 2025 voller Extreme, Eskalationen und Chaos. © IMAGO/Anna Moneymaker - Pool via CNP
Schock am 22. Januar in Aschaffenburg: Bei einem Messerangriff wurde ein Kleinkind und ein Mann getötet sowie drei weitere Menschen schwer verletzt, darunter ein weiteres Kleinkind.
Schock am 22. Januar in Aschaffenburg: Bei einem Messerangriff wurden ein Kleinkind und ein Mann getötet sowie drei weitere Menschen schwer verletzt, darunter ein weiteres Kleinkind. Der Täter war ein Afghane, der zu jenem Zeitpunkt ausreisepflichtig war. Eine Debatte um illegale Migration in Deutschland beherrschte fortan den Wahlkampf zur Bundestagswahl 2025.  © IMAGO/Michael Bihlmayer
Ein sichtlich erschütterter Merz erklärte bei einer aufsehenerregenden Pressekonferenz am 23. Januar 2025, er werde „von Tag 1 an“ als Kanzler ein „faktisches Einreiseverbot“ für illegale Migranten durchsetzen.
Friedrich Merz, damals noch CDU-Kanzlerkandidat, führte nach dem Attentat in Aschaffenburg die Migration in den Mittelpunkt seines Wahlkampfes. Bei einer aufsehenerregenden Pressekonferenz am 23. Januar 2025 erklärte er, er werde „von Tag 1 an“ als Kanzler ein „faktisches Einreiseverbot“ für illegale Migranten durchsetzen.  © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Florian Wiegand
Am 29. Januar 2025 trat vor der umstrittenen Abstimmung ein energischer Merz ans Rednerpult im Bundestag, hinter ihm noch die alte Regierung aus Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Vizekanzler Robert Habeck (Grüne). ehrere Anträge zur Migration in Deutschland wollte er auf Teufel komm raus im Bundestag durchbringen – auch unter Inkaufnahme von Stimmen der AfD.
Friedrich Merz entschloss sich in der Folge zu einem drastischen Schritt im Wahlkampf: Mehrere Anträge zur Migration in Deutschland wollte er im Bundestag durchbringen – auch unter Inkaufnahme von Stimmen der AfD. Am 29. Januar 2025 trat vor der umstrittenen Abstimmung ein energischer Merz ans Rednerpult im Bundestag, hinter ihm die alte Regierung bestehend aus Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Vizekanzler Robert Habeck (Grüne).  © IMAGO
Die AfD-Fraktion macht ein Selfie nach der umstrittenen Abstimmung zur Migration im Bundestag am 29. Januar 2025.
Die gemeinsame Abstimmung der CDU unter Merz mit der AfD war für viele in SPD, Grüne und Linke ein Schock im Jahr 2025. Auch Abgeordnete der Union saßen danach im Bundestag wie vom Donner gerührt über ihr eigenes Handeln. Allein die AfD-Fraktion lachte nach der Abstimmung: Gemeinsam mit anderen Abgeordneten machten die AfD-Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla ein Selfie. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Unter dem Motto „Wir sind die Brandmauer – Keine Zusammenarbeit mit der AfD“ gingen 2025 Millionen Menschen auf die Straße. Auf dem Bild zu sehen ist der „Aufstand der Anständigen“ in Berlin.
Nach dem Schock der Abstimmung von Merz‘ Union mit der AfD gab es Anfang 2025 massive Proteste in ganz Deutschland. Unter dem Motto „Wir sind die Brandmauer – Keine Zusammenarbeit mit der AfD“ gingen Millionen Menschen auf die Straße. Auf dem Bild zu sehen ist der „Aufstand der Anständigen“ in Berlin.  © IMAGO/Christian Ender
Ein Schock für alle Zuhörer war am 14. Februar 2025 die Rede von US-Vizepräsident JD Vance bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Unter den Verbündeten in Europa sorgte die Rede für helle Aufregung: Vance rechnete in der halbstündigen Rede mit Europa ab.
Ein Schock für alle Zuhörer war am 14. Februar 2025 die Rede von US-Vizepräsident JD Vance bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Unter den Verbündeten in Europa sorgte die Rede für helle Aufregung: Vance rechnete in der halbstündigen Rede mit Europa ab und attestierte ein mangelndes Demokratieverständnis. „Wenn ihr Angst vor euren eigenen Wählern habt, dann gibt es nichts, was Amerika für euch tun kann“, so ein Zitat von Vance, das 2025 in den Köpfen blieb. © IMAGO/Andreas Stroh
Beim Besuch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Oval Office am 28. Februar 2025 kam es zum Eklat. US-Präsident Donald Trump stritt öffentlich mit ihm und warf ihm mangelnde Dankbarkeit vor. Am Ende wurde Selenskyj aus dem Weißen Haus geworfen.
Zwei Wochen später kam der nächste Schock-Moment für die Europäer: Beim Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Oval Office am 28. Februar 2025 kam es zum Eklat. US-Präsident Donald Trump stritt öffentlich mit ihm und warf ihm mangelnde Dankbarkeit vor. Am Ende wurde Selenskyj aus dem Weißen Haus geworfen. Die Welt schaute fassungslos zu.  © IMAGO/JIM LO SCALZO
Bei dem Eklat im Oval Office war Trumps Vize JD Vance bei der öffentlichen Demütigung von Selenskyj ganz vorne dabei. Beobachter sprachen danach von einer bewussten Provokation der Ukraine.
Bei dem Eklat im Oval Office war Trumps Vize JD Vance bei der öffentlichen Demütigung von Selenskyj ganz vorne mit dabei. Beobachter sprachen danach davon, dass der die Ukraine bewusst provozieren wollte. Seit diesem Schock-Moment am 28. Februar zittern viele Staatschefs vor ihren Besuchen im Weißen Haus.  © IMAGO/JIM LO SCALZO
