Bremen-Wahl live: Alle Neuigkeiten zu den Spitzenkandidaten der Bremen-Wahl im News-Ticker.
Update vom 8. Mai, 16.26 Uhr: SPD-Chefin Saskia Esken hat vor dem Flüchtlingsgipfel eine Debatte über den Verteilmechanismus der Mittel angeregt. Das Geld müsse gezielt in den Kommunen ankommen, wo es am dringendsten gebraucht werde, sagte sie nun bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin mit Andreas Bovenschulte (SPD).
„Die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kommunen ist ausgesprochen unterschiedlich“, sagte Esken. Bremens Bürgermeister und Spitzenkandidat Bovenschulte pflichtete ihr bei, und betonte, darin seien sich die 16 Ministerpräsidenten einig. „Wir sind der Meinung, wir tragen einen zu hohen Anteil der Kosten.“ Das sei aber keine parteipolitische, sondern eine förderalismuspolitische Auseinandersetzung, ein „klassischer Bund-Länder-Konflikt“.
Am Mittwoch (10. Mai) wollen Vertreter von Bund und Ländern über Flüchtlingspolitik und Finanzen sprechen. Die Länder und Kommunen verlangen unter anderem mehr Geld vom Bund für die Aufnahme und Integration von Geflüchteten.
Bremen-Wahl: Das Spitzenpersonal der Parteien im Überblick
Bremen-Wahl: Live-Talk mit den Spitzenkandidaten ab 18 Uhr
Update vom 8. Mai, 13.37 Uhr: Das kleine Bremen mit seinen 676.000 Einwohnern hat sich im Wahlkampf auf sich konzentriert. Das Land steckt voller Widersprüche. Die Häfen, das weltweit zweitgrößte Mercedes-Werk und Unternehmen der Luft- und Raumfahrt machen Bremen zum starken Wirtschaftsstandort. Zugleich ist die Arbeitslosigkeit hoch, viele Menschen sind auf Sozialhilfe angewiesen. Das Bremer Schulsystem belegt in Studien meist die hinteren Plätze. Und das Land sitzt auf hohen Schulden.
Die „Elefantenrunde“ zur Bremen-Wahl debattiert an diesem Montag (8. Mai) live ab 18 Uhr. Das Radio-Bremen-Format „buten un binnen“ will vor allem bei den Themen nachhaken, die laut Umfragen den Einwohnern am stärksten unter den Nägeln brennen: Bildung, Mobilität und innere Sicherheit.
Folgende Gäste sind zum Talk geladen:
Bürgerschaftswahl 2023 in Bremen
Die Spitzenkandidaten und -kandidatinnen
Andreas Bovenschulte
SPD
Frank Imhoff
CDU
Maike Schaefer
Grüne
Thore Schäck
FDP
Kristina Vogt
Die Linke
Jan Timke
BIW
Erstmeldung: Bremen – Am 14. Mai wird im kleinsten Bundesland Deutschlands gewählt: Bei der Bürgerschaftswahl 2023 in Bremen fällt die Entscheidung darüber, welche Parteien, Einzelbewerberinnen und -bewerber und Wählergemeinschaften in das Landesparlament einziehen.
Bei den letzten Wahlen im Jahr 2019 wäre die Macht für die Sozialdemokraten fast verloren gegangen, erstmals wurde die CDU stärkste Kraft. Doch wenn Bremen am Sonntag (14. Mai) wählt, können die Sozialdemokraten mit Bürgermeister Andreas Bovenschulte die Scharte auswetzen. Im Zwei-Städte-Staat aus Bremen und Bremerhaven sind mehr als 450.000 Wahlberechtigte aufgerufen, das Landesparlament, die Bremische Bürgerschaft, neu zu bestimmen.
Bremen-Wahl: SPD liegt in Umfragen bei rund 30 Prozent
Umfragen vor den Wahlen lassen Werte um die 30 Prozent für die Sozialdemokraten erwarten – wieder deutlich über ihrem Bremer Negativrekord von 24,9 Prozent vor vier Jahren. Die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Frank Imhoff liegt mit Umfragewerten um die 27 Prozent dicht am Ergebnis von 26,7 Prozent aus dem Jahr 2019.
Spannender wird das Abschneiden der kleineren Parteien sein. Grüne und Linkspartei bilden mit der SPD ein in Westdeutschland einmaliges Bündnis, beide Juniorpartner schwächeln aber. Eine Fortsetzung dieser Koalition ist daher nur eins der möglichen Ergebnisse. Die FDP (2019: 5,9 Prozent) hat es erst mit einem aufwendigen Wahlkampf zu Umfragewerten gebracht, die einen Wiedereinzug in die Bürgerschaft erwarten lassen.
In der Bundespolitik blicken vor allem die Liberalen deshalb gebannt nach Bremen. Sie haben seit der Bundestagswahl 2021 in den Ländern eine wahre Niederlagenserie hinter sich: zweimal aus dem Parlament geflogen, einmal den Einzug verpasst, zweimal stark an Stimmen eingebüßt. Das hat die Stimmung in der Berliner Ampel-Koalition enorm gereizt.
Daher dürfte es auch SPD und Grünen durchaus recht sein, wenn ihr Koalitionspartner in Bremen nicht erneut abstürzt. Sie selbst hoffen nach der Berlin-Wahl ebenfalls auf eine Trendwende. Aktuell stellen die Sozialdemokraten noch sieben der 16 Ministerpräsidenten. Bovenschulte ist einer der auffälligeren und allein deshalb schon eine Bank für Bundeskanzler Olaf Scholz.
Die CDU dagegen kann sich in Bremen traditionsgemäß wenig Hoffnung machen - in der Berliner Parteizentrale scheint man die Wahl daher schon vor dem Urnengang abgeschrieben zu haben. Für Parteichef Friedrich Merz, so heißt es intern, sei am 14. Mai der Ausgang der Wahl in der Türkei wichtiger – auch weil sich die Migrationspolitik des Landes deutlich verändern könnte. Richtig spannend wird es für die Parteizentralen erst am 8. Oktober, wenn Hessen und Bayern wählen. Fast ein Viertel (23 Prozent) der Wahlberechtigten in Deutschland sind dann zur Stimmabgabe aufgerufen.
Bremen-Wahl: Kandidaten erklären ihre Positionen
Wenige Tage vor der Wahl zur Bremischen Bürgerschaft wollen sich die Spitzenkandidaten und -kandidatinnen am Montag, 8. Mai, ab 18 Uhr im Tivoli noch einmal der Diskussion stellen. Teilnehmen werden Frank Imhoff (CDU), Andreas Bovenschulte (SPD), Maike Schaefer (Grüne), Kristina Vogt (Linke), Thore Schäck (FDP) sowie Piet Leidreiter (Bürger in Wut).
Imhoff und die CDU versuchen, die SPD bei Bildung und innerer Sicherheit zu stellen. Doch mehr als die Juniorpartnerschaft in einer Großen Koalition dürfte für die Union nicht zu erreichen sein. Den Bremer Grünen (2019: 17,4 Prozent) mit Umweltsenatorin Maike Schaefer machen eigene Fehler in der Verkehrspolitik zu schaffen – dazu kommt Unsicherheit angesichts der grünen Heizungstauschpolitik im Bund. (skr/dpa)