Neue Umfragezahlen zur Bremen-Wahl: Die SPD vergrößert den Abstand auf die CDU. Knapp über fünf Prozent liegen die FDP und die „Bürger in Wut“.
Bremen – Rund drei Wochen vor der Bürgerschaftswahl in Bremen sieht eine Umfrage die regierende SPD eindeutig vor der CDU. Bei der Sonntagsfrage liegen die Sozialdemokraten bei 31 Prozent, die CDU kommt auf 28 Prozent. Das berichteten Radio Bremen und die Nordsee-Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf eine repräsentative Umfrage von Infratest-Dimap. Noch Anfang März hatte das gleiche Meinungsforschungsinstitut die SPD nur knapp vor der CDU gesehen (28 zu 27 Prozent).
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In Bremen wird am 14. Mai gewählt. Bei der Wahl im kleinsten Bundesland hatte die oppositionelle CDU 2019 mit 26,7 Prozent der Stimmen erstmals vor der Langzeitregierungspartei SPD (24,9 Prozent) gelegen. Weil die Christdemokraten jedoch keine Mehrheit bilden konnten, regiert in der Hansestadt die SPD. Bürgermeister Andreas Bovenschulte führt den Senat in einer Koalition mit den Grünen und der Linken. Er tritt auch 2023 als Spitzenkandidat an – und will Bürgermeister von Bremen bleiben. „Mein Ziel ist, dass die SPD die mit Abstand stärkste Partei wird und wir die Regierungsbildung in der Hand haben“, sagte Bovenschulte im Interview mit unserer Redaktion.
Die aktuelle Umfrage sah die mitregierenden Grünen bei 17 Prozent (2019: 17,4 Prozent). Für den kleinsten Regierungspartner, die Linkspartei, sprachen sich 7 Prozent der Befragten aus (2019: 11,3 Prozent). Die FDP würde mit etwa sechs Prozent ihr Wahlergebnis von 2019 halten. Weil die AfD nicht zugelassen ist, könnte die rechte Wählergruppierung Bürger in Wut (BiW) profitieren und auf 6 Prozent hoffen.
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Diesen Zahlen zufolge ist Rot-Grün ebenso möglich wie eine Fortsetzung von Rot-Grün-Rot, schrieben die Meinungsforscher. Ebenso denkbar ist eine große Koalition von SPD und CDU. Tatsächliche Rückschlüsse auf den Wahlausgang seien aber nur bedingt möglich, weil viele Wähler sich erst kurz vor der Wahl festlegten. Bovenschulte sagte uns mit Blick auf mögliche Koalitionen: „Am Ende kommt es bei Koalitionen immer darauf an, mit wem man am besten inhaltlich zusammenarbeiten kann und ob die persönliche Chemie stimmt.“ (as)