Einen Schock in der Türkei und der ganzen westlichen Welt, löste die Verhaftung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu am 19. März 2025 aus.
Einen Schock in der Türkei und der ganzen westlichen Welt löste die Verhaftung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu am 19. März 2025 aus. Wenige Tage später sollte er zum offiziellen Präsidentschaftskandidaten nominiert werden und war daher einer der gefährlichsten Gegner für Präsident Recep Tayyip Erdogan. Wegen angeblicher Korruption und Terrorismusunterstützung nahm die Polizei ihn gemeinsam mit 100 weiteren Personen fest. İmamoğlu sitzt bis heute in Haft.  © IMAGO/Tolga Uluturk
Nach der Verhaftung von İmamoğlu demonstrierten hunderttausende Menschen in der Türkei gegen Erdogans Willkür.
Nach der Verhaftung von İmamoğlu demonstrierten hunderttausende Menschen in der Türkei gegen Erdogans Willkür. Auch 100 Tage später gab es noch Proteste von zehntausenden Menschen in Istanbul.  © IMAGO/Abdullah Tepeli
Schock für CDU-Chef Friedrich Merz bei der Kanzlerwahl im Bundestag am 6. Mai 2025: Der Wahlsieger scheiterte bei der Abstimmung im ersten Wahlgang. Nach dem gescheiterten ersten Wahlgang verließ Merz fluchtartig das Parlament.
Schock für CDU-Chef Friedrich Merz bei der Kanzlerwahl im Bundestag am 6. Mai 2025: Der Wahlsieger scheiterte bei der Abstimmung im ersten Wahlgang. Zuviele Abgeordnete aus Union und SPD stimmten gegen ihn als Kanzler. Nach dem gescheiterten ersten Wahlgang verließ Merz fluchtartig das Parlament.  © IMAGO/Emmanuele Contini
Charlotte Merz, die Ehefrau von Friedrich Merz, sowie deren Kinder verfolgten das Debakel bei der Kanzlerwahl mit ausdruckslosen Mienen von der Tribüne aus.
Charlotte Merz, die Ehefrau von Friedrich Merz, sowie deren Kinder verfolgten das Debakel bei der Kanzlerwahl mit ausdruckslosen Mienen von der Tribüne aus. Sie hatten sich von dem Tag der Kanzlerwahl anderes erhofft.  © IMAGO
CDU-Chef Friedrich Merz am 6. Mai 2025 einsam und allein im Deutschen Bundestag, nachdem er im ersten Wahlgang bei der Wahl des Bundeskanzlers durchgefallen war.
Ein Bild, das von 2025 bleibt: CDU-Chef Friedrich Merz einsam und allein im Deutschen Bundestag, nachdem er im ersten Wahlgang bei der Wahl des Bundeskanzlers durchgefallen war. Der Tag sollte für ihn nach der gewonnenen Bundestagswahl 2025 eigentlich ein Tag des Triumphs werden.  © IMAGO/Emmanuele Contini
Nach stundenlangen aufgeregten Beratungen in den Fraktionen von Union und SPD gab es am 6. Mai 2025 bei der Kanzlerwahl schließlich ein Aufatmen für Merz und seine Regierung: Im zweiten Wahlgang schaffte er die Zwei-Drittel-Mehrheit im Bundestag.
Nach stundenlangen aufgeregten Beratungen in den Fraktionen von Union und SPD gab es am 6. Mai 2025 bei der Kanzlerwahl schließlich ein Aufatmen für Merz und seine Regierung: Im zweiten Wahlgang schaffte er die Zwei-Drittel-Mehrheit im Bundestag, danach konnte ihm endlich gratuliert werden.  © IMAGO
Am 21. Mai 2025 kam es zum nächsten Eklat im politischen Jahr: US-Präsident Donald Trump attackierte Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa vor versammelter Presse mit Vorwürfen.
Am 21. Mai 2025 kam es zum nächsten Eklat im politischen Jahr: US-Präsident Donald Trump attackierte Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa vor versammelter Presse. Trump konfrontierte seinen Gast mit Artikeln und einem Videofilm. Dies sollte nach Darstellung Trumps einen Massenmord an der weißen Bevölkerung Südafrikas belegen. Die Vorwürfe basieren auf einem Verschwörungsmythos, der in rechtsextremen Kreisen in den USA weit verbreitet ist: der sogenannte „weiße Genozid“. © IMAGO/Jim LoScalzo - Pool via CNP
Nach über drei Jahren Ukraine-Krieg wurde Russlands Präsidenten Wladimir Putin am 15. August 2025 in Alaska die Rückkehr auf die politische Weltbühne gewährt: US-Präsident Donald Trump traf ihn in Alaska.
Nach über drei Jahren Ukraine-Krieg wurde Russlands Präsidenten Wladimir Putin am 15. August 2025 in Alaska die Rückkehr auf die politische Weltbühne gewährt: US-Präsident Donald Trump traf ihn in Alaska. Für viele Menschen waren die Bilder vom Putin-Trump-Gipfel in Alaska ein Schock.  © IMAGO/Sergey Bobylev
Unvergessen vom Trump-Putin-Gipfel 2025 in Alaska bleibt der Empfang, den Trump seinem russischen Kollegen gewährte: Er sollte ihm auf dem Flugplatz den roten Teppich aus und klatschte dem russischen Despoten schon von weitem zu.
Unvergessen vom Trump-Putin-Gipfel 2025 in Alaska bleibt der Empfang, den Trump seinem russischen Kollegen gewährte: Er rollte ihm auf dem Flugplatz den roten Teppich aus und klatschte dem russischen Despoten schon von weitem mit Beifall zu.  © IMAGO/Sergey Bobylev
Die Ergebnisse des Treffens von Donald Trump und Wladimir Putin in Alaska fielen enttäuschend aus. Putin konnte auf der anschließenden Pressekonferenz die Agenda bestimmen und seine Sicht auf den Ukraine-Krieg unwidersprochen darstellen.
Die Ergebnisse des Treffens von Donald Trump und Wladimir Putin in Alaska fielen enttäuschend aus. Putin konnte zur Aufregung vieler auf der anschließenden Pressekonferenz die Agenda bestimmen und seine Sicht auf den Ukraine-Krieg unwidersprochen darstellen.  © IMAGO/Anchorage Daily News/TNS/ABACA
Ein absolutes Aufreger-Thema in der Bundespolitik war im Sommer 2025 die geplante Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf zur Verfassungsrichterin. Sie scheiterte am Widerstand der Union, die sie als zu links empfand. Der Streit um die Richterwahl brachte die Koalition unter Friedrich Merz fast an den Abgrund.
Ein Aufreger-Thema in der Bundespolitik war im Sommer 2025 die geplante Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf zur Verfassungsrichterin. Sie scheiterte am Widerstand der Union, die sie als zu links empfand. Brosius-Gersdorf zog ihre Kandidatur schließlich freiwillig zurück. Der Streit um die Richterwahl brachte die Koalition unter Friedrich Merz fast an den Abgrund.  © IMAGO/M. Popow
Mit dieser Pressekonferenz Mitte Oktober 2025 in Brandenburg begann in Deutschland eine Zeit wochenlanger Diskussionen und Proteste: Kanzler Friedrich Merz erklärte bei einem Besuch bei Ministerpräsident Dietmar Woidke, es gebe in Deutschland noch „Probleme im Stadtbild“, die Innenminister Dobrindt mit Rückführungen von Migranten zu lösen versuche.
Mit dieser Pressekonferenz Mitte Oktober 2025 in Brandenburg begannen in Deutschland wochenlange Diskussionen und Proteste: Kanzler Friedrich Merz erklärte bei einem Besuch bei Ministerpräsident Dietmar Woidke, es gebe in Deutschland noch „Probleme im Stadtbild“, die Innenminister Dobrindt mit Rückführungen von Migranten zu lösen versuche. Merz war zunächst nicht bereit, sich näher zu erklären. Er sagte stattdessen, man solle „die Töchter“ fragen, die wüssten, was er meine.  © IMAGO/Chris Emil Janssen
Die Äußerungen des Kanzlers zum Stadtbild war für vielen ein Grund, auf die Straße zu gehen: Sie warfen dem Kanzler Rassismus und die Differenzierung von Menschen nach Hautfarben vor. Unter dem Motto „Wir sind die Töchter“ gingen Tausende auf die Straße, so wie hier in Berlin.
Die Äußerungen des Kanzlers zum „Stadtbild“ waren für viele ein Grund, auf die Straße zu gehen: Sie warfen dem Kanzler Rassismus und die Differenzierung von Menschen nach Hautfarbe vor. Zudem fühlten sich viele junge Frauen durch Merz‘ Aussage, die „Töchter“ würden wissen, was er meine, instrumentalisiert. Unter dem Motto „Wir sind die Töchter“ gingen Tausende auf die Straße, so wie in Berlin.  © IMAGO/Carsten Thesing
Begleitet von heftigen Protesten gründete die AfD am 29. November 2025 ihr neue Jugendorganisation „Generation Deutschland“. In Gießen demonstrierten bis zu 30.000 Menschen gegen die AfD, dabei kam es auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Begleitet von heftigen Protesten gründete die AfD am 29. November 2025 ihre neue Jugendorganisation „Generation Deutschland“. In Gießen demonstrierten bis zu 30.000 Menschen gegen die AfD, dabei kam es auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei.  © IMAGO/5VISION.NEWS
Einen schockierenden Auftritt legte Alexander Eichwald hin bei der Gründung der neuen AfD-Jugend „Generation Deutschland“ am 30. November 2025 in Gießen: Mit stark rollendem R und NS-Rhetorik erinnerte er an Adolf Hitler.
Einen schockierenden Auftritt legte Alexander Eichwald bei der Gründung der neuen AfD-Jugend „Generation Deutschland“ in Gießen hin: Mit stark rollendem „R“ und NS-Rhetorik erinnerte er an Adolf Hitler. Nach der Aufreger-Rede gab es Rätselraten, ob die Rede ernst gemeint oder Satire war. Zwölf Prozent der AfD-Jugend gaben Eichwald immerhin ihre Stimme für einen Posten im Vorstand. Er muss nun mit dem Ausschluss aus der Partei rechnen. © dpa/X
Ein Schock für Europa war die Bekanntgabe der neuen Nationalen Sicherheitsstrategie der USA im Dezember 2025: Die Regierung unter Donald Trump sieht darin Europa als Gegner und will den „Widerstand“ gegen den aktuellen Kurs der EU fördern. Von vielen wird das Dokument, das den offiziellen Kurs der US-Außenpolitik darlegt, wie ein Scheidungspapier an Europa aufgefasst.
Ein Schock für Europa war die Bekanntgabe der neuen Nationalen Sicherheitsstrategie der USA im Dezember 2025: Die Regierung unter Donald Trump sieht darin Europa als Gegner und will den „Widerstand“ gegen den aktuellen Kurs der EU fördern. Von vielen wird das Dokument, das den offiziellen Kurs der US-Außenpolitik darlegt, als ein Scheidungspapier an Europa aufgefasst.  © IMAGO/Pool/ABACA
Die neue Sicherheitsstrategie der USA unter der Führung von Donald Trump (M.), Außenminister Marco Rubio (l.) und Verteidigungsminister Pete Hegseth schockte auch Deutschland: Kanzler Friedrich Merz sagte danach alarmiert, dass es nun umso wichtiger sei, dass Deutschland sich auch ohne die USA verteidigen könne.
Die neue Sicherheitsstrategie der USA unter der Führung von Donald Trump (M.), Außenminister Marco Rubio (l.) und Verteidigungsminister Pete Hegseth schockte auch Deutschland: Kanzler Friedrich Merz sagte danach alarmiert, dass es nun umso wichtiger sei, dass Deutschland sich auch ohne die USA verteidigen könne. Ein Rückzug der USA aus der NATO wird immer wahrscheinlicher.  © IMAGO/CNP / MediaPunch

Es hagelt Kritik an Bürgermeister Wegner: Ausflug zum Tennis während Blackout „abwegig“

Aus den anderen Parteien hagelt es Kritik an Wegner: Der frühere Regierende Bürgermeister Berlins, Walter Momper, sagte der dpa: „Er hat die Dimension der ganzen Geschichte nicht erkannt.“ In Wegners Verhalten sieht er schwere Versäumnisse: „Er wusste ja, dass inzwischen für Tausende von Haushalten der Strom unterbrochen war, und ich nehme an, er wusste auch, wie lange das dauern würde. Und da hat er nicht angemessen reagiert.“ Der Ausflug zum Tennisplatz „erscheint mir schon ein bisschen abwegig gewesen zu sein.“ Besonders problematisch sei, dass Wegner zuerst gesagt hatte, er habe ausschließlich gearbeitet: „Das ist wohl eine Schutzbehauptung gewesen. Das ist schwerwiegend genug.“

SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach bezeichnete Wegners Verhalten als inakzeptabel und eines Regierenden Bürgermeisters unwürdig. Auch der Grünen-Fraktionschef Werner Graf meldete sich zu Wort. Wegner habe der Bevölkerung „in einer dunklen Stunde dieser Stadt“ nicht die Wahrheit gesagt. „Da muss man ganz klar sagen, dass die Berlinerinnen und Berliner zu Recht ganz andere Ansprüche an einen Regierenden Bürgermeister haben.“

Linken-Landeschef Maximilian Schirmer erklärte: „Wer lieber Tennis spielt, als in der größten Not bei den Menschen zu sein, sollte sich vielleicht überlegen, ob dieser Job noch der richtige für ihn ist.“ Die AfD fordert den Rücktritt des Bürgermeisters, genauso wie die nicht im Parlament vertretene FDP und dem BSW.

Tennis statt Krisenmanagement: Wegner droht Laschet-Moment – CDU in Umfragen bisher vorn

Im anstehenden Wahlkampf helfen wird Wegner die Tennis-Partie während des größten Blackouts in Berlin der Nachkriegsgeschichte sicherlich nicht. Neu gewählt wird das Berliner Abgeordnetenhaus im September 2026. Die CDU führt laut aktuellen Umfragen mit 22 Prozent vor der Linken mit 19 und der AfD und den Grünen mit 16 Prozent.

Der Vorsprung könnte aber schnell dahinschmelzen. Ähnlich war es bei CDU-Kandidat Armin Laschet vor der Bundestagswahl 2021, als sein Lacher im Krisengebiet ganz Deutschland verwunderte. In Erinnerung ist auch noch Grünen-Familienministerin Anne Spiegel, die 2022 zurücktreten musste, weil sie zehn Tage nach der dramatischen Flut im Ahrtal in den Urlaub fuhr.

Tennis-Eklat um Wegner: Andere Politiker nutzten Krisen für sich

Andere Politiker konnten Krisen dagegen für sich nutzen: Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) watete im Wahlkampf 2002 tief erschüttert mit Gummistiefeln durch das Hochwassergebiet in Grimma, was seine Popularität damals sprunghaft steigen ließ. Sein Herausforderer Edmund Stoiber (CSU) verpasste damals diese Chance.

Profitieren von entschlossenem Auftreten angesichts einer Krise konnte auch Matthias Platzeck (SPD): 1997 wurde Platzeck bundesweit bekannt, als er sich als Umweltminister von Brandenburg, entschlossen und öffentlichkeitswirksam gegen die Oderflut stemmte – was ihm sogar den Titel „Deichgraf“ einbrachte. (Quellen: dpa, Spiegel, Tagesspiegel, rbb, SWR) (smu)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Stefan Zeitz Photography

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